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Welt

Huthi-Angriffe Bedrohen Saudi-Ölrouten und Treiben Energiepreise Nach Oben

Saudi-Ölrouten stehen unter schwerem Druck, nachdem Huthi-Drohnen eine Pipeline trafen und Schiffe im Roten Meer sowie in der Straße von Hormus attackiert wurden. Die Angriffe treiben die Energiepreise nach oben und erschweren die Lage im sechsmonatigen Konflikt, während diplomatische Gespräche in Oman kurzfristig verschoben wurden.

Die Eskalation im Nahen Osten hat am Wochenende neue Dimensionen erreicht. Nach Berichten von Reuters traf ein Projektil ein Handelsschiff in der Straße von Hormus, wodurch ein Brand auslöste und die Besatzung evakuiert werden musste. Gleichzeitig meldeten iranische Stellen, dass ein iranisches Handelsschiff vor der Küste getroffen wurde, wobei ein Menschenleben verloren ging und vier Seeleute verletzt wurden.

Angriffe auf saudi-arabische Energieinfrastruktur und die Rote-Meer-Küste

In Saudi-Arabien zeigen staatliche Medien Aufnahmen von Beschädigungen an Wohngebäuden und einer Moschee in der südlichen Provinz Dschazan, die auf Angriffe der Huthi-Miliz zurückgehen. Die Houthi-Bewegung reklamierte zudem den Beschlagnahmepunkt auf die Insel Perim im Bab al-Mandeb für sich, eine strategisch wichtige Meerenge am Ausgang des Roten Meeres.

Die Transportwege für saudi-arabisches Öl sind damit von zwei Seiten gleichzeitig bedroht: die Straße von Hormus im Norden und das Bab al-Mandeb-Nadelöhr im Süden. Die Furcht vor Lieferausfällen ließ den Brent-Öl-Benchmark am Freitag auf über 107 US-Dollar je Barrel steigen. In den USA kletterte der durchschnittliche Einzelhandelspreis für Dieselkraftstoff auf ein neues Rekordhoch von über 6,20 US-Dollar pro Gallone.

Pipeline-Ausfall und begrenzte saudi-arabische Reserven

Besonders schwer wiegt die Beschädigung der saudi-arabischen Ost-West-Pipeline, die als Hauptschlagader für den Ölexport dient und den Seeweg durch die Straße von Hormus umgeht. Nach Angaben von Händlern und Ölkäufern, die sich gegenüber Reuters äußerten, reichen die Lagerbestände am Rotmeer-Hafen von Yanbu lediglich für fünf bis sieben Tage aus, falls die beschädigte Röhre abgeschaltet bleibt. Sollte der Zustand anhalten, könnten bis zu vier Prozent der weltweiten Erdölversorgung gefährdet sein.

Saudi-Arabien hat bislang keine detaillierten Angaben zum genauen Schadensumfang oder zur Dauer der Reparaturen gemacht. Satellitenbilder zeigten weithin sichtbare Rauchsäulen entlang des 1.200 Kilometer langen Leitungsverlaufs. Branchenkreise schätzen die notwendige Instandsetzungszeit unterschiedlich ein, wobei die Prognosen von Tagen bis zu mehreren Wochen reichen.

Diplomatische Initiativen und verschobene Gespräche in Oman

Ein für Montag in Oman geplantes Treffen zwischen iranischen Offiziellen und arabischen Golfstaaten wurde kurzfristig abgesagt. Der omanische Außenminister Sayyid Badr Albusaidi erklärte auf der Plattform X, die Zusammenkunft sei in the interests of consensus vertagt worden. Man bleibe dem Dialog zur Stärkung der regionalen Stabilität verpflichtet.

Vessels near the Strait of Hormuz, as seen from Musandam, Oman, September 2, 2026. REUTERS/Stringer/File Photo
Photo: Reuters

Das iranische Außenministerium bestätigte die Verschiebung, während der iranische Außenminister Abbas Araghchi in einem Interview mit dem in London ansässigen Medium Al-Arabi Al-Jadeed betonte, dass Iran die Straße von Hormus erst dann wieder öffnen werde, wenn die Vereinigten Staaten auf die Forderungen Tehrans eingehen.

Pakistans diplomatische Rolle im Hintergrund

Parallel dazu intensiviert Islamabad seine diplomatischen Bemühungen. Der pakistanische Generalstabschef Asim Munir führte in den vergangenen Tagen Telefonate mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi sowie dem saudi-arabischen Amtskollegen Prinz Faisal bin Farhan. Pakistan versucht damit, als Vermittler zwischen den Konfliktparteien aufzutreten, während das Verteidigungsministerium in Islamabad betont, dass man weiterhin auf Dialog und Deeskalation setzt. Beobachter verweisen darauf, dass Pakistan bereits 2015 eine direkte Beteiligung am Jemen-Konflikt abgelehnt hatte, um seine Rolle als neutraler Vermittler wahrnehmen zu können.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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