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Bitcoin: Rekordabflüsse aus ETFs erhöhen Druck auf Kryptowährung

Der Bitcoin-Kurs ist von seinem Allzeithoch aus dem Oktober 2025 in Höhe von 126.000 US-Dollar massiv eingebrochen und schwankt aktuell zwischen 65.000 und 67.000 US-Dollar. Auslöser für den Absturz sind der erste Verkauf durch Michael Saylor seit 2022, neue Wallet-Bewegungen der insolventen Börse Mt. Gox sowie geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran.

Das Signal von Michael Saylor: Psychologie schlägt Volumen

In der Welt der Kryptowährungen zählt oft nicht die absolute Zahl, sondern die symbolische Wirkung. Das wurde diese Woche deutlich, als die Firma Strategy, geführt von dem prominenten Bitcoin-Investor Michael Saylor, Bitcoins im Wert von 2,5 Millionen US-Dollar verkaufte. Gemessen an einer Marktkapitalisierung von über 1,3 Billionen US-Dollar ist dieser Betrag – laut DiePresse.com lediglich 32 Bitcoin – faktisch vernachlässigbar.

Das Signal von Michael Saylor: Psychologie schlägt Volumen
cluster (priority): Der Aktionär

Doch die Marktreaktion war heftig. Da Saylor jahrelang die Strategie propagierte, Bitcoin unter keinen Umständen zu verkaufen, wirkte dieser Schritt wie ein Vertrauensbruch. Die Anleger reagierten nervös, was den Kurs am Dienstag um über 6 Prozent auf 67.000 US-Dollar drückte.

Die Signalwirkung ist entscheidend und nicht die Größe des Verkaufs. Gerade in einem nervösen Marktumfeld können derartige Nachrichten die Risikoaversion der Anleger verstärken. Timo Emden, Analyst bei Emden Research, via Kronen Zeitung

Für Kritiker wie Peter Schiff ist dies das Ende eines Spiels, das er als Pyramidensystem bezeichnet. Wenn selbst der größte Fürsprecher beginnt, Bestände abzustoßen, schwindet die Hoffnung auf neue Käufer, die den Preis weiter nach oben treiben könnten.

Das Erbe von Mt. Gox und die Angst vor der Verkaufswelle

Parallel zum Saylor-Schock kehrte ein Gespenst aus der Vergangenheit zurück. Die 2014 pleitegegangene Kryptobörse Mt. Gox transferierte am Montag erneut 10.306 Bitcoin im Wert von 731 Millionen US-Dollar auf neue Wallets. Dies löste sofort die Sorge aus, dass eine massive Verkaufswelle bevorsteht.

Das Erbe von Mt. Gox und die Angst vor der Verkaufswelle
cluster (priority): Blick

Die Logik dahinter ist simpel: Von den ursprünglich gestohlenen 850.000 Bitcoin wurden 200.000 wiedergefunden und werden nun sukzessive an die Gläubiger zurückgegeben. Da der Bitcoin-Preis seit der Pleite vor zwölf Jahren mehr als zweihundertfach gestiegen ist, sitzen viele dieser ehemaligen Anleger auf einem unerwarteten Vermögen, das sie nun in Cash verwandeln könnten.

Das Scheitern des „digitalen Goldes“ in der Krise

Ein zentrales Narrativ des Bitcoin-Marketing war stets seine Funktion als sicherer Hafen in Zeiten geopolitischer Instabilität. Die aktuelle Realität sieht anders aus. Die gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben Anleger dazu bewogen, in echte sichere Häfen wie Gold, den US-Dollar oder Bargeld zu flüchten.

Breaking News: Rekord-Abflüsse bei US-Spot-Bitcoin-ETFs #shorts #etfs

Besonders auffällig ist die Entkoppelung vom Technologiesektor. Während Tech-Aktien im Sog der Künstlichen Intelligenz weiter steigen, verliert Bitcoin an Boden. Laut Blick zeigt sich, dass die Kryptowährung in Zeiten hoher Unsicherheit nicht die Funktion von digitalem Gold übernimmt.

  • Zinsangst: Die Befürchtung, dass die Zinsen in den USA länger hoch bleiben, macht risikoreiche Anlagen unattraktiver.
  • Haltekosten: Da Bitcoin keine Dividenden abwirft, steigen mit dem Zinsniveau die Opportunitätskosten für das Halten der Coins.
  • Inflation: Steigende Inflationsraten in vielen Ländern lassen Notenbanken erneut über Zinserhöhungen nachdenken, was den Druck auf risikobehaftete Assets erhöht.

Liquidationsspiralen und der vierjährige Zyklus

Der aktuelle Absturz wird durch technische Faktoren verstärkt. Viele Trader setzen auf gehebelte Produkte, um von Kursgewinnen zu profitieren. Wenn der Kurs jedoch stark korrigiert, werden diese Positionen zwangsliquidiert. Dies führt zu automatischen Verkäufen, die den Preis weiter drücken und so eine Abwärtsspirale in Gang setzen.

Liquidationsspiralen und der vierjährige Zyklus
cluster (priority): DiePresse.com

Analyst Jeffrey Hochegger von Raiffeisen weist darauf hin, dass viele Anleger nicht aus einem Glauben an den langfristigen Nutzen investieren, sondern in der Hoffnung auf schnelle Gewinne. Wenn die Euphorie kippt, bleibt wenig Fundament, das den Kurs stützt.

Historisch betrachtet befindet sich der Bitcoin zudem in seinem typischen vierjährigen Bärenmarkt-Zyklus. Nachdem der Kurs im Mai kurzzeitig wieder die Marke von 80.000 US-Dollar erobert hatte, scheint dieser Versuch nun gescheitert zu sein. Die Stimmung am Markt bleibt extrem angespannt, und laut Der Aktionär wetten Prognosemärkte bereits auf noch tiefere Kursstürze.

Ob die Marke von 65.000 US-Dollar halten kann oder ob die Kombination aus Mt. Gox-Verkäufen und Zinsdruck den Bitcoin zurück auf das Niveau von 60.000 US-Dollar drückt, wird die kommenden Wochen entscheiden. Klar ist: Die Phase der blindem Euphorie ist beendet; der Markt verlangt nun wieder nach echter Substanz statt nach Narrativen.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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