Ein KLM-Langstreckenflug von Amsterdam nach Curaçao musste am 17. September 2026 mitten über dem Atlantik umkehren, nachdem eine Powerbank in der Business Class explodiert war und Feuer gefangen hatte. Das Gerät gehörte Berichten zufolge dem ehemaligen KLM-Chef Camiel Eurlings, während das Aufladen von Powerbanks an Bord streng verboten ist.
Brand über dem Atlantik zwingt Boeing 777 zur Umkehr nach Schiphol
Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag, den 17. September 2026, auf dem KLM-Flug KL735 von Amsterdam nach Curaçao. Nach übereinstimmenden Berichten startete die Boeing 777-300ER mit der Kennung PH-BVP um 15:20 Uhr am Flughafen Amsterdam Schiphol. Etwa fünfeinhalb Stunden nach dem Start, in einer Höhe von rund 30.000 Fuß (etwa neun Kilometern) über dem Atlantik, kam es zu dem Zwischenfall.
An einem Fensterplatz der Business Class geriet eine Powerbank in Brand. Laut Berichten von RTL Nieuws und weiteren Medien handelte es sich bei dem betroffenen Passagier um den ehemaligen KLM-Chef Camiel Eurlings. Ein Mitreisender schilderte gegenüber RTL einen lauten Knall, woraufhin sofort große Flammen über dem Sitz emporschlugen.
Regelverstoß beim Laden und schnelle Reaktion der Besatzung
Für zusätzliche Brisanz sorgt der Umstand, dass das Aufladen von Powerbanks an Bord von KLM-Maschinen ausdrücklich untersagt ist. Zwar erlaubt die Fluggesellschaft die Mitnahme von maximal zwei Powerbanks im Handgepäck, doch schreibt sie vor, dass die Geräte stets am Körper zu tragen sind und weder im Gepäckfach verstaut noch während des Fluges genutzt oder aufgeladen werden dürfen. Berichten zufolge soll Eurlings während des Ladevorgangs eingeschlafen sein.
Die Kabinencrew reagierte rasch und konnte das kleine Feuer schnell löschen sowie die überhitzte Powerbank sicherstellen. Bilder aus der Kabine dokumentieren deutliche Rußspuren am Sitz, an der Bordwand sowie an einer Verkleidung des Flugzeugfensters. Nach Angaben der Fluggesellschaft wurde eine Person leicht verletzt; ob es sich dabei um den Eigentümer des Geräts handelte, blieb offengelegt, da sich die Airline unter Verweis auf den Datenschutz nicht zur Identität äußerte.
Rückflug nach Amsterdam und steigende Sicherheitsbedenken
Nach dem erfolgreichen Löschen des Feuers entschied sich die Cockpitcrew gegen eine Fortsetzung des Langstreckenflugs in die Karibik. Die Boeing 777-300ER nahm Kurs zurück auf die Niederlande und landete am späten Donnerstagabend gegen 20:45 Uhr wieder am Flughafen Amsterdam Schiphol. Die insgesamt 322 Passagiere wurden in Hotels untergebracht und später auf andere Maschinen umgebucht, um ihre Reise mit deutlicher Verspätung fortzusetzen.

Der Vorfall reiht sich in eine wachsende Zahl von Zwischenfällen mit lithium-ionenbasierten Geräten im Luftverkehr ein. Erst im August musste ein Flug der Schweizer Fluggesellschaft Swiss von Zürich nach Boston wegen einer rauchenden Powerbank über dem Atlantik umkehren und in Dublin landen. Die Lufthansa Group und Swiss verschärften infolgedessen im Januar ihre Richtlinien, indem sie den Transport in aufgegebenen Koffern oder oberen Gepäckfächern untersagten. Während Experten wie Luftfahrtforscher Christoph Regli von der ZHAW ein vollständiges Verbot aus Sicherheitsgründen ins Gespräch brachten, setzen Fluggesellschaften bislang vor allem auf präventive Regeln und die Mitverantwortung der Reisenden.
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