Alexander Zverev blickt nach seinem US-Open-Triumph auf ein starkes Jahr zurück und greift nun nach der Spitze der Weltrangliste. Da der verletzte Führende Jannik Sinner in den kommenden Monaten zahlreiche Punkte verteidigen muss, könnte der deutsche Tennisprofi den Rückstand bereits im Oktober aus eigener Kraft aufholen.
Nach dem zweiten Grand-Slam-Titel seiner Karriere in New York steht für Alexander Zverev ein historisches Ziel im Raum. Während der Hamburger den Höhepunkt seiner bisherigen Saison feierte, richtet sich der Blick auf den Tennis-Thron. Der Rückstand auf den Weltranglistenersten Jannik Sinner ist im Zuge des rollierenden 52-Wochen-Systems auf 1.810 Punkte geschmolzen.
Die Ausgangslage im Weltranglistenrennen und Sinners Punktelast
Die rechnerischen Chancen auf die Spitzenposition ergeben sich vor allem aus den Zwangspausen der Konkurrenz. Sinner laboriert an Knieproblemen und bestritt seit seinem Wimbledon-Erfolg im Juli kein Match mehr. In den kommenden Monaten fallen beim Weltranglistenersten massenhaft Punkte aus dem Vorjahr weg.
Alexander Zverev bejubelt seinen Triumph bei den US Open. © dpa / Kirsty Wigglesworth
| Turnier | Sinner (Max. Punkte) | Zverev (Zu verteidigen) |
| Peking | 500 | 100 |
| Shanghai | 1.000 | 50 |
| Wien | 500 | 330 |
| Paris-Bercy | 1.000 | 400 |
| ATP Finals | 1.500 | 200 |
| Gesamt | 3.550 | 1.080 |
Der spanische Verfolger Carlos Alcaraz besitzt nach Angaben von Spox in diesem Jahr rechnerisch keine Chance mehr auf die Nummer eins. Zverev ist bei den China Open in Peking als Nummer eins der Setzliste angetreten.

Rechenspiele für den Sprung an die Spitze im Oktober
Bereits bei den Turnieren im Oktober könnte der Wechsel an der Weltranglistenspitze erfolgen. Wenn Zverev in Peking erfolgreich abschneidet und Sinner weitere Punkte verliert, rückt der Meilenstein näher. Eine Woche darauf wartet das Masters in Shanghai, bei dem für den Turniersieger 1.000 Punkte vergeben werden. Da beide Spieler dort im Vorjahr früh ausschieden, fallen für Zverev nur 50 Punkte aus dem Vorjahr weg.
Tennis-Legende John McEnroe zeigte sich gegenüber dem Sender ESPN überzeugt von den Aussichten des Deutschen, wie Bild berichtete. Der US-Amerikaner prognostizierte, dass Zverev das Jahr an der Spitze beenden wird.
„Er wird das Jahr als Nummer eins der Welt beenden.
John McEnroe
„Ich werde für den Rest des Jahres konzentriert bleiben und alles dafür tun, die Resultate so zu zeigen, dass ich die Chance habe, Nummer eins zu sein.
Alexander Zverev, Tennisprofi
Zverev selbst bewahrte sich nach dem Grand-Slam-Erfolg seine Realismus und betonte im Gespräch mit Medien, dass der Italiener im voll fitten Zustand die Messlatte darstellt. Wenn alle gesund sind, ist Jannik immer noch vorne. So einfach ist das, erklärte der Weltranglistenzweite.
Parallelen zu Andy Murrays Aufholjagd vor zehn Jahren
Die Konstellation erinnert Beobachter an den historischen Endspurt von Andy Murray im Jahr 2016. Damals holte der Schotte mit Turniersiegen in Peking, Shanghai, Wien, Paris und bei den ATP Finals auf und verdrängte Novak Djokovic vom Thron. Ähnlich wie damals der Brite nach den US Open weit abgeschlagen war, hat Zverev nun dank seiner Konstanz und den Blessuren des Spitzenreiters alle Trümpfe in der Hand, um als erst zweiter Deutscher nach Boris Becker den Sprung auf den Tennis-Thron zu schaffen.

Zwei Majorerfolge in einem Jahr? Sollten eigentlich für die Nummer 1 reichen. Das Problem für Alexander Zverev: Der aktuelle Weltranglisten-Erste Jannik Sinner hat ebenfalls ein überragendes Spieljahr hinter sich, zumindest, wenn er antreten konnte. Der Wimbledon-Titel, dazu die Reihe an Masters-Events – wo Zverev nicht sonderlich gut punkten konnte.
„In Paris war ich voller Stress, jetzt bin ich voller Freude. Ich bin einfach überglücklich, schwärmte Zverev nach seinem Erfolg, bei dem er in der Kabine ausgelassen mit Champagner herumgespritzt hatte und während der Siegerrede anrührend seiner Mutter dankte sowie den Vater zu Tränen rührte.
„Schon Mitte Oktober könnte es soweit sein. Es gibt nicht mehr allzu viel, das Alexander Zverev in seiner Tenniskarriere noch nicht erreicht hat. Er ist Olympiasieger und zweifacher Grand-Slam-Sieger, auch wenn er lange darauf warten musste“, hieß es in den Berichten über das „phänomenale Jahrdes 29-Jährigen, der nun nach der Nummer eins greift.
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