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Unternehmen

Bauhaus übernimmt bis zu sieben insolvente Hellweg-Standorte in NRW

Die insolvente Dortmunder Baumarktkette Hellweg wird zerschlagen, nachdem keine Investoren für das Gesamtunternehmen gefunden werden konnten. Die Kette Bauhaus übernimmt im Bieterverfahren bis zu sieben Standorte in Nordrhein-Westfalen, darunter Filialen in Gelsenkirchen und Dortmund, während Hunderte Arbeitsplätze an den Zentralen und in den Märkten wegfallen.

Das Ende einer Handelsstraße: Ursprung und Niedergang von Hellweg

Die Geschichte von Hellweg begann im Frühling 1971 in Dortmund, als zwei Familien aus Unna und Menden den ersten Markt am Brackeler Hellweg gründeten. Namensgeber war die historische Handelsstraße. Jahrelang wuchs das Unternehmen vor allem in seiner Heimat im Ruhrgebiet und expandierte nach der Wiedervereinigung stark in ostdeutschen Regionen wie Berlin, Brandenburg, Sachsen und Thüringen.

Im Jahr 2012 übernahm die Kette die Mehrheit an den süddeutschen BayWa-Märkten, die jedoch eigenständig blieben. Später folgte noch die Integration des Gartencenters Augsburg. Trotz dieser Zukäufe blieb das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro ein kleinerer Akteur im Vergleich zu Branchenriesen wie Bauhaus, Obi oder Hornbach. Zuletzt belegte die Kette bundesweit den achten Platz unter den Baumärkten.

Konjunkturkrise und Insolvenz im Jahr 2026

Nach dem Boom während der Corona-Pandemie gerieten zahlreiche deutsche Baumärkte in schwere See. Belastet durch steigende Mieten und eine deutliche Kaufzurückhaltung der Verbraucher verzeichnete Hellweg im Jahr 2025 einen Umsatzeinbruch von mehr als zehn Prozent. Auch die Krise der heimischen Baubranche hinterließ tiefe Spuren, da immer weniger Handwerker einkauften.

Im Jahr 2026 mussten Hellweg, BayWa und das Gartencenter Augsburg Insolvenz anmelden. Die beauftragte Wirtschaftskanzlei Görg nannte als zentrale Gründe das geringe Branchenwachstum, Lieferkettenprobleme, geopolitische Spannungen und eine allgemeine Konsumflaute. Ein Käufer für das gesamte Unternehmen fand sich nicht; es gelang niemandem, die Kette als Ganzes zu retten.

Bauhaus übernimmt sieben Standorte in Nordrhein-Westfalen

Im laufenden Bieterverfahren sicherte sich der Konkurrent Bauhaus den Zuschlag für bis zu sieben Standorte in Nordrhein-Westfalen. Dazu gehören nach Unternehmensangaben Filialen in Beckum, Dortmund-Hacheney, Essen-Rellinghausen und Iserlohn. Mit diesen Akquisitionen will Bauhaus seine Präsenz im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands gezielt stärken und das eigene Netz an Fachzentren verdichten.

Namhafte Baumarktkette übernimmt sieben Hellweg-Filialen
Photo: lomazoma.com

Perspektiven für die Belegschaft und verbleibende Fragen

Für die weiteren sechs Standorte ist der Zeitplan eng getaktet. Die Wiedereröffnung als Bauhaus-Märkte soll nach entsprechenden Umbauarbeiten im Frühjahr 2027 erfolgen.

Bauhaus kündigte an, im Falle einer Übernahme soll allen Mitarbeitern ein dem Status Quo mindestens gleichwertiges Stellenangebot unterbreitet werden und sie sollen zudem aktiv in den Übergangsprozess eingebunden werden. Auch Auszubildende und Duale Studierende aus den Hellweg-Märkten sollen – auch an nicht übernommenen Standorten – ihre Ausbildung nahtlos an einem Bauhaus-Standort fortsetzen können. Für die Zentrale in Dortmund und die Verwaltung in Garching bei München gibt es hingegen keine Rettung; sie werden geschlossen, was den Wegfall von 340 Arbeitsplätzen zur Folge hat. Bessere Nachrichten gab es derweil für das Gartencenter Augsburg, dessen sämtliche Filialen und Mitarbeiter übernommen werden konnten.

Zu Detailfragen wie der künftigen Sortimentsgestaltung, Bauhaus-typischen Leistungsangeboten, Strukturmaßnahmen oder Organisationsstrukturen äußert sich das Unternehmen noch nicht. Eine Konkretisierung dieser Themen sollte erst erfolgen, wenn das laufende Verfahren abgeschlossen ist und die Rechtssicherheit hergestellt ist.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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