Die Störung traf mehrere internationale Flughäfen und fiel kurz vor Beginn der UNO-Generaldebatte ausgerechnet in den kritischen Reisezeitraum.
Glasfaserkabel in New Jersey durchtrennt
Technische Probleme im Nordosten der Vereinigten Staaten haben am Montag für massives Chaos im Luftverkehr gesorgt. Ausgerechnet an dem Tag vor dem Beginn der UNO-Generaldebatte in New York kam es zu abrupten Flugverboten und weitreichenden Verspätungen an mehreren wichtigen Drehkreuzen auf den örtlichen Airports. Betroffen von dem plötzlichen Ausfall der Funk- und Radaranlagen waren der John F. Kennedy International Airport, der LaGuardia Airport sowie der Newark Liberty International Airport.
Wie die Federal Aviation Administration (FAA) bestätigte, war ein Schaltkreisausfall in der Terminal Radar Approach Control in Philadelphia die Wurzel des Problems. Schuld an dem Totalausfall war ein handfester Unfall auf einer Baustelle: Bauarbeiter hatten versehentlich eine Glasfaserkabelverbindung in New Jersey durchtrennt. Die beschädigte Leitung wurde in der Folge repariert, woraufhin sämtliche Flughäfen im Nordosten den Betrieb wieder aufnahmen, wie Verkehrsminister Sean Duffy über die Plattform X mitteilte. Bis sich der Rückstau aufgelöst und alle verspäteten Maschinen abgefertigt waren, dauerte es jedoch einige Zeit.
Abgesagtes Treffen zwischen Christian Stocker und Mark Carney
Das unerwartete Verkehrschaos verhinderte auch die pünktliche Anreise des kanadischen Premierministers. Mark Carney konnte nicht wie geplant zu den diplomatischen Terminen in New York erscheinen. Ein für Montagabend (Ortszeit) angesetztes Arbeitsgespräch mit Bundeskanzler Christian Stocker musste deshalb kurzfristig abgesagt werden, wie das Büro des Bundeskanzlers mitteilte.

Europäische und kanadische Bündnispolitik im Fokus
Trotz des geplatzten Termins äußerte sich Bundeskanzler Christian Stocker vor österreichischen Medien in New York zu den politischen Rahmenbedingungen und den transatlantischen Beziehungen. Vor dem Hintergrund des aggressiven Kurses der Vereinigten Staaten unter US-Präsident Donald Trump sucht das zweitgrößte Land der Erde verstärkt nach neuen Allianzen, wobei auch ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union im Raum steht.

Man sieht schon, dass die Politik der Vereinigten Staaten sich nicht nur auf Kanada, sondern auf Europa und darüber hinaus auswirkt, auch im Hinblick auf den Konflikt im Nahen Osten und dem Krieg im Iran.
Christian Stocker, Bundeskanzler, via Oe24
Kanada verfolge in dieser Phase einen konsequenten Weg, lobte der Bundeskanzler. Angesichts dieser geopolitischen Dynamiken müsse auch die EU Anstrengungen unternehmen, sich breiter aufzustellen, neue Verbündete zu finden, andere Bündnisse außerhalb der Vereinigten Staaten zu stärken, ohne die transatlantische Beziehung zu verlieren. Die Idee einer assoziierten Mitgliedschaft Kanadas bewertete Stocker als durchaus verfolgenswert, betonte jedoch gleichzeitig, dass ein solcher Schritt auch für andere fair gestaltet sein müsse.