Betrüger in Österreich nutzen eine gefälschte Sicherheits-App für den Fernzugriff auf Bankkarten. Die Erste Bank und Sparkassen warnen aktuell davor, dass Kriminelle via WhatsApp schädliche Software verbreiten, um NFC-Funktionen und Kartendaten heimlich abzugreifen und Transaktionen aus der Ferne durchzuführen.
Die Methoden von Kriminellen sind so raffiniert geworden, dass niemand mehr vor Betrug gefeit ist, wie aktuelle Warnungen aus Österreich zeigen. Derzeit kursiert dort eine Masche, bei der Angreifer über eine manipulierte Sicherheits-App auf Bankkarten zugreifen. Vor allem Android-Geräte geraten dabei ins Visier der Täter, wie das Portal „Mimikama“ berichtet.”
Täuschend echte Bank-Anrufe und WhatsApp-Maschen
Der Betrug beginnt meist mit einem Telefonat. Dabei geben sich die Täter als Bankangestellte aus und erzählen, es habe einen unbefugten Zugriff auf das Konto gegeben oder man habe eine verdächtige Transaktion bemerkt. Um das Problem zu lösen, fordern sie die Angerufenen auf, über eine WhatsApp-Nachricht eine bestimmte Sicherheits-App zu installieren. Nach der Installation sollen die Betroffenen die NFC-Funktion – die Nahfeldkommunikation für kontaktloses Bezahlen – aktivieren und ihre Bankkarte an das Smartphone halten. Häufig fragen die Täter zusätzlich nach der Karten-PIN.

Das Perfide an dieser Methode: Die physische Karte verbleibt beim Opfer, während die Schadsoftware im Hintergrund die Kommunikation zwischen Karte und Smartphone in Echtzeit an ein entferntes Bezahlterminal oder einen Bankomaten weiterleitet. Die so erfassten Daten nutzen die Täter anschließend für betrügerische Transaktionen. Ein ähnlich ablaufender Vorfall wurde 2026 vom Sicherheitsunternehmen Group-IB mit der Schadsoftware „WindRelayin Tschechien, der Slowakei und Slowenien dokumentiert.
Klares Statement der Erste Bank und Sparkassen
Von Seiten der Ersten Bank und Sparkassen in Österreich wird ausdrücklich betont, dass man Kunden niemals per Telefon dazu auffordert, eine zugesandte Sicherheits-App zu installieren, die Karte an ein Mobiltelefon zu halten oder die PIN der Karte preiszugeben. Wer solchen Anweisungen folgt, riskiert einen massiven Missbrauch der Bankkarte und schwere finanzielle Schäden.
Als konkrete Warnsignale, die Betroffene sofort misstrauisch machen sollten, gelten unerwartete Anrufe vor angeblichen Sicherheitsproblemen, Aufforderungen zur Installation von Apps via WhatsApp, das Heranführen der Bankkarte an das Handy sowie Abfragen der PIN am Telefon oder in einer App.
Ähnliche Gefahren bei WhatsApp-Kontoübernahmen
Neben dem Bankkarten-Betrug warnt auch die Polizei Zwickau aktuell vor einer weiteren Betrugsmasche über WhatsApp, bei der Angreifer komplette Konten übernehmen und Kontakte um Geld bitten. Seit Mitte August verzeichnete die dortige Polizeidirektion bereits zwölf derartige Betrugsdelikte, bei denen die Täter Summen zwischen 500 und 615 Euro erbeuteten.
Bei dieser Methode erhalten Nutzer Nachrichten mit der Bitte, an einer Sport-Umfrage teilzunehmen oder einen QR-Code zu scannen. Durch das Scannen verknüpfen die Angreifer im Hintergrund eines ihrer Geräte mit dem Account des Opfers, was eine reguläre Funktion von WhatsApp ist. Die Täter schreiben anschließend im Namen der Betroffenen deren Kontakte an und fordern unter verschiedenen Vorwänden Geld.
Betroffene von Kontoübernahmen oder Zahlungsbetrug sollten ihre Kontakte umgehend über einen anderen Kommunikationsweg warnen, Nachrichten, Telefonnummern sowie Zahlungsdaten sichern und die Polizei informieren.
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