Zum Inhalt springen
Welt

Linke wird stärkste Kraft in Berlin, SPD stürzt auf historisches Tief

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin ist die Linke nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erstmals in der Geschichte zur stärksten Kraft geworden. Die Partei kommt demnach auf 25,7 Prozent der Stimmen und liegt vor der CDU, die 18,8 Prozent erreicht. Durch diesen Wahlausgang hat die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp die Chance, die erste Regierende Bürgermeisterin Berlins der Linken sowie die erste mit Migrationsgeschichte zu werden.

Historischer Wahlausgang in der Hauptstadt

An dritter Stelle steht die AfD mit 16,3 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 14,3 Prozent. Die SPD stürzt hingegen auf ein historisches Tief von 12,1 Prozent ab. Das BSW hat den Einzug in das Parlament mit 4,7 Prozent verpasst, und auch die FDP scheitert mit 2,5 Prozent an der Hürde. Laut Berechnungen der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) ergeben sich bei 162 Sitzen im Abgeordnetenhaus und einer Mehrheit von 82 Mandaten rechnerisch zwei mögliche Bündnisse: Ein Linksbündnis aus Linken, Grünen und SPD unter Elif Eralp käme demnach auf 97 Sitze, während eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD unter der Führung von Stefan Evers 84 Mandate erreichen würde. Andere politische Bündnisse sind rechnerisch nicht möglich.

Analysen, Reaktionen und offene Regierungsbildung

Die Forschungsgruppe Wahlen analysierte den Urnengang als eine Wahl ohne echten Sieger, bei der ausnahmslos alle Parteien ein Negativimage hatten und eine breite Unzufriedenheit in der Bevölkerung herrschte. Demnach sprachen 80 Prozent der Wahlberechtigten von einer schlechten Zukunftsvorbereitung der Stadt, und 45 Prozent hielten keine Partei für geeignet, die Probleme Berlins zu lösen. Dennoch punktete die Linke besonders bei jüngeren Wählerinnen und Wählern; knapp die Hälfte der unter 30-Jährigen stimmte für sie. Beim wichtigsten Berliner Thema, Mieten und Wohnungsmarkt, genießt die Linke den größten Kompetenzzuspruch.

Linke wird stärkste Kraft in Berlin, SPD stürzt auf historisches Tief
Photo: ch.marketscreener.com
Linke wird stärkste Kraft in Berlin, SPD stürzt auf historisches Tief
Photo: Tagesspiegel

Die Reaktionen auf das Ergebnis fielen unterschiedlich aus. Die Grünen sprachen sich für eine Koalition mit Linken und SPD aus und erklärten, die Berlinerinnen und Berliner hätten sich für einen Politikwechsel entschieden. Der SPD-Spitzenkandidat und Landesvorsitzende Steffen Krach nannte das Abschneiden in der ARD ein katastrophales Ergebnis und räumte ein, dass die SPD abgewählt worden sei; zugleich ist nach dem historischen Tief offen, ob er Landesvorsitzender bleibt. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers gratulierte der siegreichen Partei, äußerte sich zunächst jedoch nicht zur Koalitionsfrage. Final ist das Ergebnis noch nicht, da das endgültige Wahlergebnis vom Landeswahlausschuss erst noch abschließend festgestellt werden muss.

Linke stärkste Kraft, SPD mit historischem Tiefstwert: Prognose zur Berlin-Wahl 2026 | ARD ZDF
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.