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Welt

Ukraine: Russischer Angriff auf Nationale Akademie der Wissenschaften in Kyjiw

Russische Luftangriffe haben am 28. September 2026 das Gebäude der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Kyjiw sowie medizinische Einrichtungen und Wohnviertel in mehreren ukrainischen Städten getroffen. Nach offiziellen Angaben der ukrainischen Behörden und des Präsidenten lösten die Angriffe schwere Brände, Verletzte und Todesopfer aus.

Die ukrainische Hauptstadt erlebte am Sonntag eine Welle schwerer Luftschläge. Ein russischer Angriff traf das historische Gebäude der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Kyjiw, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte. Der Einschlag verursachte massive Schäden und ein schweres Feuer im Inneren des Gebäudes, das sich nur etwa 150 Meter Luftlinie von der deutschen Botschaft entfernt befindet.

Rettungskräfte waren im Großeinsatz. In den sozialen Medien verbreitete Videos zeigten Flammen, die aus den oberen Stockwerken schlugen, während Menschen auf den Fenstersimsen auf die Feuerwehr warteten. Der Kyjiwer Bürgermeister Vitali Klitschko meldete über den Nachrichtendienst Telegram mindestens eine Tote und drei Verletzte in Folge eines Drohnenangriffs auf ein Nichtwohngebäude im historischen Stadtkern. Die Nationale Akademie der Wissenschaften selbst hatte zu den unmittelbaren Folgen keine eigene Mitteilung veröffentlicht; laut Angaben der Einrichtung wurden seit Beginn der russischen Vollinvasion bereits mehr als 300 Gebäude der Akademie beschädigt oder zerstört.

Treffer in Kyjiwer Klinik und Reaktionen der Bundesregierung

Neben der Wissenschaftsakademie traf eine Serie von Angriffen auch eine medizinische Einrichtung in der ukrainischen Hauptstadt. Derzeit versuchen die Rettungskräfte, den Brand schnellstmöglich zu löschen, schrieb Selenskyj auf Telegram. Die private Klinikkette Dobrobut bestätigte der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine den Einschlag in einer ihrer Einrichtungen, die sich in einem Gebäude befindet, das zuvor von Ukrtelecom genutzt wurde.

Ukraine: Russischer Angriff auf Nationale Akademie der Wissenschaften in Kyjiw
Foto: rferl.org

Die deutsche Botschaft, deren Gebäude sich unweit des beschädigten Akademiegebäudes befindet, blieb unversehrt. Die Angehörigen der Botschaft sind alle unversehrt geblieben, teilte die Vertretung mit, kündigte jedoch eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen an.

Der Angriff fällt in eine Phase politischer Verhärtung. Im Gespräch mit seinem niederländischen Amtskollegen Tom Berendsen in Den Haag betonte er, dass Folgetreffen nur bei ernsthafter Verhandlungsbereitschaft Russlands Sinn ergeben. Die Reaktion des russischen Außenministers Sergej Lawrow zeige das Gegenteil. Das Auswärtige Amt in Berlin warf Moskau zudem vor, ein zuvor stattgefundenes Ministertreffen für Propagandazwecke instrumentaliert zu haben.

#Russland #greift die Nationale Akademie der Wissenschaften im Zentrum von #Kyiv an

Tödliche Schläge in Charkiw und Dnipro

Die Angriffe erfassten am 28. September auch weitere ukrainische Großstädte. In Charkiw schlug nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terekhov eine russische Lenkgleitbombe in ein mehrstöckiges Wohngebäude ein. Bei dem nächtlichen Angriff wurden mindestens 35 Menschen verletzt, darunter zehn Kinder. Rettungskräfte schlossen die Suche unter den Trümmern später ab.

Ukraine: Russischer Angriff auf Nationale Akademie der Wissenschaften in Kyjiw
Foto: tagesspiegel.de

Im Kyjiwer Umland meldete Selenskyj zwei Tote, darunter einen aserbaidschanischen Staatsbürger. Das aserbaidschanische Außenministerium bestätigte den Todesfall und kündigte konsularische Hilfe bei der Überführung des Leichnams an. Die jüngsten Angriffe folgen auf eine weitere Bombardierung am 27. September, bei der landesweit acht Menschen getötet worden waren.

Zwangsverwaltung für Metro und Gegenangriffe in Russland

Parallel zu den Kampfhandlungen auf ukrainischem Gebiet verschärfte Moskau den wirtschaftlichen Druck auf westliche Unternehmen. Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete ein Dekret, das die Vermögenswerte des deutschen Handelskonzerns Metro in Russland unter vorübergehende staatliche Verwaltung stellt. Metro betreibt in dem Land noch 91 Märkte. Der Schritt erfolgt in einer Phase starker Spannungen; zuvor waren im September bereits der Lebensmittelhersteller Nestlé und die französische Warenhauskette Auchan unter externe Kontrolle gestellt worden.

Auf ukrainischer Seite verzeichneten die Streitkräfte nach eigenen Angaben Geländewinne. So seien im Norden der Region Donezk drei weitere Dörfer befreit worden. Zudem bestätigte der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU einen Angriff auf russische Treibstoffinfrastruktur in der südlichen Region Krasnodar, bei dem vier Öllager getroffen worden sein sollen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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