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Unternehmen

Zentralbanken geraten wegen steigender Inflation und Ölpreisen unter Druck

Zentralbanken in den USA, Japan und Großbritannien stehen vor einer Zerreißprobe, da steigende Ölpreise und hartnäckige Inflation die Diskussion über Zinserhöhungen anheizen. Während die Europäische Zentralbank bereits die Zinsen angehoben hat, geraten Währungshüter in Washington, Tokio und London unter massiven wirtschaftlichen und politischen Druck.

Federal Reserve im Kreuzfeuer von Ölpreisen und politischen Forderungen

In den Vereinigten Staaten steht der neu ernannte Vorsitzende der US-Zentralbank, Kevin Warsh, vor einer entscheidenden Woche. Laut The Guardian wird genau beobachtet, ob sich Warsh gegen die anhaltenden Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach Zinssenkungen durchsetzen kann. Trump hatte in einem Beitrag auf Truth Social erklärt, die USA müssten den niedrigsten Zinssatz aller Länder weltweit haben, und die Notenbank aufgefordert, patriotisch zu handeln.

Gleichzeitig kämpft die Fed mit einem erneuten Anstieg der Ölpreise, der durch den eskalierenden US-Iran-Konflikt ausgelöst wurde. Die Rohölkosten stiegen in der vergangenen Woche erstmals seit Juli über 100 US-Dollar pro Barrel, da die Straße von Hormus weitgehend für den Tankerverkehr geschlossen blieb und Houthi-Rebellen saudi-arabische Öllieferungen bedrohten. Die US-Inflation liegt zudem bereits seit über fünf Jahren über dem Zielwert von zwei Prozent; die am Freitag veröffentlichten Daten zeigten eine unveränderte Jahresteuerungsrate von 3,4 Prozent. In einer Rede diesen Monat betonte Warsh, dass ohne weitere Fortschritte beim Inflationsziel noch Arbeit auf die Fed warte.

Bank of England vor Zinsentscheidung und wachsendem Inflationsdruck

In London blicken Ökonomen und Märkte auf die anstehende Zinssitzung der Bank of England am Donnerstag. Laut Berichten von The Guardian wird weithin erwartet, dass die Zentralbank den Leitzins bei 3,75 Prozent belässt. Gouverneur Andrew Bailey schlug zuvor einen ruhigen Ton an und verwies darauf, dass gestiegene Hypothekenzinsen bereits einen Teil der Arbeit einer Zinserhöhung übernommen hätten, ohne dass die Bank selbst aktiv werden musste.

Dennoch wachsen die Sorgen vor einer Verschärfung der Geldpolitik. Im Juli stimmten bereits drei der neun Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses für eine Zinserhöhung. Am Freitag veröffentlichte Daten zu einem stärker als erwartet ausgefallenen Wirtschaftswachstum könnten diese Inflationsängste weiter verstärken. Thomas Pugh, Chefökonom bei dem Beratungsunternehmen RSM, erklärte gegenüber The Guardian, der jüngste Energiepreisanstieg habe die Wahrscheinlichkeit materiell erhöht, dass die Bank of England letztlich den anderen großen Zentralbanken folgen und die Zinsen anheben wird. Für den kommenden Donnerstag prognostizierte er jedoch zunächst eine Zinspause mit hawkschen Signalen in den Protokollen.

Zinswende in Japan und Zinsschritt der EZB in Europa

In Tokio wird von den Entscheidungsträgern der Bank of Japan bei ihrer Bekanntgabe am Freitag weithin eine Zinsanhebung erwartet, was die jüngste Erholung des Yen auf den Devisenmärkten stützen würde. Eine Anhebung des Leitzinsen um einen Viertelprozentpunkt auf 1,25 Prozent würde das Niveau auf einen Stand bringen, der seit mehr als 30 Jahren nicht mehr gesehen wurde – seit Beginn von Japans langem Kampf gegen Deflation. Das US-Finanzministerium unterstützte die japanischen Behörden im Juli bei Interventionen am Devisenmarkt. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte am Dienstag bei einer Veranstaltung an der Southern Methodist University in Texas, er habe präzise Einblicke in das bevorstehende Handeln der japanischen Entscheidungsträger.

Zentralbanken geraten wegen steigender Inflation und Ölpreisen unter Druck

Unterdessen hat die Europäische Zentralbank bereits am Donnerstag die Zinsen erhöht. EZB-Präsidentin Christine Lagarde begründete dies mit dem anhaltenden Inflationsdruck aus dem Konflikt im Nahen Osten, weshalb die Teuerung noch für längere Zeit deutlich über dem Zielwert verharren werde.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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