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Wall Street sinkt durch Anleiherenditen und geopolitische Spannungen

Anleiherenditen auf Mehrjahreshochs, steigende Ölpreise und geopolitische Spannungen haben die Wall Street am Montag, den 28. September 2026, belastet. Die wichtigsten Indizes verzeichneten Kursverluste, während Nvidia mit einem Rekord-Aktienrückkauf gegen den Trend zulegte.

Die US-Börsen sind mit spürbaren Verlusten in die letzte Septemberwoche des Jahres 2026 gestartet. Belastend wirkten vor allem kräftig steigende Renditen am Anleihemarkt sowie volatile Ölnotierungen, die durch neue diplomatische Verwicklungen um den Iran angetrieben wurden (so berichtet Reuters). Der Dow Jones Industrial Average sank um 233,07 Punkte beziehungsweise 0,45 Prozent auf 51.595,55 Zähler, wobei CNBC einen Rückgang von 325 Punkten bzw. 0,6 Prozent meldete. Der S&P 500 verlor 42,06 Punkte oder 0,54 Prozent und schloss bei 7.701,35 Punkten, während NBC News einen Minuswert von 0,5 Prozent und CNBC einen Rückgang von 0,7 Prozent angaben. Der Nasdaq Composite gab um 163,75 Punkte beziehungsweise 0,60 Prozent auf 26.904,96 Zähler nach, wobei CNBC einen Verlust von 0,8 Prozent verzeichnete (gemäß den Marktdaten von Reuters). Im S&P-Bereich gab es laut CNBC im Tagesverlauf zeitweise noch deutlichere Rücksetzer bis zu einem Minus von etwa 1 Prozent, bevor sich die Kurse von ihren Tagestiefs erholten (wie CNBC anmerkte).

Ölpreise und geopolitische Spannungen nach Trumps Absage

Im Zentrum der Unruhe standen am Montag die Entwicklungen im Nahen Osten und deren Folgen für die Rohölmärkte. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende erklärt, er habe einen Friedensvorschlag des Iran abgelehnt, mit dem die Wiederöffnung der Straße von Hormus gefordert wurde, durch die zuvor kritische Energielieferungen flossen (berichtet NBC News).

„Sie wollen eine Vereinbarung treffen, und ich denke, das ist in Ordnung. Ich schließe auch gerne Deals ab, aber … diese Vereinbarung wäre nicht akzeptabel, sagte Präsident Donald Trump gegenüber NBC News.

Traders work on the floor at the New York Stock Exchange (NYSE) in New York City, U.S., September 25, 2026. REUTERS/Brendan
Foto: reuters.com

Nach dieser Absage an das von Iran im Zuge der UN-Vollversammlung in New York übermittelte Angebot schnellten die Rohölpreise zunächst massiv nach oben (erläutert Reuters). Zeitweise kletterte die Nordseesorte Brent über 108 US-Dollar je Barrel (so NBC News). Die Notierungen gaben im Tagesverlauf jedoch einen Teil dieser kräftigen Aufschläge wieder ab. Grund dafür waren Berichte, wonach Katar als Vermittler auftreten und Gespräche führen will (führt Reuters aus). NBC News berichtete zudem, dass Vermittler planten, sich separat mit US- und iranischen Beamten zu treffen, um den Stillstand im Krieg mit dem Iran zu besprechen. Die semioffizielle iranische Nachrichtenagentur ISNA spielte diese Treffen herunter und erklärte, Außenminister Abbas Araghchi würde teilnehmen, es würden jedoch keine US-Vertreter anwesend sein. Zudem signalisierten Medienberichte, dass Washington möglicherweise wirtschaftliche Zugeständnisse oder Sanktionserleichterungen in Nuklearfragen zur Wiederbelebung von Verhandlungen erwäge (berichtet NBC News und CNBC). Schließlich schloss der internationale Leitindex Brent bei 105,28 US-Dollar je Barrel, was einem moderaten Tagesplus von 0,9 Prozent entspricht. Das Wall Street Journal wies darauf hin, dass der Frontmonatskontrakt deutlich höher gehandelt wurde als der Dezemberkontrakt, was auf knappe Vorräte hindeute.

Rekordrenditen bei US-Staatsanleihen und neue Zinssorgen

Die steigenden Energiepreise schüren erneut Inflationsängste und treiben die Renditen am US-Anleihemarkt in beachtliche Höhen (analysiert Reuters). Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe kletterte am Montag auf bis zu 5,27 Prozent und markierte damit den höchsten Stand seit Mitte Juni 2007 (berichtet NBC News). Laut CNBC stieg sie über 5,2 Prozent. Auch andere Laufzeiten bewegten sich spürbar: Die 30-jährige Anleihe erreichte Renditen, wie es sie seit Mai 2004 nicht mehr gegeben hatte, wobei CNBC einen Wert von über 5,5 Prozent nannte. Zweijährige Papiere kletterten auf Stände wie zuletzt im Jahr 2024 (ergänzt NBC News).

