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Lars Klingbeil bringt Gesetz zur Frühstartrente für Kinder in Bundestag ein

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat am Freitag ein Gesetzesvorhaben zur sogenannten Frühstartrente in den Deutschen Bundestag eingebracht. Die Pläne der Bundesregierung sehen vor, dass der Staat künftig für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 18 Jahren einen monatlichen Betrag von zehn Euro in ein individuelles Vorsorgedepot einzahlt. Das neue Vorsorgemodell zielt darauf ab, Heranwachsende frühzeitig an eine kapitalgedeckte Altersvorsorge heranzuführen. Berechtigt sind alle Kinder und Jugendlichen, die ihren ersten Wohnsitz in Deutschland haben.

Einführung der Frühstartrente im Bundestag

Klingbeil begründete das Vorhaben im Parlament als Zeichen für eine bessere Gerechtigkeit. Noch immer entscheide viel zu häufig der Geldbeutel der Eltern darüber, welche Zukunft Kinder im Land haben. Mit der Frühstartrente wolle man diesen Zustand aufbrechen und dafür sorgen, dass alle Kinder von einer privaten Vorsorge profitieren können, so der SPD-Politiker.

Startbedingungen und Funktionsweise des Depots

Das Konzept startet mit dem Geburtsjahrgang 2020 und wirkt rückwirkend zum 1. Januar 2026. Ab 2027 kommt jeweils der Jahrgang der dann Sechsjährigen hinzu. Für frühere Geburtsjahrgänge der unter 18-Jährigen können ebenfalls Verträge geschlossen werden, allerdings ohne staatliche Zuwendungen. Eltern oder Großeltern haben die Möglichkeit, das Depot durch freiwillige Zahlungen aufstocken. Ab der Volljährigkeit kann das Altersvorsorgedepot eigenständig weiter bespart werden, wobei auch ein Wechsel zu einem anderen zertifizierten Altersvorsorgevertrag zulässig ist. Grundsätzlich ausgezahlt wird das geförderte Kapital erst ab Vollendung des 65. Lebensjahres.

Lars Klingbeil bringt Gesetz zur Frühstartrente für Kinder in Bundestag ein
Foto: epochtimes.de

Sollten Eltern kein eigenes Vorsorgedepot für ihr Kind eröffnen, verfällt die staatliche Förderung laut der Ausgestaltung des Gesetzes nicht. Stattdessen fließt das Geld in ein neu geschaffenes Sondervermögen des Bundes, das von der Deutschen Bundesbank verwaltet und breit gestreut am Kapitalmarkt investiert wird. Betroffene können dieses Vermögen bis spätestens zum 25. Lebensjahr in einen eigenen zertifizierten Altersvorsorgevertrag übertragen.

Finanzielle Aussichten und politische Debatte

Hinsichtlich der langfristigen Erträge rechnete der Bundesfinanzminister im Plenum vor, dass allein aus der staatlichen Förderung durch den Zinseszinseffekt bis zum Renteneintritt ein Betrag von 53.000 Euro entstehen kann. Sollten Eltern oder Großeltern monatlich 20 Euro dazugeben, erhöht sich die prognostizierte Summe nach Regierungsberechnungen auf 160.000 Euro. Die Kosten für die Förderung beziffert die Bundesregierung für 2027 auf 198 Millionen Euro, bis 2030 sollen die Ausgaben auf 411 Millionen Euro steigen.

Lars Klingbeil bringt Gesetz zur Frühstartrente für Kinder in Bundestag ein
Foto: Tagesschau

Im Parlament stieß das Gesetz neben grundsätzlicher Unterstützung aus Teilen der Opposition auch auf Kritik an der konkreten Ausgestaltung. Die AfD-Abgeordnete Iris Nieland bemängelte, dass die Summen nicht ausreichen würden, und forderte eine monatliche Einzahlung von 100 statt zehn Euro ab der Geburt, beschränkt auf deutsche Kinder mit tatsächlichem Daueraufenthalt in Deutschland. Der Grünen-Abgeordnete Stefan Schmidt kritisierte hingegen, dass ältere Jahrgänge von der Förderung ausgeschlossen seien. Vonseiten der Linken äußerte die Abgeordnete Lisa Schubert grundsätzliche Bedenken, weil staatliches Geld direkt in private Verträge fließe und es sich um private Kundenakquise handele.

Neben dem Vermögensaufbau soll die Initiative auch die finanzielle Bildung junger Menschen stärken. Die Bundesregierung kündigte an, in der zweiten Jahreshälfte eine entsprechende Finanzbildungsstrategie vorzulegen. Nach der ersten Beratung im Bundestag wurde der Gesetzentwurf zur weiteren Bearbeitung in die Ausschüsse überwiesen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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