Paramount hat eine Einigung mit zwölf Generalstaatsanwälten erzielt, um die Kartellklage gegen die 110 Milliarden Dollar teure Fusion mit Warner Bros. Discovery beizulegen. Während das Studio jährliche Filmquoten und US-Produktionsinvestitionen verspricht, bleiben Hollywood-Gewerkschaften und Beobachter angesichts möglicher Entlassungen skeptisch.
Die Einigung mit zwölf Bundesstaaten und die Auflagen für die Fusion
Nachdem Paramount eine Einigung mit den zwölf Bundesstaaten erzielt hatte, die die 110 Milliarden Dollar teure Fusion mit Warner Bros. Discovery auf dem Klageweg blockieren wollten, steht das Unternehmen kurz davor, zu einem der weltweit größten Filmstudios zu mutieren. Neben einer zusätzlichen Investition von mindestens 300 Millionen Dollar in Film- und Fernsehprojekte innerhalb der USA hat Paramount zugesagt, nach der Übernahme jährlich mindestens 30 Filme zu veröffentlichen.
Kaliforniens Attorney General Rob Bonta betonte in einer offiziellen Erklärung, dass die getroffene Vereinbarung darauf ausgelegt sei, eine konstante Filmproduktion sowie die heimische Produktion aufrechtzuerhalten, während sie gleichzeitig protecting the livelihoods of workers above and below the line
absichere. Kritiker merken jedoch an, dass Fusionswellen dieser Größenordnung zwangsläufig zu Entlassungen führen, weshalb Bontas Einschätzung, die Einigung protects workers, jobs, and Hollywood
, von Branchenkennern hinterfragt wird.
Ebenso äußerten sich der Präsident von SAG-AFTRA, Sean Astin, und Chefunterhändler Duncan Crabtree-Ireland in einer Stellungnahme. Sie dankten Bonta und wiesen darauf hin, dass die Vereinbarung the lowest standards that our employers must meet
darstelle.
Strenge Fünfjahresregeln und die Miramax-Klausel
Obwohl der Zusammenschluss Paramount und Warner Bros. Discovery dauerhaft verschmelzen würde, verlangt das Abkommen von dem neu entstehenden Unternehmen die Einhaltung spezifischer Vorgaben für einen Zeitraum von lediglich fünf Jahren. In den ersten zwei Jahren muss das fusionierte Studio entweder jährlich 30 Filme herausbringen oder andernfalls 30 Millionen Dollar pro Film in Gewerkschaftskassen für Kranken- und Ruhestandsversorgungen einzahlen. Während der darauffolgenden drei Jahre erhöht sich das Soll auf 32 Filme jährlich. Sollte die neue Firma diese Vorgaben während des Fünfjahreszeitraums verfehlen, droht ihr der zwangsweise Verkauf ihrer 49-prozentigen Beteiligung an Miramax Studios an einen Konkurrenten.
Betrachtet man die bisherigen Veröffentlichungen beider Konzerne getrennt, stellen diese Zielvorgaben einen deutlichen Sprung dar. In den vergangenen sechs Jahren – einschließlich der für 2026 eingeplanten Titel – veröffentlichte Paramount im Schnitt 15 Filme pro Jahr, während Warner Bros. Discovery auf einen Durchschnitt von 17 Filmen kam. Um Strafzahlungen in Millionenhöhe zu vermeiden, muss das fusionierte Unternehmen zusätzliche Projekte auf den Weg bringen. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die Einigung das Studio nicht dazu verpflichtet, sämtliche Projekte intern zu produzieren.
Stattdessen kann der Medienriese seine Verpflichtungen auch dadurch erfüllen, dass er fertige Filme von anderen Produktionshäusern einkauft und unter eigenem Namen vertreibt. Zudem zeigt eine Quote, dass lediglich 20 Prozent der Filme ein Produktionsbudget von über 50 Millionen Dollar aufweisen müssen.
Tom Cruise stärkt dem Vorhaben den Rücken
Mitten in die anhaltenden Branchendebatten hat sich Hollywood-Star Tom Cruise zu dem umstrittenen Deal geäußert. Während die juristischen Auseinandersetzungen um eine geforderte Sicherheit in Höhe von 1,88 Milliarden Dollar weiterlaufen und ein von zwölf Generalstaatsanwälten angestrengter Kartellprozess für den 2. März angesetzt ist, zeigt sich der Schauspieler unbeeindruckt.
erklärte Cruise während eines Auftritts in The Pat McAfee Show angesichts der Pläne von Paramount-CEO David Ellison, jährlich 30 Filme auf den Markt zu bringen. Der Hauptdarsteller begründete seine Unterstützung vor allem mit persönlichen Bindungen zur Belegschaft der Studios.
It’s a community to me. It’s not an industry. The people in these studios are not just people in the studios.
Tom Cruise, Schauspieler
sagte Cruise gegenüber dem Moderator. Angesichts der von Kritikern als unrealistisch eingestuften Produktionsziele betonte der Schauspieler: They’re going to deliver 30 movies.
Er rief die Künstlergemeinschaft dazu auf, sich gegenseitig bei der Umsetzung des ambitionierten Programms zu unterstützen.
“I know we’re going to get those 30 movies. I want us all to come together as a community to help make those 30 movies. It’s not just going to be, you know, Paramount doing it. Everyone’s going to need all the help of every artist to be able to do it.”
Tom Cruise, Schauspieler
Ausblick auf den Marken- und Marktstatus
Die rechtliche Auseinandersetzung um das fusionierte Unternehmen bleibt derweil dynamisch. Berichten zufolge soll die Führungsebene von Paramount mit einer Verlagerung von Operationen aus Los Angeles gedroht haben, falls bis zum 1. Oktober keine Einigung zustande kommt. Der für März terminierte Prozess vor einem Bundesgericht wird zeigen, ob die gesetzten Auflagen für die 110 Milliarden Dollar beziehungsweise von anderer Seite bezifferten 111 Milliarden Dollar schweren Fusion Bestand haben oder ob die Fünfjahresspanne den Weg für eine noch stärkere Marktkonzentration ebnet.
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