Zum Inhalt springen
Welt

Bangkok Ruft Nach Starkregen In Allen 50 Stadtbezirken Katastrophenfall Aus

Bangkok hat nach fast 300 Millimetern Dauerregen für alle 50 Stadtbezirke den Katastrophenfall ausgerufen. Gouverneur Chadchart Sittipunt meldete eine inzwischen stabilisierte Lage, während Anwohner in den überschwemmten Straßen mit hüfthohem Wasser und überlaufenden Kanälen kämpfen.

Die thailändische Hauptstadt versinkt nach tagelangem Starkregen in den Fluten. Die Behörden in Bangkok riefen am Samstag für alle 50 Stadtbezirke den Katastrophenfall aus, nachdem es seit dem Donnerstagnachmittag beinahe ununterbrochen geschüttet hatte. Fast 300 Millimeter Niederschlag fielen in diesem Zeitraum, was das städtische Entwässerungssystem massiv überlastete und zahlreiche Straßen sowie Ufergebiete überschwemmte. In einigen Gegenden stehen Autos halb unter Wasser, und Menschen bewegen sich hüfttief durch die Fluten. Seit dem 24. September ist fast diese Menge an Niederschlag gefallen.

Ausnahmezustand in allen 50 Bezirken und dramatische Lage an den Kanälen

Die Wassermassen drängen vor allem aus den angeschwollenen Kanälen in Wohngebiete und Geschäfte. Besonders der Osten der Metropole ist nach Angaben der Stadtverwaltung schwer betroffen. Bangkok Governor Chadchart Sittipunt erklärte, die Situation «droht, das Leben der Menschen zu gefährden» sowie Schäden an öffentlichen und privaten Eigentum zu verursachen. Viele Geschäfte und Restaurants an den Ufern stehen komplett unter Wasser, und der öffentliche Straßenverkehr kam in weiten Teilen der Stadt zum Erliegen. Die 67-jährige Händlerin Somkid Pheuk-ngam, die im Norden der Stadt an einem Kanal wohnt, hält ihren Laden seit zwei Tagen dicht.

Bangkok: Stadt ruft wegen Überschwemmungen Notstand aus
Foto: Blick

«Das Wasser steigt immer weiter. Es ist jetzt schwierig, rauszugehen. Es steht mir mittlerweile bis zur Hüfte»

Somkid Pheuk-ngam, Anwohnerin und Händlerin

Sie schätzt die Situation sogar noch schlimmer ein als bei der historischen Flut im Jahr 2011, bei der über 500 Menschen ums Leben kamen. Anwohner, deren Häuser sich in der Nähe der Kanäle befinden, wurden von den Behörden gewarnt, dass sie gefährdet sind, und erhielten die Empfehlung, ihre Habseligkeiten in die oberen Stockwerke zu bringen.

Reaktionen der Behörden und Infrastruktur unter Druck

Gouverneur Chadchart Sittipunt wandte sich über soziale Netzwerke an die Öffentlichkeit, um über die Hilfsmaßnahmen zu informieren. Er erklärte, dass die Stadt ihr Bestes gibt, um das Wasser abzupumpen, die Kanäle jedoch bereits voll und bis zu ihren Grenzen gefüllt sind. Die Armee berichtete, dass sie temporäre Notunterkünfte und Feldküchen bereitstellt, wobei betroffene Bürger Schulen als temporäre Unterkünfte nutzen können. Zudem wurden Tempel und Schulen in der Hauptstadt zu Notunterkünften umfunktioniert.

Bangkok Ruft Nach Starkregen In Allen 50 Stadtbezirken Katastrophenfall Aus
Foto: 20 Min

«Wir versuchen, Wasser abzupumpen, aber die Kanäle sind voll»

Chadchart Sittipunt, Gouverneur von Bangkok

Gouverneur Sittipunt empfahl den Einwohnern, ihre Autos in Sicherheit zu bringen, wofür ein Parkhaus kostenlos bis zum 2. Oktober nutzbar war, und riet auf medizinische Hilfe angewiesenen Menschen, sich in Krankenhäuser zu begeben. Den Bewohnern wurde geraten, zu Hause zu bleiben und nicht zu reisen. Der Hauptflughafen der Stadt, Suvarnabhumi, arbeitet derweil normal, wobei Reisenden jedoch geraten wurde, zwei bis drei zusätzliche Stunden für ihre Pläne einzuplanen.

Strukturelle Ursachen und Aussichten für die kommenden Tage

Meteorologen warnen derweil, dass für das Wochenende Gewitter erwartet werden, was bedeuten könnte, dass auch weitere Kanäle überlaufen. Zwar wird für die gesamte Woche weiterer Regen prognostiziert, doch soll sich das Tiefdruckgebiet, welches die Regenfälle ausgelöst hat, in Richtung des zentralen Teils des Landes verschieben – während Bangkok im Süden liegt.

Bangkok declares flood disaster across city

Gouverneur Sittipunt erklärte am Samstag in den sozialen Medien, dass sich die Hochwassersituation inzwischen «stabilisiert» habe. Es werde schätzungsweise noch zwei bis drei Tage dauern, bis das Wasser abgeflossen sein wird, vorausgesetzt, es kommt nicht erneut zu starken Regenfällen. Innerhalb von 48 Stunden waren zuvor rund 30 Zentimeter Regen gefallen.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.