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Technik und Wissenschaft

Windkraft in Ense: Akzeptanz sinkt wegen wachsender Anlagen deutlich

In Ense sinkt die Akzeptanz für Windkraft angesichts wachsender Anlagen deutlich. Obwohl bereits 28 Windräder stehen und elf Repowering-Vorhaben genehmigt sind, fordern Lokalpolitiker strengere Regeln und niedrigere Höhengrenzen, um den wachsenden Unmut der Anwohner und die Sorgen um die Landschaft einzudämmen.

Lange galt die Gemeinde Ense als Vorreiter der Windkraft, nachdem dort bereits in den 1990er Jahren das erste Windrad errichtet worden war. Doch mit den zunehmenden Ausmaßen der modernen Anlagen schwindet der Rückhalt in der Bevölkerung spürbar. Selbst Politiker, die die Energiewende grundsätzlich unterstützen, blicken neuen Vorhaben inzwischen deutlich kritischer entgegen, wie Recherchen des Soester Anzeiger zeigen.

Wachsende Dimensionen und Skepsis im Enser Gemeinderat

In Ense stehen derzeit 28 Windkraftanlagen, während elf Repowering-Vorhaben bereits genehmigt wurden. Dennoch zeigt sich ein spürbarer Wandel in der politischen Bewertung. SPD-Fraktionsmitglied Michael Heierhoff erklärt die Haltung seiner Partei: Wir als SPD stehen der Sache grundsätzlich positiv gegenüber, haben aber den Grundsatz, die Vorhaben kritisch zu begleiten. Sein Fraktionskollege Vetter ergänzt, dass es nach Ansicht der Fraktion so langsam reicht.

Ganz anders positioniert sich die AfD. Fraktionsvorsitzender Jens Loewer lehnt die Technologie ab und argumentiert, die Anlagen seien ideologiegetrieben und nicht die Lösung für bestehende Energieprobleme.

Belastung durch Lärm, Höhe und enge Abstände zu Wohngebieten

Die abnehmende Akzeptanz speist sich vor allem aus konkreten Belastungen vor Ort. Anwohner wie Michael Heierhoff, der direkt in der Nähe eines Windrades wohnt, spüren die Schallimmissionen jede Nacht. Auch Jens Loewer kritisiert die Lärmbelästigung und spricht von einer Verschandelung der Landschaft. Als besonders extrem nennt er ein Windrad in Ruhne, das aktuell 51 Meter misst und durch ein 260 Meter hohes Exemplar ersetzt werden soll. Solche Dimensionen stehen für Kritiker in keinem Verhältnis mehr.

Windkraft ist zum Reizthema geworden, bei dem neben sachlichen Argumenten auch sehr viele Emotionen eine Rolle spielen.

Hennecke, Lokalpolitiker

Hennecke verweist darauf, dass ein 250 Meter hohes Windrad in einem Abstand von weniger als 500 Metern zur Wohnbebauung eine völlig andere Wirkung entfaltet als ältere Anlagen. Bei Projekten in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern würde er heute intensiver darüber nachdenken, das gemeindliche Einvernehmen zu verweigern. Auch Jäkel fordert ein Vorgehen mit Augenmaß sowie eine bislang nicht existierende Höhengrenze für die Anlagen, da derzeit lediglich ein Mindestabstand zur Wohnbebauung existiert.

Bürgerbeteiligung und Forderungen nach neuer Speicherlandschaft

Christian Brunnberg kritisiert ebenfalls das Zubauen der Gemeindeflächen und fordert, Anlagen dort zu errichten, wo sie die geringsten Beeinträchtigungen für die Bevölkerung mit sich bringen. Mittlerweile haben wir einen Punkt erreicht, an dem die Stimmung kippt. Wir müssen die Bürger hier mitnehmen, so Brunnberg. Positiv bewertet er jedoch die Pläne der Gemeinde, zwei eigene Windenergieanlagen in Höingen zu errichten und so eine direkte Bürgerbeteiligung zu ermöglichen.

Kritik äußert Brunnberg zudem an der Verteilung der Lasten: Der ländliche Raum trage die Hauptlast für die Ballungsgebiete, in denen keine Windräder stehen können. Anstatt immer weiterer Anlagen fordert er den Ausbau einer regionalen Speicherlandschaft. Solche Speicher könnten Dunkelflauten gut überbrücken, seien vergleichsweise kompakt und ließen sich unkompliziert im Gemeindegebiet unterbringen.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.