Ukrainische Streitkräfte setzen im Rahmen der Offensive Operation Vivaldi
in der Region Donezk verstärkt unbemannte Bodenfahrzeuge ein. Die Roboter übernehmen an der Front logistische Aufgaben, Minenräumungen und Angriffe, um menschliche Verluste im andauernden Krieg zu minimieren.
Taktischer Einsatz unbemannter Bodenfahrzeuge in der Region Donezk
Im Norden von Donezk nutzt das Dritte Armeekorps der Ukraine ein Netzwerk aus Luft- und Bodendrohnen, um Minenfelder anzulegen sowie zu räumen und gleichzeitig feindliche Stellungen anzugreifen. Diese Einsätze sind Teil der jüngsten Offensive Operation Vivaldi
, die rund um die Stadt Lyman durchgeführt wird. Nach Angaben der militärischen Führung konnte in diesem Sektor ein Gebiet von rund 125 Quadratkilometern zurückgewonnen werden.
Brigadier General Andrii Biletskyi, Kommandeur des Dritten Armeekorps, beschreibt den schrittweisen Ersatz von Infanteristen durch unbemannte Bodenfahrzeuge (UGV) als die nächste Revolution im modernen Kriegswesen. Die Einheiten versuchen, etwa ein Drittel der Fronttruppen bis zum Jahresende durch automatisierte Systeme zu ersetzen.

Rolle von Bodenrobotern bei Logistik und Minenräumung
Bodendrohnen sind überwiegend Ketten- oder Radfahrzeuge, die für eine Traglast von bis zu 400 Kilogramm ausgelegt sind. Sie sind auf dem Schlachtfeld geräuscharm und werden gezielt für zeitaufwendige oder extrem gefährliche Aufgaben eingesetzt.
„Es ist definitiv besser, nachts Minen zu legen, da der Feind unsere UGVs nicht sehen kann.“
Serhii Tischenko, Kommandeur des 96. Unterstützungsbataillons, via Business Insider
In einer typischen Nacht verlegen die Fahrzeuge Minenfelder, während tagsüber Angriffsoperationen gefahren werden. Laut militärischen Berichten kann eine Bodendrohne innerhalb von zwei Tagen ein Minenfeld anlegen, wofür menschliche Pioniere rund zwei Wochen benötigen würden. Neben dem Minenlegen und -räumen übernehmen die Systeme auch den Transport von Munition, Verpflegung und die Evakuierung von Verwundeten über Distanzen von mehr als zehn Kilometern.
Kampfeinsätze und technologische Kooperationen
Neben logistischen Aufgaben werden UGVs zunehmend direkt in Kampfhandlungen eingebunden. Ein konkreter Erfolg wurde der Einheit NC13 zugeschrieben: Ein mit einem 12,7-mm-Browning-Maschinengewehr bestückter Roboter vom Typ Droid TW-12.7 stoppte einen feindlichen Angriff in einem zwanzigminütigen Gefecht, tötete sechs Angreifer und sicherte die Positionen.

Experten weisen jedoch auch auf die Grenzen der Technik hin. Geopolitik-Experte Klemens Fischer merkt an, dass die verhältnismäßig langsamen Roboter durch schwieriges Gelände wie Schlamm oder Gräben behindert werden und auf offenem Feld anfällig für gegnerische Drohnen sind. Sie eignen sich daher vor allem für punktuelle Missionen und nicht zur Einnahme oder dauerhaften Haltung größerer Flächen.