Das österreichische Nationalteam hat in Wien die Vorbereitung auf die kommenden Nations-League-Spiele aufgenommen und steht vor einem tiefgehenden Umbruch. Erstmals seit 2010 fehlen mit David Alaba, Marko Arnautović, Marcel Sabitzer, Konrad Laimer und Christoph Baumgartner fünf langjährige Leistungsträger im ÖFB-Aufgebot.
Die personelle Zäsur zwingt das Team von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick zu einer Neuordnung der teaminternen Hierarchien. Während Arnautović seine Nationalteamkarriere beendet hat, pausiert Sabitzer vorerst, und Alaba ist nach einer Verletzung noch nicht wieder matchfit. Auch Christoph Baumgartner fällt verletzt aus, während der angeschlagene Konrad Laimer nach dem zweiten Nations-League-Spiel zur Mannschaft stoßen soll.
Romano Schmid und Phillipp Mwene über die neue Verantwortung im ÖFB-Kader
Im Kader finden sich im Vergleich zur Weltmeisterschaft gleich zehn neue Gesichter, darunter fünf Debütanten. Das ÖFB-Team beginnt den Umbruch in einer ungewohnten Konstellation, die besonders die erfahreneren Akteure in die Pflicht nimmt. Romano Schmid, der nach seinem Debüt vor vier Jahren mittlerweile selbst schon bei 38 Länderspielen und vier Toren – je eines davon bei der EM 2024 und der WM 2026 – hält, sprach offen über die neue Situation im Kreis der Auswahl.
„Für mich persönlich ist das ganz komisch. Ich kenne das Nationalteam nur mit ihnen.
Romano Schmid
Schmid betonte zudem, dass die abwesenden Führungsspieler nicht eins zu eins zu ersetzen sind. „Das sind so gute Spieler, die man auch auf die Art und Weise, wie sie waren, nicht kompensieren kann, weil das einfach die besten Spieler waren, die Österreich jemals hatte“, erklärte Schmid, wohl vor allem auf Alaba und Arnautovic gemünzt. In der neuen und noch ungewohnten Situation sieht sich Schmid selbst auch gefordert. „Ich bin immer bereit, dass ich Verantwortung übernehme. Das will ich auf jeden Fall. Wie es dann wirklich aussieht, werden wir sehen“, erklärte der Steirer. Dennoch reiste der Mittelfeldspieler mit positiven Erfahrungen zum Team, immerhin gelangen ihm am Sonntag bei Frosinones 2:0-Erfolg gegen den Champions-League-Starter Como zwei Assists. „Die letzten zwei Spiele waren echt gut von mir. Das waren die ersten zwei Spiele, wo ich richtig zufrieden war mit meiner Leistung, sagte Schmid, der glücklich über seinen Wechsel in die Serie A ist.
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Ähnlich äußerte sich der 32-jährige Phillipp Mwene, der seinerseits bereits 32 Länderspiele absolviert hat. Der Mainz-Legionär gehört in der aktuellen Auswahl zu den routinierten Kräften und sagte angesichts von insgesamt zehn neuen Gesichtern im Vergleich zur WM: „Die Jungs, die schon ewig dabei waren, sind jetzt nicht da. Aber es ist auch einmal nett, neue Gesichter zu sehen und neue Jungs kennenzulernen. Wir werden einfach versuchen, das Beste daraus zu machen. Mwene erklärte seine Sicht der Dinge weiter:
„Ich glaube, dass wir jetzt alle mehr Verantwortung übernehmen müssen. Wir müssen jetzt diese Last, die die anderen vielleicht für uns getragen haben, auf unsere Schultern verteilen. Und wir müssen schauen, dass wir unseren Spielstil den jungen Spielern mitgeben, damit wir wieder eine neue Generation aufbauen.
Phillipp Mwene
Der aktuelle Kader für den Nations-League-Auftakt
Neben den etablierten Kräften hat das Trainerteam zahlreiche neue und junge Spieler in das Aufgebot berufen. Erstmals seit 2010 gibt es einen ÖFB-Kader, in dem keiner der fünf namhaften Abwesenden aufscheint, dafür stehen fünf Debütanten im Kader.
| Mannschaftsteil | Spieler und Vereine |
|---|---|
| Tor | Lukas Jungwirth (LASK, 0 Länderspiele), Alexander Schlager (Werder Bremen/GER, 30), Florian Wiegele (Viktoria Pilsen/CZE, 1), Christian Zawieschitzky (Red Bull Salzburg, 0) |
| Abwehr | David Affengruber (Fulham/ENG, 1/0 Tore), Felix Bacher (Olympique Lyon/FRA, 0), Kevin Danso (Sunderland/ENG, 36/0), Marco Friedl (Werder Bremen/GER, 12/0), Philipp Lienhart (Freiburg/GER, 43/3), Phillipp Mwene (Mainz/GER, 32/0), Stefan Posch (Mainz/GER, 56/5), Alexander Prass (TSG Hoffenheim/GER, 21/0), Nikolas Veratschnig (Red Bull Salzburg, 0), Maximilian Wöber (Schalke 04/GER, 31/0) |
| Mittelfeld | Carney Chukwuemeka (Borussia Dortmund/GER, 6/1), Christoph Lang (LASK, 0), Vasilije Markovic (Austria Wien, 0), Xaver Schlager (Nottingham Forest/ENG, 55/4), Romano Schmid (Frosinone/ITA, 38/4), Nicolas Seiwald (RB Leipzig/GER, 51/1), Paul Wanner (PSV Eindhoven/NED, 7/0), Patrick Wimmer (TSG Hoffenheim/GER, 32/1) |
| Angriff | Junior Adamu (Schalke 04/GER, 9/0), Michael Gregoritsch (FC Augsburg/GER, 78/24), Marco Grüll (Werder Bremen/GER, 8/0), Sasa Kalajdzic (LASK, 25/5) |
Veränderte Hierarchien und offene Kapitänsfrage
Durch den Ausfall und das Fehlen der fünf prominenten Leistungsträger werden sich nicht nur große Änderungen in der Hierarchie und im Mannschaftsrat ergeben, zumindest für die ersten beiden Partien muss auch ein Kapitän gefunden werden.
Romano Schmid sieht sich hier nicht in der Poleposition. „Ich denke, da gibt es schon noch zwei, drei Spieler in der Warteschleife, die das verdient haben, sagte der Mittelfeldspieler. Wie sich die neu formierte ÖFB-Auswahl in dieser Übergangsphase sportlich präsentiert, werden die anstehenden Partien zeigen, in denen die Mannschaft beweisen muss, dass sie den veränderten Kurs tragen kann.
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