Zum Inhalt springen
Nachrichten

Airbnb verbietet Hausarbeit: Neue Regeln spalten Gastgeber und Gäste

Airbnb kündigte am 20. Oktober 2026 eine weitreichende Regeländerung an, die es Vermietern verbietet, von Gästen zeitaufwendige Aufgaben beim Auschecken wie das Abziehen der Betten, den Abwasch oder das Anstellen der Waschmaschine zu verlangen. Die Richtlinie soll am 20. November 2026 in Kraft treten und zielt darauf ab, unbezahlte Hausarbeit abzuschaffen, hat jedoch Vermieter und Reisende gleichermaßen tief gespalten.

Der Streit um Check-out-Listen und Putzregeln

Die Reisebloggerin Meredith Thomas, die seit zwei Jahren in Airbnbs lebt, erinnerte sich an einen Aufenthalt in Denver, bei dem sie trotz einer ohnehin hohen Reinigungsgebühr den Müll wegfahren, Bettwäsche waschen und sämtliche Teller spülen sollte. Solche Erlebnisse trieben Gäste regelmäßig dazu, lieber wieder klassische Hotels zu buchen, wo das Mitbringen von Bettzeug oder das Schrubben von Waschbecken nicht auf dem Programm steht.

Nun zieht die Plattform Konsequenzen aus der jahrelangen Unzufriedenheit. Ab dem 20. November 2026 greift eine neue Richtlinie für Buchungen, die Airbnb am 20. Oktober 2026 offiziell verkündete. Vermieter dürfen dann keine zeitaufwendigen Aufgaben mehr einfordern, die gewöhnlich von professionellem Reinigungspersonal erledigt werden. Dazu zählen das Abziehen der Betten, das Waschen und Aufräumen von Geschirr, das Starten von Waschmaschinen und das Entsorgen von Müll außerhalb des eigentlichen Objekts.

Neue Airbnb-Hausregeln ab 20. November: Halb so wild? Was Gastgeber jetzt ändern müssen

Was Vermieter weiterhin verlangen dürfen

Komplett ohne Mithilfe kommen Gäste freilich auch künftig nicht aus. Airbnb erlaubt nach wie vor eine Reihe vernünftiger Hausregeln, die jedoch bereits bei der Buchung transparent im entsprechenden Bereich des Inserats aufgeführt sein müssen. Nachträgliche Forderungen per Nachricht, Zettel im Flur oder mündliche Anweisungen bei der Ankunft sind unzulässig.

  • Das Abstellen des schmutzigen Geschirrs im Spülbecken bleibt erlaubt.
  • Benutzte Handtücher dürfen vom Gast eingesammelt werden.
  • Müll und Recycling können in die vorgesehenen Behälter im Innenbereich sortiert werden.
  • Die Klimaanlage darf vor dem Verlassen der Unterkunft ausgeschaltet werden.
  • Ausnahmen greifen in begründeten Sonderfällen, etwa Mülltonnen in bärengefährdeten Regionen oder Wassersparempfehlungen während Dürreperioden.

Gespaltene Reaktionen von Airbnb-Hosts und Gästen

Während Reisende die Entlastung vielfach begrüßen, reagieren zahlreiche Gastgeber empört auf die neuen Vorgaben. Auf Plattformen wie TikTok und in den Kommentarspalten der offiziellen Ankündigung machen Vermieter ihrem Ärger Luft. Manche befürchten, dass Gäste die Regeln missverstehen und Unterkünfte in völlig verwahrlostem Zustand hinterlassen könnten. So erklärte ein verärgerter Host auf der Change.org-Petition von Superhost Harry Newington, die bereits mehr als 20.

Airbnb vergisst seine Gründungsprinzipien. Diese bestanden darin, Gastgeber zu ermutigen, Gäste in ihren Häusern willkommen zu heißen, dass diese Gäste das Haus, in dem sie sich befinden, respektieren und im Gegenzug eine wohnliche Umgebung erleben, die sich von einem Hotel unterscheidet.

Harry Newington, Airbnb-Superhost, via The Boston Globe

Andere Betreiber warnen, dass der Wegfall der Gästehilfe den Arbeitsaufwand für Reinigungsteams massiv erhöht. Laura und Gabriel Valk, Vermieter aus Greenville im US-Bundesstaat South Carolina, kritisierten in einem Video, dass allein ein Spülgang im Geschirrspüler zwei Stunden dauern kann – Zeit, die professionellen Kräften bei knappen Wechselzeiten zwischen zwei Buchungen fehlt. Anthony Marsh, der in North Yorkshire eine Hüttenanlage betreibt, reduzierte sein Angebot auf Airbnb nach Bekanntwerden der Änderung von fünf auf zwei Objekte. Er bemängelte, dass die Plattform Gästen faktisch erlaube, Unterkünfte zu nutzen und das Aufräumen zu vernachlässigen, während Vermieter keine Handhabe dagegen hätten.

Zukunft der Plattform und offene Fragen für den Markt

Mit den neuen Vorgaben versucht das Unternehmen, den Spagat zwischen standardisiertem Hotelkomfort und privatem Wohnungscharakter neu zu justieren.

Airbnb verbietet Hausarbeit: Neue Regeln spalten Gastgeber und Gäste
Foto: travel.yahoo.com

Ob die Neuregelung letztlich zu höheren Übernachtungspreisen oder steigenden Reinigungsgebühren führt, bleibt vorerst offen. Viele Vermieter drohen bereits damit, ihre Immobilien ganz von der Plattform zu nehmen oder zu Konkurrenten wie Booking.com abzuwandern. Für den Reisenden, der am Abreisetag die Tür zuzieht und den Koffer rollt, bedeutet der 20. November 2026 vorerst vor allem eines: deutlich weniger Hausarbeit am Ende des Urlaubs.

Neue globale Airbnb-Regeln: Gäste von aufwendigen Reinigungsarbeiten befreit (Global)
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.