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Welt

Athen: Paar nach Fund von totem Säugling in Kühltruhe festgenommen

Ein grausamer Fund in einer Athener Wohnung erschüttert die Ermittler: Ende August entdeckte die griechische Polizei einen toten Säugling in einer Kühltruhe. Ein in Griechenland lebendes Paar wurde festgenommen, während den beteiligten Personen unter anderem schwerer Menschenhandel und Drogendelikte vorgeworfen werden.

Schockierender Fund in Athen: Polizei räumt Wohnung

Am 30. August stießen Einsatzkräfte der griechischen Polizei bei der Räumung einer Wohnung im Athener Stadtteil Kypseli auf ein Gewaltverbrechen. In einer Kühltruhe lag ein toter Säugling, eingepackt in einer Plastiktüte. Neben dem verstorbenen Kind befanden sich drei weitere Minderjährige im Alter von 9, 12 und 15 Jahren in den Räumlichkeiten.

Der Auslöser für den Polizeieinsatz war zunächst administrativer Natur. Der Eigentümer der Ferienwohnung hatte die Behörden alarmiert, nachdem die Mieter die vereinbarte Miete nicht gezahlt hatten und zudem der Verdacht auf Drogenkonsum in den Räumen aufkam. Die Beamten nahmen das in der Wohnung lebende Paar noch vor Ort fest. Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 43-jährigen Griechen und eine 38-jährige Deutsche.

Die Todesursache und der dringende Verdacht des Kinderhandels

Der betroffene Junge im Alter von acht bis neun Monaten wies am Rücken zehn Stichwunden auf, die laut Medienberichten von einem spitzen Gegenstand stammten. Diese schweren Verletzungen gelten als unmittelbare Todesursache, weshalb die Ermittler ein Tötungsdelikt verfolgen. Das festgenommene Paar sitzt seither in einem griechischen Gefängnis in Haft, wo gegen sie unter anderem wegen des Besitzes kleiner Mengen an Betäubungsmitteln ermittelt wird.

Über das übliche Maß von Gewaltdelikten hinaus gerät der 43-jährige Mann massiv in den Fokus der Ermittlungsbehörden. Dem griechischen Portal real.gr zufolge steht er unter dem konkreten Verdacht des Kinderhandels. Zudem wird ihm angelastet, seine Partnerin nach Griechenland verschleppt und dort zur Prostitution gezwungen zu haben.

Auswertung digitaler Datenträger und Verbindungen nach Deutschland

Die Ermittler stützen den Verdacht des organisierten Menschenhandels unter anderem auf Beweismittel, die sie auf einem sichergestellten Cloudspeicher des Mannes fanden. Dort entdeckten die Beamten Fotos des Beschuldigten mit weiteren, vermissten Babys. Bei den digitalen Funden fehlte für ein Kind jeglicher Nachweis in Form einer Geburtsurkunde, während bei einem anderen Säugling ein DNA-Test den griechischen Staatsbürger als biologischen Vater ausschloss.

Athen: Paar nach Fund von totem Säugling in Kühltruhe festgenommen
Photo: BILD

Zusätzlich zu den digitalen Beweisen in Griechenland führt die Spur der Ermittlungen auch nach Deutschland. Parallele Recherchen der Zeitung BILD beleuchten ein Umfeld in Hamburg, in dem Nachbarn von Geldnöten, früheren Polizeieinsätzen und Drogenfunden im Zusammenhang mit den Verdächtigen berichten.

Schicksal der weiteren Kinder im Fokus der Jugendämter

Während die Erwachsenen in Haft sitzen, kümmert sich das Jugendamt um die drei in der Wohnung angetroffenen Kinder im Alter von 9, 12 und 15 Jahren. Die Minderjährigen wurden zunächst in ein Kinderspital gebracht, um medizinisch untersucht zu werden.

Toter Säugling in Kühltruhe – Verdacht auf Kinderhandel
Photo: Blick

Bei diesen Untersuchungen stellten Mediziner bei dem neunjährigen Jungen sowie dem 15-jährigen Mädchen sexuell übertragbare Krankheiten fest. Der genaue gesundheitliche Zustand des zwölfjährigen Jungen wurde von den Behörden nicht näher beziffert. Seit Abschluss der medizinischen Begutachtung befinden sich alle drei Kinder in der offiziellen Obhut des Jugendamtes.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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