Zum Inhalt springen
Technik und Wissenschaft

Apple ändert Lake Ontario zu Lake America nach Trump-Anordnung

Apple hat den Lake Ontario in seiner Karten-App für US-Nutzer in Lake America umbenannt. Dieser Schritt folgt auf eine entsprechende Anordnung von US-Präsident Donald Trump infolge des festgefahrenen Handelsstreits mit Kanada. Nutzer in Kanada sehen weiterhin den traditionellen Namen.

Trumps Dekret und die Umsetzung bei Apple Maps

Der Technologieriese Apple hat am Dienstag offiziell damit begonnen, den Namen des Lake Ontario auf Apple Maps für Anwender in den USA anzupassen. Die Aktualisierung erfolgt als direkte Reaktion auf eine Exekutivverordnung des US-Präsidenten, die am 27. August unterzeichnet wurde. Das Dekret sah vor, dass das Innenministerium innerhalb von 30 Tagen den Namen des Gewässers in staatlichen Datenbanken und im US-geografischen Namensdienst ändert.

In dem entsprechenden Erlass heißt es zur Begründung, dass er angesichts dieser blühenden wirtschaftlichen Ressource und ihrer entscheidenden Bedeutung für die Wirtschaft unserer Nation und ihre Menschen anordne, dass der See offiziell in Lake America umbenannt werde, wie aus Dokumenten hervorgeht. Der Suchdienst Google hatte seine Kartenanwendung bereits am vorherigen Wochenende entsprechend aktualisiert und sich dabei auf die Vorgaben des U.S. Geographic Names Information System (GNIS) berufen.

Geografische Differenzierung und internationale Darstellung

Die Namensänderung greift jedoch nicht global, sondern ist geografisch stark eingeschränkt. Während US-Bürger das Gewässer auf ihren Endgeräten als Lake America vorgefunden haben, bleibt für Nutzer in Kanada die Bezeichnung Lake Ontario bestehen. In anderen Regionen der Welt zeigt die Anwendung nach Angaben von Beteiligten beide Namen parallel an.

U.S. President Donald Trump speaks next to a map with "Lake America" written on it as he attends an event to sign an
Photo: Reuters

Das Vorgehen bei Apple spiegelt damit genau jene Methode wider, die das Unternehmen bereits im Vorjahr anwandte, als der Golf von Mexiko per Dekret in den Golf von Amerika umgetauft und von den Tech-Konzernen für US-Nutzer angepasst wurde. Etwa 52 Prozent der Oberfläche des Lake Ontario liegen auf kanadischem Staatsgebiet, während der restliche Teil an den US-Bundesstaat New York grenzt.

Eskalation des Handelsstreits zwischen Washington und Ottawa

Hintergrund der symbolischen Maßnahme ist ein akuter handelspolitischer Konflikt. Die Namensänderung folgte unmittelbar auf das Scheitern von Handelsgesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada Ende August, woraufhin Washington neue Zölle in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von $20bn (C$28bn) verhängte. Kanadische Regierungsstellen reagierten darauf mit der Ankündigung von Gegenzöllen.

A sign reads "Lake Ontario now and always" with a boy playing with a ball nearby
Photo: bbc.co.uk

Doug Ford, Premier von Ontario, erklärte via Rolling Stone, dass er den Sinn einfach nicht sehe und dies völlig absurd sei. Es sei wie eine Szene aus „Saturday Night Livegewesen, als Trump ein Dokument unterzeichnete, auf dem stand, dass er in Lake America umbenannt werde. Niemand werde ihn Lake America nennen. Er heiße seit Hunderten von Jahren Lake Ontario und werde auch weiterhin Lake Ontario heißen.

US-Innminister Doug Burgum erklärte in Berichten, dass der US-Präsident direkt das Gespräch mit Apple gesucht habe, um eine zeitnahe Umsetzung der Kartenaktualisierung sicherzustellen. Die beteiligten Unternehmen äußerten sich auf Medienanfragen zunächst nicht oder verwiesen auf offizielle behördliche Datenquellen.

Gegenreaktionen und der Aufschwung für Alternativen

Die schnelle Übernahme der neuen Namensgebung durch die Branchenriesen stieß in der Öffentlichkeit auf spürbare Widerstände. Eine Umfrage von Reuters und Ipsos zeigte, dass eine Mehrheit der US-Bürger die Umbenennung des Sees sowie die jüngsten Zollerhöhungen ablehnt. Kritiker warfen den Digitalkonzernen vor, den politischen Vorgaben zu unkritisch nachzugeben.

Apple Maps ‘Lake America’ change could be coming ‘soon’ after Trump call

Aus dem Unmut zog vor allem ein historischer Konkurrent Profit: Der Kartendienst MapQuest kündigte öffentlich an, am traditionellen Namen festzuhalten. Infolge dieser Haltung kletterten die Download-Zahlen der App rasant nach oben, sodass die Anwendung zeitweise den ersten Platz in den Charts des US-App-Stores erreichte und damit prominente Plattformen übertraf.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.