Der Österreichische Journalisten Club hat eine in Wien geplante Buchpräsentation der ehemaligen Journalistin Danielle Spera abgesagt. Als Grund nannte die Organisation akute Sicherheitsrisiken und die Beürchtung tumultartiger Störaktionen im September 2026.
Eine für den September 2026 vorgesehene Buchpräsentation mit der früheren Journalistin und ehemaligen Direktorin des Jüdischen Museums, Danielle Spera, ist vom Österreichischen Journalisten Club abgesagt worden. Bei der Veranstaltung hätte das gemeinsam mit der 99-jährigen Psychoanalytikerin Erika Freeman im Amalthea Verlag veröffentlichte Buch Mut – über 36 bedeutende jüdische Frauen
vorgestellt werden sollen.
Sicherheitsbedenken und abgesagte Buchpräsentation
Die Absage wurde von Spera selbst in den sozialen Medien öffentlich gemacht. In einer von ihr geteilten E-Mail begründete der Journalisten Club den Schritt mit akuten Sicherheitsrisiken. In dem Schreiben hieß es:
Wir können leider nicht die Sicherheit von Frau Spera gewährleisten und fürchten auch aufgrund ähnlicher Ereignisse in der Vergangenheit tumultartige Störaktionen.
Österreichischer Journalisten Club
Spera kommentierte die Mitteilung in ihrem Beitrag knapp mit den Worten Wien, im September 2026!
über die Plattform X und Instagram. Ihr Ehemann, der ehemalige ÖVP-Abgeordnete und Psychoanalytiker Martin Engelberg, teilte die Nachricht ebenfalls im Internet und kommentierte sie mit den Worten Soweit ist es gekommen.
Gegenüber oe24 zeigte sich Engelberg schockiert über die Entwicklung: Ich bin entsetzt, dass wir in Österreich schon so weit gekommen sind. Eine Buchpräsentation über jüdische Frauen kann nicht mehr stattfinden.
Engelberg vermutet hinter der Absage eine Art eines neuen Haltungsjournalismus, Kunst und Kultur gehen immer öfter vor anti-israelischen und anti-jüdischen Stimmungen ein
und fügte hinzu, dass jüdisches Leben in Österreich nicht mehr ungehindert stattfinden könne.
Reaktionen des Journalistenclubs und öffentliche Debatte
Der Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs, Christian Stöger, nahm im Forum unter dem Beitrag Stellung zu den Vorgängen. Er erklärte, dass man sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Terminfindung befunden habe und es noch gar keine fixe Zusage gegeben habe. Zudem verwies Stöger auf die Aufregung um die Aussagen von Bundespräsident Van der Bellen und die damit verbundene aufgeheizte politische Diskussion, die man nicht zusätzlich habe anheizen wollen. Man habe das Risiko anti-jüdischer und pro-palästinensischer Agitationen als zu groß eingeschätzt, zumal es solche Störaktionen im Rahmen von Diskussionsveranstaltungen bereits einmal gegeben hat. Auch sei es zu aufwändig gewesen, eine eigene Security für diesen Talk zu engagieren, was zudem hätte falsch verstanden werden können. Aus all diesen Gründen sah man sich veranlasst, diese politische Diskussion über jüdisches Leben in Wien und Österreich zum jetzigen Zeitpunkt nicht durchzuführen. Von seiten des Journalistenclubs war für oe24 zunächst niemand erreichbar.


Die Entscheidung stieß in den Kommentarspalten der sozialen Medien auf ein heftiges Echo. Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer reagierten fassungslos auf den Ausfall der Veranstaltung, wobei Kommentare wie Schäbig
, Das kann nur ein Scherz sein
, Wo leben wir?
sowie Erschreckend und absolut inakzeptabel
zu lesen waren. Der Vorfall entfacht eine breite Diskussion über die Sicherheitslage bei öffentlichen Veranstaltungen und den Schutz von Medienschaffenden.
Danielle Spera war von 2010 bis 2022 Direktorin des Jüdischen Museums in Wien und ist aktuell Geschäftsführerin von Kultur. Medien. Judentum., wo sie Kulturprojekte entwickelt. Bekannt wurde sie vor allem als langjährige Moderatorin der ZiB1 im ORF.
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