Ein ehemaliger Fernsehjournalist ist am Dienstag in der ugandischen Königsregion Tooro zum neuen Monarchen gekrönt worden. Edward Rukidi Nyabongo I trat die Nachfolge des im August verstorbenen Königs Oyo Nyimba an, womit ein heftiger und öffentlich ausgetragener Erbstreit über die künftige Führung des Reiches vorerst beendet wurde.
Edward Rukidi Nyabongo I besteigt den Thron in Fort Portal
In der Kulturhauptstadt Fort Portal im Westen Ugandas ist der 56-jährige Edward Rukidi Nyabongo I im Rahmen einer traditionellen und rituellen Zeremonie zum 13. König des Batooro-Volkes proklamiert worden. Der ehemalige Nachrichtenredakteur und Moderator des staatlichen Rundfunksenders Uganda Broadcasting Corporation trat den Gang zum historischen Karuziika-Palast in den frühen Morgenstunden zwischen Mitternacht und drei Uhr an, wie unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.
Der feierliche Ablauf schloss eine symbolische Nachstellung eines traditionellen Kampfes, die rituelle Schlachtung eines Bullen sowie das Besprengen mit Hühnerblut ein. Ehemalige Kollegen beschrieben den neuen Herrscher als bodenständig und bescheiden. Zu den geladenen Gästen der Krönungsfeierlichkeit zählte auch der ugandische Präsident Yoweri Museveni, der den Übergang vor Ort begleitete.
Hintergrund des Machtwechsels und heftiger Streit um die Nachfolge
Die Krönung des ehemaligen Journalisten macht dem Machtvakuum ein Ende, das durch den Tod von König Oyo Nyimba Kabamba Iguru Rukidi IV im August entstanden war. Der frühere Monarch war am 27. August im Alter von 34 Jahren in den Vereinigten Staaten an einer aggressiven Krebserkrankung namens Angiosarkom gestorben. Seine Beisetzung fand am 12. September an den Karambi-Königstribünen statt.

Der Verlust des früheren Boy Kings, der 1995 im Kleinkindalter von drei Jahren den Thron bestiegen hatte und als weltweit jüngster Monarch weltweite Bekanntheit erlangte, riss eine tiefe Lücke. Sein plötzliches Ableben löste jedoch sofort verheerende interne Spannungen aus.
Die Königsmutter Best Kemigisa und Prinzessin Ruth Komuntale traten vehement gegen die Thronbesteigung des neuen Königs auf. Medienberichten zufolge legten sie formelle Einwände ein und argumentierten, der verstorbene König habe in einem Testament einen jungen Sohn als rechtmäßigen Erben hinterlassen. Das regierende Clan-Gremium der Babiito, ein aus 21 Mitgliedern bestehendes Komitee, setzte sich über diese Einwände hinweg, wählte den Vetter des verstorbenen Herrschers aus und überging damit die direkte Thronfolgelinie.
Politische Bedeutung der ugandischen Königshäuser
Uganda ist eine verfassungsmäßige Republik mit einer gewählten Staatsführung, in der die traditionellen Königreiche seit ihrer Wiederzulassung im Jahr 1993 keine formellen politischen Befugnisse mehr ausüben. Sie bleiben jedoch wichtige kulturelle Symbole. Sie sind gesetzlich zur politischen Neutralität verpflichtet, besitzen aber unter ihrer Bevölkerung als Bewahrer von Identität und Tradition immense moralische Autorität.

Bei den Feierlichkeiten mahnte Präsident Museveni die Bewahrung traditioneller Werte an und verwies auf gesellschaftliche Probleme wie die HIV-Verbreitung in Westuganda.
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