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steirischer herbst startet in Graz mit Motto Red Flags und Kritik an der Linken

Das Kunstfestival steirischer herbst hat am Donnerstagabend, dem 25. September 2026, auf dem Grazer Karmeliterplatz unter dem Motto „Red Flags begonnen. Intendantin Bettina Degot positionierte das Event als Warnsignal und kritisierte dabei die Linke für sozial freundlichere Care-Arbeit. Bis zum 18. Oktober 2026 läuft das Programm, während die Hauptausstellung bis 15. November zu sehen ist.

Das Motto „Red Flags“ dient in diesem Jahr nicht als revolutionäre Fahne, sondern als Warnsignal vor Zeichen, denen man lieber aus dem Weg gehen sollte. Bei der Eröffnung am Donnerstagabend auf dem Grazer Karmeliterplatz erklärte Festivalintendantin Bettina Degot, sie strebe kein Festival der Skandale, sondern ein Festival der Risiken an. Dabei kritisierte sie laut den Berichten auch die Linke scharf: Diese ersetze kritisches Denken durch sozial freundlichere Care-Arbeit und halte statt des Universalismus nur das Lokale hoch.”

Ein ehemaliges Schnitzellokal als Festivalzentrale im Bezirk Gries

Die diesjährige Hauptausstellung bricht bewusst mit dem Konzept eines Wohlfühlortes. Im Bezirk Gries, der als Brennpunkt gilt, bezog das Festival das ehemalige Schnitzellokal „3 Goldene Kugeln am Griesplatz 34. Das Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert und bietet ein leicht schmuddeliges Flair mit rustikalen Holzbänken und Plastikboden anstelle eines weißen Cubes. Hier fungiert das Haus als Festivalzentrale mit Café, Partymöglichkeit sowie Ausstellungsräumen im ersten und zweiten Stock.

Unter dem Titel Mikrokosmos des häuslichen Lebens in einer politischen Gefahrenzone präsentiert die Schau überwiegend Auftragsarbeiten. Besucher erwarten dort beunruhigende bis groteske Installationen und Werke. Darunter befindet sich ein Hörspiel von Max Höfler und Andreas Unterweger sowie Videoarbeiten der ukrainischen Künstlerin Alina Kleytman, die in ihrem Werk Thank you, Daddy mit Voyeurismus spielt.

Josefin Arnells Vampirfilm mit Florentina Holzinger als Höhepunkt

Als unbestrittenes Highlight der Ausstellung gilt ein experimenteller Vampirfilm der Künstlerin Josefin Arnell. Darin übernimmt Florentina Holzinger die Hauptrolle einer lesbischen Vampirmatriarchin im schweren Pelzmantel. Die Handlung dreht sich um eine Welt, in der Vampire plötzlich selbst gejagt werden, da ihr Biss schnelles Detox verspricht und Longevity-Treatments ersetzt. Holzingers Figur kämpft im Film nicht nur mit anstrengenden Fans und Zahnarztbesuchen, sondern auch um das Erbe von Schloss Riegersburg, wo sie einst ihre Liebhaberin aussaugte.

Ergänzt wird die atmosphärische Dichte der Schau durch weitere Arbeiten, wie etwa ein „Trade Wife-Fanzimmer von Gabriele Edlbauer und Julia S. Goodman. Darin lächeln konservative Politikerinnen wie Margaret Thatcher oder Condoleezza Rice von Tellern und Tapeten, während im Hintergrund vor Polyester-Hippie-Vorhängen ein Video über die mörderische Sekte Jonestown aus den 1970er-Jahren läuft.

Show-Wrestling und steirische Positionen im Programm

Eröffnet wurde der steirische herbst mit einem politisch aufgeladenen Show-Wrestling-Spektakel, inszeniert von dem in München lebenden Künstler und Kurator Julian Warner. Darin setzte sich der brave „Steirermanin einem Ringkampf gegen eine Koalition aus einem rechtspopulistischen falschen Propheten und dem bürgerlichen Lager durch.

Obwohl Intendantin Degot in ihrer Rede betonte, sie verteidige die internationale Ausrichtung des Festivals gegen Bestrebungen eines „Steirischmachens“, nimmt der „Steirermanauch abseits des Wrestlings einen festen Platz im Programm ein. Österreichische Positionen besitzen spürbares Gewicht.”

steirischer herbst 2012 / Grazer Kunstverein: Intolerance / Normality
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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