Albian Ajeti wechselte vor knapp zwei Wochen vom FC Basel zum FC Lugano und rettete dem Spitzenreiter mit seinem Treffer in der 80. Minute im Spitzenspiel gegen den BSC Young Boys ein 2:2-Unentschieden. Während Lugano die Super League anführt, äusserte sich Stürmer Ajeti über seine Zeit unter Stephan Lichtsteiner in Basel.
Albian Ajeti sichert dem Leader Lugano wichtige Punkte
Der Transfer von Albian Ajeti zum FC Lugano hat sich für den Tabellenführer der Super League rasch ausgezahlt. Ajeti rettete mit seinem Tor in der 80. Minute zum 2:2 gegen den BSC Young Boys einen Punkt im Spitzenspiel. Im Tessin will er wieder die Freude am Fussballspielen finden, nachdem er in Basel unter Stephan Lichtsteiner zuletzt nicht mehr gespielt hat. Christian Finkbeiner ist Stv. Fussballchef. Nein, Genugtuung verspürt Albian Ajeti (29) nicht. Seit knapp zwei Wochen spielt der Stürmer nicht mehr beim FC Basel, wo er unter Stephan Lichtsteiner kaum mehr zum Zug gekommen war, sondern in Lugano. Und während es beim FCB hoch zugeht («Ich habe das drei Jahre erlebt»), herrscht im Tessin im wahrsten Sinn des Wortes eitel Sonnenschein. Mit 19 Punkten aus sieben Spielen steht Lugano an der Spitze der Super League und in der Ligaphase der Conference League.
Ajetis Transfer hat sich für die Tessiner bereits ausbezahlt. Nachdem er bei seinem Debüt gegen Servette in der 94. Minute das 1:0-Siegtor erzielt hat, trifft der Joker auch gegen YB und sorgt mit seinem Treffer in der 80. Minute dafür, dass Lugano nach Verlustpunkten weiterhin sechs Punkte vor den Bernern liegt. «Wir wollten gewinnen, aber wir nehmen den Punkt mit, auch wenn wir die bessere Mannschaft waren», so Ajeti.
Mit nunmehr 19 Punkten aus sieben Spielen führt Lugano die Tabelle der Super League an und ist zudem in der Ligaphase der Conference League vertreten. Für den Angreifer selbst stehen nach drei Kurzeinsätzen bereits drei gesicherte Punkte zu Buche. Drei Einsätze, drei Punkte gesichert – die Quote des Neuzugangs ist herausragend. «Auch wenn ich körperlich sicher noch etwas zulegen muss: Ich bin fit und hungrig.» Zwar befindet sich der Basler noch immer in der Eingewöhnungsphase, «aber die Mannschaft macht es mir einfach», so Ajeti. Die Qualität sei da, das sehe man. «Wir spielen guten Fussball.»
Ob er das entscheidende Puzzleteil zum Titel sein werde? Ajeti lacht. «Nach sieben Runden kann man noch nicht sagen, wer Titelfavorit ist. Aber für Lugano ist das ein Kompliment und ein Ansporn.» Vorerst gehe es aber darum, das nächste Heimspiel am Mittwoch gegen St. Gallen zu gewinnen und die Tabellenführung zu festigen. «Die Saison ist noch lang, es gibt noch viele englische Wochen.»
Rückblick auf die schwierige Zeit beim FC Basel
73 Minuten hat Ajeti in drei Spielen für Lugano gespielt (ohne Nachspielzeit) und damit bereits mehr als doppelt so viel wie mit dem FCB in sechs Spielen. Zuletzt hatte ihn Lichtsteiner aus dem Kader gestrichen. Nun ist Lichtsteiner in Basel weg. Sich dazu äussern will Ajeti nicht, er sagt dann aber doch vielsagend: «Ich wünsche dem Verein, vor allem den Fans und meinen ehemaligen Mitspielern, alles Gute. Und Luigi (Nocetini, Interimstrainer, d. Red.) viel Erfolg am Sonntag.» Lichtsteiner erwähnt er nicht.

Vor seinem Wechsel in den Tessin war Ajeti beim FC Basel unter Trainer Stephan Lichtsteiner ins Abstellgleis geraten. In Lugano geht es für ihn nicht nur darum, Tore zu schiessen und Siege zu feiern, sondern auch die Freude am Fussballspielen wiederzufinden. Verloren habe er sie in Basel zwar nie, so Ajeti, «aber ich habe ja gar nicht gespielt».
Stephan Lichtsteiner sieht den FC Basel im Sturm ausgedünnt
Auf Basler Seite hinterlässt der Abgang personelle Spuren. Im Sturm sind wir nun relativ dünn besetzt, erklärte FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner vor der Partie gegen den FC Sion. Foto: Toto Marti (Blick/Freshfocus). Stephan Lichtsteiner, am Donnerstag trifft der FC Basel auf Sion (20.30 Uhr, St.-Jakob-Park) und am Sonntag darauf auf Lugano. Ausgerechnet zu jenem Gegner vom Wochenende wechselte nun FCB-Stürmer Albian Ajeti. Was bedeutet der Transfer für die Mannschaft? Wenn es um den Wechsel von Ajeti zum FC Lugano geht, ist zu sagen: Es ging alles sehr schnell, und da war eine gewisse Überraschung dabei. Nun sind wir im Sturm mit Giacomo Koloto und Zan Celar relativ dünn besetzt. Aber ich gehe davon aus, dass sich daran bis in einer Woche noch etwas verändern wird.