Wall Street sinkt durch Anleiherenditen und geopolitische Spannungen
Foto: CNBC

Die Marktteilnehmer preisen angesichts dieser Konstellation eine höhere Wahrscheinlichkeit für weitere geldpolitische Schritte der US-Notenbank Federal Reserve ein (so Reuters). Laut dem FedWatch-Tool der CME Group liegt die implizite Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um mindestens 25 Basispunkte bei der kommenden Fed-Sitzung im Oktober mittlerweile bei 68,1 Prozent, verglichen mit 57,6 Prozent eine Woche zuvor und 17,7 Prozent im Vormonat (meldet Reuters). Justin Bergner von Gabelli Funds erklärte gegenüber CNBC, dass die Renditen heute spürbar wieder angestiegen seien, was eine verständliche Schwäche im Markt verursache. Er ergänzte, dass der Wettbewerb um Kapital durch Ausgaben von KI-Hyperscalern zusammen mit höheren Zinsen die Verbraucher unter Druck setze.

„Der Iran treibt die Ölpreise an, die Ölpreise treiben die Inflation an und die Inflation treibt die Zinsen an, sagte Jack Ablin von Cresset Capital Management gegenüber Reuters.

Der Analyst Ed Yardeni von Yardeni Research schrieb am Samstag, dass die Frage nun sei, ob rapide steigende Zinsen der Weltwirtschaft den Wind aus den Segeln nehmen würden, da höhere Sätze zudem die Aussichten für große Staatsdefizite weltweit verschlechtern würden (berichtet NBC News). Auch Fed-Gouverneurin Lisa Cook betonte am Montag, dass sie in den kommenden Monaten anhaltenden Inflationsdruck durch die starke Nachfrage im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie durch höhere Ölpreise erwartet (so Reuters).

Nvidias Milliarden-Aktienrückkauf stemmt sich gegen den Tech-Abwärtstrend

Nicht alle Technologiewerte folgten dem breiten Markttrend nach unten (berichtet CNBC). Während Papiere wie Advanced Micro Devices um rund 4 Prozent und Micron Technology um etwa 2 Prozent nachgaben und auch Amazon, Microsoft sowie Meta Platforms Kursverluste von etwa 1 Prozent bzw. 4 Prozent verzeichneten, zeigte sich Nvidia robust (so CNBC).

Der Chipgigant legte um etwa 2 Prozent zu, nachdem das Unternehmen am Montag die Pläne für ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 150 Milliarden US-Dollar bekanntgab (berichtet Reuters). Damit erhöht sich das gesamte autorisierte Rückkaufvolumen des Konzerns auf 235 Milliarden US-Dollar (meldet CNBC). Dies folgte auf eine starke Vorwoche, in der Meta fast 13 Prozent zulegte, während Microsoft über 4 Prozent und Apple sowie Nvidia jeweils mehr als 1 Prozent stiegen (berichtet CNBC).

Goldman Sachs-Analysten merkten an, dass Aktien trotz Inflation und steigender Renditen weitgehend resilient geblieben seien, da die Zinssteigerungen fast durch höhere Aktienpreise ausgeglichen wurden. Allerdings sei der diesjährige Anstieg des S&P 500 von etwas über 12 Prozent primär durch wenige Sektoren getrieben: Informationstechnologie legte um 28 Prozent zu und Energie um 38 Prozent, während Finanz-, Immobilien-, Versorgungs- und Konsumsektoren jeweils weniger als 10 Prozent gewannen (berichtet NBC News). Auf der Verliererseite stand unter anderem Tesla. Das Papier gab um mehr als 3 Prozent nach, nachdem J.P.Morgan das Kursziel gesenkt und auf schwache Auslieferungen im dritten Quartal verwiesen hatte (berichtet Reuters).

Wichtige Konjunkturdaten stehen bevor

Für die weitere Richtung der Märkte blicken Anleger nun auf die anstehenden Wirtschaftsberichte der laufenden Woche (führt Reuters aus), einschließlich einer Auswertung zur Inflation und zum Arbeitsmarkt, die am Freitag mit dem Regierungsbericht zu den Lohn- und Gehaltslisten gipfelt (berichtet Reuters).

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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