Ein US-Bundesrichter hat den Versuch von Kritikern abgelehnt, einen milliardenschweren Glyphosat-Vergleich von Bayer an ein Gericht in San Francisco zu verlegen. Richter Henry Edward Autrey verwies das Verfahren zurück nach Missouri. Damit bleibt der Weg für einen Vergleich über bis zu 7,25 Milliarden Dollar in St. Louis offen.
Die Entscheidung von Richter Autrey und die Marktreaktion

Details zum 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleich

- Gesamtsumme: Bis zu 7,25 Milliarden Dollar.
- Zahlungszeitraum: Bis zu 21 Jahre.
- Ziel: Beilegung aktueller und zukünftiger Klagen.
- Status: Vorläufige Zustimmung des Gerichts in Missouri im März.
Vorwürfe geheimer Absprachen und juristischer Widerstand
geheimen Absprachezwischen Bayer und bestimmten Klägeranwälten kritisierten. Die Kritik geht laut Handelsblatt über die reine Prozessführung hinaus. Die Kläger argumentieren, das Gericht in Missouri besäße keine Befugnis, Bürger aus anderen US-Bundesstaaten rechtlich zu binden. Zudem seien die Hürden für einen Ausstieg aus dem Vergleich absichtlich so hoch angesetzt worden, dass Betroffene an der Fortführung ihrer individuellen Klagen gehindert würden. Besonders brisant war die drohende Zuständigkeit von US-Bezirksrichter Vince Chhabria. Chhabria koordiniert die Glyphosat-Klagen auf Bundesebene und hatte sich bereits in der Vergangenheit äußerst kritisch über den in Missouri ausgehandelten Vergleich geäußert. Bereits im Jahr 2021 scheiterte unter seiner Leitung ein erster Versuch von Bayer, eine Einigung für künftige Klagen zu erzielen.
Die Drohung mit dem Produktionsstopp in den USA

Wall Street Journalsetzte der Konzernchef eine deutliche Warnung. Wie Deutschlandfunk berichtet, drohte der CEO damit, die Glyphosat-Produktion in den USA komplett einzustellen, sollte keine dauerhafte Lösung für die rechtlichen Probleme gefunden werden. Die Dimension des Problems unterstreichen die Zahlen des Unternehmens: Rund 100.000 Kläger machen derzeit Ansprüche geltend. Während Umweltorganisationen das Mittel als wahrscheinlich krebserregend einstufen, konzentriert sich Bayer laut einem Unternehmensvertreter darauf, die Geschäftsergebnisse zu verbessern und die Rechtsstreitigkeiten final beizulegen.
Der Zeitplan bis zum Supreme Court und die Juli-Anhörung
Nachdem die Frage des Gerichtsstandes vorerst geklärt ist, rücken zwei Termine in den Fokus. Zunächst erwartet Bayer bis Ende Juni eine Entscheidung des Supreme Court. Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs zugunsten des Pharma- und Agrarkonzerns könnte einen entscheidenden Befreiungsschlag in der jahrelangen Klagewelle bedeuten. Parallel dazu läuft das Genehmigungsverfahren in Missouri weiter. Für den 9. Juli ist die abschließende Anhörung angesetzt. Sollte das Gericht den Vergleich final bestätigen, könnte dies die finanzielle Unsicherheit, die die Aktie Anfang Juni zeitweise schwer belastete, signifikant reduzieren. Die kommenden Wochen entscheiden somit darüber, ob Bayer den Monsanto-Albtraum durch eine milliardenschwere, aber kontrollierte Zahlung beendet oder ob die Produktion in seinem wichtigsten Markt aufgegeben werden muss.Find more reporting in our Unternehmen section.