Bis zu 45 Prozent aller Demenzfälle weltweit lassen sich laut aktuellen Forschungen durch veränderbare Risikofaktoren und gezielte Lebensstiländerungen vermeiden. Experten betonen, dass Ernährung, regelmäßige Bewegung, soziale Teilhabe und die Behandlung von Hör- und Sehverlusten entscheidende Hebel darstellen, um die kognitive Gesundheit bis ins hohe Alter zu schützen.
Vermeidbare Risikofaktoren und das Potenzial der Prävention
Der Schutz der kognitiven Leistungsfähigkeit rückt in der modernen Gesundheitsvorsorge immer stärker in den Fokus. Nach Angaben, die unter anderem durch das österreichische Forschungsprojekt LETHE-AT hervorgehoben werden, lassen sich rund 45 % aller Demenzfälle auf veränderbare Risikofaktoren zurückführen. Auch die Alzheimer Research Initiative bestätigt diesen Wert und verweist auf einen Bericht der Lancet Commission aus dem Jahr 2024, der insgesamt 14 zentrale Risikofaktoren wie Fettleibigkeit, starkem Alkoholkonsum und Typ-2-Diabetes identifiziert hat.
Um diesen Risiken zu begegnen, empfehlen Fachleute eine Kombination aus regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und konkreten Alltagsgewohnheiten. Dazu zählen die Überwachung von blood pressure and cholesterol, especially if you have a family history of heart conditions sowie blood sugar levels, especially if you have a family history of diabetes, weight, hearing and vision, memory and thinking, und mood and mental health. Die Geriaterin Márcia Umbelino weist darauf hin, dass eine frühe Diagnose es den Patienten ermöglicht, selbständige Entscheidungen über medizinische Behandlungen, den Alltag, finanzielle Angelegenheiten und zukünftige Pflegevereinbarungen zu treffen.
Ernährung und körperliche Aktivität als Schutzschild für das Gehirn
Die Ernährung spielt eine fundamentale Rolle bei der Vorbeugung neurokognitiver Abbauprozesse. Eine Studie der Murdoch University, die im Fachjournal Nutrients veröffentlicht wurde, untersuchte über einen Zeitraum von 90 Monaten den Einfluss der Ernährung auf ältere Erwachsene. Dabei wurde festgestellt, dass bei Trägern des APOE-ε4-Allels eine westliche Ernährung – charakterisiert durch rotes Fleisch, Süßigkeiten, Weißmehl und verarbeitete Lebensmittel – mit einem schnelleren Nachlassen der Aufmerksamkeit korreliert. Bei Personen ohne diese genetische Veranlagung konnte dieser Zusammenhang nicht in gleichem Maße statistisch belegt werden.


- Die mediterrane Ernährung: Setzt auf frischen Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse und Olivenöl, wodurch LDL-Cholesterin und das Risiko für Diabetes gesenkt werden laut Gesundheitsangaben.
- Die DASH-Diät: Konzentriert sich primär auf die Senkung von Bluthochdruck durch Vollkornprodukte, Milchprodukte, Fisch, Nüsse und Bohnen gemäß offiziellen Leitlinien.
- Die MIND-Diät: Verknüpft Elemente der mediterranen und der DASH-Diät und ist speziell darauf ausgelegt, neurokognitiven Verfall zu verzögern und die Gehirngesundheit zu fördern wird in medizinischen Übersichten erklärt.
Parallel dazu unterstreicht eine im September 2026 veröffentlichte Studie die Bedeutung von körperlichem Training. Regelmäßige Läufer zeigt, dass körperliche Aktivität, das Reduzieren des Alkoholkonsums, das Aufgeben des Rauchens und eine herzgesunde Ernährung wesentliche Schritte sind, um das Herz und das Gehirn zu unterstützen.
Demografische Herausforderungen und Versorgungsstrukturen in Deutschland und Österreich
Angesichts steigender Patientenzahlen wächst der Druck auf die gesellschaftlichen und gesundheitlichen Versorgungsstrukturen. In Deutschland lebten nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) aus dem Jahr 2021 rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Ein Bericht aus dem Jahr 2022 bezifferte den Anteil diagnostizierter Fälle bei Personen ab 40 Jahren auf 2,8 %, wobei Frauen mit 3,3 % häufiger betroffen waren als Männer mit 2,4 %.
In Österreich zeigt der Demenzbericht 2025 eine ähnliche Tendenz: Rund 170.000 Menschen sind dort aktuell betroffen. Prognosen gehen davon aus, dass diese Zahl bis zum Jahr 2050 auf über 290.000 ansteigen könnte. Angesichts dieser Entwicklung fordert die PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer einen Rechtsanspruch auf demenzgerechte Versorgung, einschließlich spezialisierter Bereiche in Pflegeheimen und bundesweiter Qualitätsstandards. An der Gedächtnisklinik der Medizinischen Universität Graz stehen beispielsweise für geeignete Patientengruppen spezifische Anti-Amyloid-Antikörpertherapien mit den Wirkstoffen Lecanemab und Donanemab zur Verfügung, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.