Die Modding-Community experimentiert mit Nvidias umstrittener DLSS-5-Technologie und injiziert den neuronalen Renderer in Spiele wie The Witcher 3 Remastered. Während die Gesichtszüge des Protagonisten Geralt von Riva deutlich an Realismus gewinnen, bricht die Bildrate je nach Hardwaresituation dramatisch ein.
Offiziell unterstützt derzeit lediglich der Titel NBA 2K27 das Verfahren, während andere angekündigte Spiele noch auf einen konkreten Implementierungstermin warten. Das hat die PC-Modding-Community jedoch nicht davon abgehalten, die Software nach einem massiven DLL-Leak in praktisch jeden erdenklichen Titel zu integrieren. Auch vor CD Projekt REDs Open-World-Rollenspiel-Meisterwerk machen die inoffiziellen Tools keinen Halt.
Grafische Verbesserungen im Detail: Geralt erhält ein künstliches Facelift
Besitzer von The Witcher 3: Wild Hunt — Remastered haben es bei der Injektion besonders leicht, da das Spiel bereits die gesamte standardmäßige DLSS-Palette unterstützt. Mithilfe von Tools wie dem ShortFuse DLSS 5 Tool und dem für seine zahlreichen Anpassungsoptionen bekannten Mod von Lecram lässt sich die neuronale Renderer-Technologie mit wenigen Handklicks aktivieren. Besonders im Fokus stehen dabei die Charaktere und vor allem Hauptfigur Geralt von Riva.
Obwohl das Remaster durch Path Tracing und Ray Reconstruction bereits stark von einer verbesserten Beleuchtung profitiert, blieben die Gesichter im Vergleich zur ursprünglichen 2015er-Fassung weitgehend unverändert. Angesichts von rund 35 Stunden Dialogen im Hauptspiel, bei denen die Kamera oft nah an die Gesichter heranzoomt, fiel dieser Umstand stark ins Gewicht. Die neuronale Nachbearbeitung fügt Gesichtern feine Nuancen hinzu, die zu einer deutlich realistischeren Darstellung beitragen. Gleichzeitig eliminiert der Algorithmus störende Unschärfen sowie spéculare Highlights, wodurch Bart- und Haarstrukturen sowie Kleidung wie die Nähte von Lederüstungen präziser und ohne Aliasing gerendert werden.

Leistungseinbrüche und Performance-Kosten im Technik-Test
Die spürbar gesteigerte Bildschärfe und der filmische Kontrast haben allerdings einen drastischen Preis. Detaillierte Messungen von Gamegpu belegen einen massiven Einbruch der Bildwiederholrate. Während eine Next-Gen-Version des Spiels mit aktiven DLSS-5-Profilen stabile 68 Bilder pro Sekunde liefert, halbiert sich die Leistung in der Remastered-Fassung unter identischen Szenen fast auf gerade einmal 38 FPS.
- In anspruchsvollen Szenen liefert das Remaster ohne DLSS 5 rund 46 FPS im Durchschnitt (42 FPS in Echtzeit).
- Bei zugeschaltetem DLSS 5 sinken diese Werte auf durchschnittlich 38 FPS (34 FPS in Echtzeit).
- Die komplexen Berechnungen der neuronalen Netzwerke zur Bildrekonstruktion lasten die Grafikkarte stark aus, selbst wenn die interne Basisauflösung verringert wird.
Einschränkungen der Injektions-Tools und offizielle Integration
Trotz technischer Erfolge bringen die externen Modifikationen unerwünschte Nebenwirkungen mit sich. Das ShortFuse-Tool dämpft helle Kontraste und führt zu Farbverschiebungen. Zwar erlaubt Lecrams aktualisierter Mod die Feinabstimmung von Farb- und Hueshift-Parametern, doch bleibt ein grundlegendes Problem bestehen: Die von der Mod bereitgestellten Modelle mit Bezeichnungen wie Default, Natural und Cinematic passen je nach Szenenbild nicht optimal in jede Spielsequenz.

Nvidia empfiehlt Entwicklern ausdrücklich, verschiedene Modelle auszuwählen, diese szenenübergreifend anzupassen und Parameter wie Struktur- und Tonintensität exakt einzustellen, um die künstlerische Integrität zu wahren. Eine derartige Feinabstimmung ist über externe Injektionswerkzeuge im laufenden Spiel kaum machbar, weshalb eine native Implementierung durch die Entwickler die einzig verlässliche Methode bleibt, um Artefakte zu vermeiden.
Why are those trees vibrating?
Bis offizielle Patches für weitere Spiele erscheinen, bleibt die Modding-Szene die einzige Anlaufstelle für Spieler, die den optischen Sprung auf eigene Faust wagen wollen. Nvidia hat in den kommenden Wochen und Monaten offizielle Ankündigungen zu weiteren unterstützten Titeln in Aussicht gestellt.
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