Airbnb hat eine neue Richtlinie für Hausregeln angekündigt, die am 20. November 2026 weltweit in Kraft tritt und Vermietern verbietet, von Gästen das Abwaschen von Geschirr, das Abziehen von Betten oder die Müllentsorgung außerhalb der Unterkunft zu verlangen.
Neue Vorgaben für Hausregeln und Check-out-Pflichten
Reisende kennen das Problem seit Jahren: Nach oft ohnehin fälligen Reinigungsgebühren verlangen Gastgeber vor der Abreise umfangreiche Putzarbeiten. Damit soll ab dem 20. November 2026 Schluss sein. Die Buchungsplattform greift mit einer weltweiten Richtlinie in die Praxis ein, bei der Gäste bisher vor dem Check-out Betten abziehen, Geschirr spülen oder Müll nach draußen bringen mussten. Laut der neuen Richtlinie für Hausregeln, die laut Keystone-SDA am 22. Oktober 2026 veröffentlicht wurde, lässt das Unternehmen nur noch Aufgaben zu, die als zumutbar gelten.
Die Plattform begründet diesen Schritt damit, dass sich Reisende wiederholt über komplizierte oder übertriebene Anforderungen beschwert hatten. Hausregeln helfen Gästen zu verstehen, was Gastgeber erwarten. Wir haben aber gehört, dass sie verwirrend und mühsam sein können
, erklärte das Unternehmen gegenüber der BBC, wie Watson berichtet. Die Vorgaben gelten für alle Buchungen, die ab dem Stichtag vorgenommen werden, und greifen auch in Deutschland, wie Ifun bestätigt.

Erlaubte Handgriffe und tierische Ausnahmen
Das Verbot aufwendiger Putzlisten bedeutet jedoch nicht, dass Reisende ihre Ferienwohnung völlig unaufgeräumt hinterlassen dürfen. Einfache Handgriffe bleiben weiterhin zulässig. So dürfen Gäste gebeten werden, benutztes Geschirr ins Spülbecken zu stellen, Handtücher zusammenzusammeln oder Wertstoffe und Müll in den vorgesehenen Behältern zu sortieren. Auch das Verbot der Nutzung einer in der Beschreibung aufgeführten Ausstattung wie einer Klimaanlage ist den Vermietern gemäß Swissinfo nicht mehr erlaubt.
Zudem lässt das Regelwerk Raum für geografische Besonderheiten. In Regionen mit Vorkommen von Bären kann es beispielsweise laut Swissinfo von Gästen verlangt werden, Abfälle in einem für Tiere unzugänglichen Behälter zu entsorgen. In anderen Fällen können auch Wassersparmaßnahmen wie kürzere Duschzeiten bei lokalen Dürren durchgesetzt werden, wie Watson anführt.
Verwaltung der Hausregeln und Konsequenzen bei Verstößen
Neben den inhaltlichen Einschränkungen vereinfacht die Plattform die Verwaltung der Bedingungen. Gastgeber dürfen ihren Gästen künftig laut Watson nur noch sieben standardisierte Hausregeln sowie weitere angemessene Wünsche vorgeben, während zusätzliche Verträge nach Angaben des Portals nur noch in bestimmten Fällen wie bei gesetzlichen Vorschriften erlaubt sind. Zuvor sorgten laut Watson zudem Videos zweier Airbnb-Gastgeber aus dem US-Bundesstaat Georgia für Diskussionen, in denen diese ihre Unterkunft nach der Abreise extrem streng kontrollierten.
Werden unangemessene Regeln gemeldet, drohen den Vermietern laut den Richtliniendetails zunächst Aufforderungen zur Änderung oder Verwarnungen. Bei anhaltenden Verstößen sind Warnhinweise im Inserat sowie eine schlechtere Platzierung in den Suchergebnissen möglich. In Kommentaren auf der Airbnb-Website äußerten viele Vermieter Kritik an den Einschränkungen.
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