Bei den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 hat sich der Demokrat Abdul El-Sayed im Bundesstaat Michigan gegen den Republikaner Mike Rogers im Rennen um einen Senatssitz durchgesetzt und zieht als erster Muslim in den US-Senat ein.
Im US-Bundesstaat Michigan hat sich der linkspopulistische Kandidat Abdul El-Sayed bei der Senatswahl am 3. November 2026 gegen den Republikaner Mike Rogers durchgesetzt. Wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen meldete, errang der 42-jährige Mediziner und frühere Gesundheitsvorsteher von Wayne County den Sitz des ausscheidenden Demokraten Gary Peters. Trump hatte den Wahlkreis 2024 noch mit 1,4 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen. El-Sayed wurde am 31. Oktober 1984 in Rochester Hills geboren und wuchs bei seinem aus Ägypten eingewanderten Vater Mohamed und seiner Stiefmutter Jacqueline im Grossraum Detroit auf, nachdem er an der University of Michigan Lacrosse spielte und seine spätere Frau Sarah Jukaku kennenlernte, mit der er zwei Töchter hat und in Ann Arbor lebt.
Er schloss sein Medizinstudium an der Columbia University ab und promovierte als Rhodes-Stipendiat in Oxford im Bereich öffentliche Gesundheit, bevor er Epidemiologie an der Columbia University lehrte und die Gesundheitsbehörde von Detroit nach der Insolvenz der Stadt wieder aufbaute.
Einzug nach hartem parteiinternen Streit
Seine Kampagne stützte sich auf Kernforderungen wie die Einführung einer allgemeinen staatlichen Krankenversicherung, bezahlbaren Wohnraum und die Abschaffung der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE, wobei sein zentraler Wahlkampfslogan lautete: Es sollte nicht so schwer sein, einfach nur über die Runden zu kommen.
Im Vorfeld hatte der Wahlkampf tiefe Gräben innerhalb der Partei offenbart, nachdem die in der demokratischen Vorwahl unterlegene Kongressabgeordnete Haley Stevens mit El-Sayed brach und sich auf die Seite der Republikaner schlug, während die proisraelische Lobbyorganisation Aipac versucht hatte, seine Kandidatur mit Wahlkampfausgaben in Millionenhöhe zu verhindern und Stevens unterstützt hatte.

Der Wahlkampf war zudem von heftigen Kontroversen über seine Israelkritik geprägt, wobei er sich in einer Debatte im Oktober geweigert hatte zu sagen, ob Iran oder Israel eine grössere Bedrohung für die USA darstelle, und prominente Exponenten des linken Flügels wie Ocasio-Cortez und Bernie Sanders ihn finanziell sowie mit Wahlkampfauftritten unterstützten.
Die gemässigten Demokraten verwiesen dagegen auf Erfolge von gemässigten Kandidaten in anderen Bundesstaaten, etwa James Talarico, der in Texas den Republikaner Ken Paxton besiegte und den Demokraten erstmals seit fast 40 Jahren einen Senatssitz abnahm, sowie Adam Hamilton, der in Kansas einen Senatssitz eroberte.
Direkter Konter gegen Donald Trump und JD Vance
In seiner Ansprache wandte sich El-Sayed direkt an den Präsidenten:
«Donald, hör mal, ich weiss, dass du Probleme mit meinem Namen hattest», sagte El-Sayed nun. Sobald Vance ihn im Januar vereidigt habe, «kannst du mich einfach Senator nennen».
Abdul El-Sayed, neu gewählter demokratischer Senator für Michigan
Zudem sprach El-Sayed den Vizepräsidenten ironisch mit dem arabischen Ausdruck Habibi
an, was wörtlich mein Geliebter
bedeutet, im Alltag aber als vertraute Anrede für einen Freund verwendet wird, während Vizepräsident JD Vance den Kandidaten im Wahlkampf zuvor unter anderem als kleines Wiesel
bezeichnet hatte.
Folgen für die demokratische Parteispitze und den Kongress
Im gesamten Kongress mussten die Republikaner herbe Verluste hinnehmen und verloren neben dem Repräsentantenhaus auch ihre Mehrheit im US-Senat an die Demokraten.
Gleichzeitig können auch moderate Demokraten aus den Wahlergebnissen Argumente für ihren Kurs ableiten, da gemässigte Kandidaten in traditionell schwierigeren Bundesstaaten ebenfalls Erfolge verbuchten.

Die Demokraten erreichten bei den Zwischenwahlen laut Hochrechnungen 54 Sitze und übernahmen die volle Kontrolle über den Kongress, womit für US-Präsident Donald Trump eine krachende Niederlage und eine Beurteilung seiner Regierungsarbeit vorliegt.
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