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Technik und Wissenschaft

Studie: Stille Atherosklerose betrifft viele Menschen bereits unter 30 Jahren

Eine aktuelle Studie im New England Journal of Medicine zeigt, dass stille Gefäßablagerungen weit verbreitet sind und oft schon bei Menschen unter 30 Jahren auftreten. Laut Untersuchung von 16.808 Erwachsenen in Spanien und Dänemark wiesen 57 Prozent der symptomfreien Teilnehmer Atherosklerose in mindestens einem untersuchten Gefäßbereich auf, obwohl klassische Risikorechner diese Veränderungen häufig übersehen.

Gefäßablagerungen beginnen nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen deutlich früher als bislang angenommen. Im Laufe der Zeit lagern sich Fette, Kalk und weitere Stoffe in den Blutgefäßen ab, wodurch die Wände dicker und unelastischer werden. Dies kann das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erhöhen, wobei Mediziner von einer Atherosklerose sprechen. Wie die im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie zeigt, treten diese Veränderungen vermehrt bereits bei Menschen unter 30 Jahren auf, wie die Publikation berichtet.

Studie mit 16.808 Erwachsenen in Spanien und Dänemark

Für die Untersuchung analysierte ein Forschungsteam 16.808 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 70 Jahren aus Spanien und Dänemark. Keine der untersuchten Personen hatte zuvor eine bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung. Mithilfe von Ultraschalluntersuchungen und Computertomographien (CT) suchten die Wissenschaftler gezielt nach Ablagerungen in den Hals-, Bein- und Herzkranzgefäßen der Probanden.

Die Ergebnisse verdeutlichen eine breite Betroffenheit: Bei insgesamt 57 Prozent der Teilnehmer fanden die Forscher eine stille Atherosklerose in mindestens einem der untersuchten Gefäßbereiche. Bereits unter den 18- bis 29-Jährigen waren 8,7 Prozent der Männer und 6,7 Prozent der Frauen betroffen. In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen stieg dieser Anteil weiter an und lag bei 34,6 Prozent der Männer sowie 21,3 Prozent der Frauen.

Unterschiede bei Geschlechtern und Altersverlauf

Mit dem zunehmenden Alter nahmen die Ablagerungen in den Gefäßen nicht nur in ihrer Menge zu, sondern sie breiteten sich auch stärker aus. Während bei jüngeren Teilnehmern meist nur ein einzelner Gefäßbereich betroffen war, zeigte sich bei älteren Personen häufiger eine gleichzeitige Beteiligung mehrerer Gefäßregionen.

Die Auswertung ergab zudem geschlechtsspezifische Muster. Bei Männern nahm die Atherosklerose früher zu und entwickelte sich etwa fünf bis zehn Jahre früher als bei Frauen. Bei Frauen stieg die Häufigkeit der Gefäßveränderungen besonders in der Lebensphase zwischen 40 und 60 Jahren deutlich an, was sich zeitlich mit der Menopause überschneidet.

Warum sich die Ablagerungen bei manchen Menschen bereits in jungen Jahren bilden, kann die Studie nicht abschließend klären. Betroffene wiesen jedoch häufiger klassische Risikofaktoren auf, zu denen hoher Blutdruck, ungünstige Blutfette und das Rauchen gehören. Nach Einschätzung der Forscher spielt vermutlich auch die Dauer eine entscheidende Rolle, während der der Körper diesen Belastungen ausgesetzt ist.

Grenzen klassischer Risikorechner und Diagnose per Bildgebung

Eine frühzeitige Erkennung gilt als entscheidend, um Betroffenen die Möglichkeit zu geben, rechtzeitig gegenzusteuern. An dieser Stelle stießen klassische Risikorechner jedoch an ihre Grenzen, da sie die Gefäßveränderungen oft nicht erkannten. Da das Alter in diese Berechnungen als wesentlicher Faktor einfließt, wurden jüngere Menschen automatisch als weniger gefährdet eingestuft. Erst der Einsatz der Bildgebung brachte in der Untersuchung Klarheit über die tatsächlich vorhandenen Ablagerungen.

Die Autoren verweisen zudem auf methodische Grenzen der Untersuchung. Da die Studie verschiedene Altersgruppen zu einem bestimmten Zeitpunkt vergleicht, lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten, wie schnell sich die Atherosklerose bei einer einzelnen Person im Laufe der Zeit entwickelt.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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