Vier führende US-Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz – Anthropic, OpenAI, SpaceXAI und Google – sehen sich mit einer neuen Kartellklage konfrontiert. Die beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien eingereichte Klage wirft den Technologiegiganten vor, durch illegale Absprachen das Tempo der KI-Entwicklung künstlich verlangsamt und damit die Verbraucher geschädigt zu haben.
Im Zentrum der Vorwürfe steht eine koordinierte Reaktion auf Sicherheitsbedenken, die von den Firmen im September öffentlich geteilt wurde, nun aber von Verbrauchern als wettbewerbswidrige Kartellbildung gewertet wird. Laut der Klageschrift von Abonnenten entzieht dieses Vorgehen den zahlenden Kunden den versprochenen Mehrwert.
Der Auslöser: Dario Amodeis Essay und die Reaktion der Konzerne
September stattfand. An diesem Tag veröffentlichte Anthropic-Chef Dario Amodei einen Aufsatz. In dem Text forderte er eine branchenweite Zusammenarbeit, um die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz zugunsten strengerer Sicherheitsmaßnahmen zu bremsen. Amodei warnte damals, dass unkontrollierte KI-Agenten das Internet innerhalb von nur sechs Monaten übernehmen könnten.
Die Kläger führen an, dass die führenden Köpfe der Konkurrenz noch am selben Tag öffentlich zustimmten. Demis Hassabis von Google DeepMind, Sam Altman von OpenAI sowie Elon Musk von SpaceXAI unterstützten die Vorschläge des Anthropic-CEOs und bestätigten damit eine gemeinsame Linie zur Verlangsamung des Tempos.
Die Rechtsvertretung der Kläger erklärte zitiert via CBS News, dass die Kartellgesetze es Mitbewerbern nicht erlauben, untereinander zu beschließen, dass der Wettbewerb zu gefährlich sei.
Konkrete Vorwürfe im US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien
Die von vier namentlich genannten Klägern – die Abonnements für ChatGPT, Claude, Grok oder Gemini unterhalten – eingereichte Klage richtet sich gegen Anthropic, OpenAI, SpaceXAI und Google. Nach Darstellung der Kläger handelt es sich um ein Kartell zur Begrenzung des Outputs, das darauf abzielt, die Produktverbesserungen zu drosseln.

Nick Rowley, leitender Rechtsanwalt der Kläger, erklärte zitiert via CBS News, Künstliche Intelligenz werde schnell der menschlichen Kontrolle entgleiten und könnte uns alle töten, wenn wir zulassen, dass die Sicherheit und Protokolle der Künstlichen Intelligenz von privaten, egoistischen Vereinbarungen zwischen den mächtigsten profitorientierten Technologieunternehmen der Welt kontrolliert werden.
Die Kläger argumentieren jedoch, dass die Konzerne nicht eigenmächtig entscheiden dürfen, ob der Wettbewerb zu riskant geworden ist. Eine vertragliche oder informelle Vereinbarung über die Innovationsgeschwindigkeit greife unzulässig in den Markt ein.
Die politische Debatte und die Haltung der US-Regierung
In seinem ursprünglichen Essay hatte Anthropic-Chef Dario Amodei bereits mögliche kartellrechtliche Hürden angesprochen und angeregt, die US-Regierung könne solche branchenübergreifenden Diskussionen vermitteln oder zumindest eine Ausnahmeregelung für sicherheitsrelevante Gespräche schaffen. OpenAI-Chef Sam Altman erklärte daraufhin in sozialen Medien, OpenAI unterstütze einen festen Regulierungsrahmen, man müsse jedoch nicht auf eine förmliche Kartellrechtsbefreiung oder neue Gesetze warten, um mit der Vertrauensbildung zu beginnen.

Gleichzeitige Turbulenzen im Partnerschaftsnetzwerk der Tech-Giganten
Die juristischen Auseinandersetzungen fallen mit operellen Umbrüchen im Ökosystem zusammen. So wurde angekündigt, dass OpenAI beabsichtigt, die Bereitstellung seiner KI-Modelle für den Coding-Assistenten Cursor zu beenden.
OpenAI begründete diesen Schritt damit, dass man angesichts von Vertragsverletzungen durch Musk-Unternehmen kein Vertrauen mehr habe, dass SpaceX die Technologie im Rahmen der Nutzungsbedingungen einsetzen werde. November 2026 genannt. SpaceX-Führungskraft Michael Truell erklärte daraufhin, man stehe in Gesprächen mit OpenAI, um den Streit beizulegen. Konkurrent Anthropic reagierte umgehend und kündigte an, die Rechenkapazitäten zur Unterstützung von Claude-Modellen in Cursor auszuweiten.
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