Das Internationale Brucknerfest Linz 2026 wird am Sonntagvormittag mit einer Festrede der Schriftstellerin Maja Haderlap eröffnet. Die Veranstaltung im Brucknerhaus wird live in ORF2 übertragen und bietet ein musikalisches Programm des Oberösterreichischen Jugendsinfonieorchesters unter der Leitung von Kajsa Boström sowie mehrere Uraufführungen.
Mit einer Festrede der vielfach ausgezeichneten österreichischen Schriftstellerin Maja Haderlap startet das Internationale Brucknerfest Linz 2026 am Sonntagvormittag, wie der ORF berichtet. Ab 10.30 Uhr wird die Eröffnung des Festes live in ORF2 übertragen und im Internet gestreamt. Die in Klagenfurt lebende freie Schriftstellerin wurde unter anderem für einen Auszug aus ihrem Romandebüt Engel des Vergessens
im Jahr 2011 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet und veröffentlichte zuletzt 2023 den Roman Nachtfrauen
.
Debüt am Pult und schwedische Bezüge
Für den musikalischen Rahmen des Festakts sorgt das Oberösterreichische Jugendsinfonieorchester. Am Pult steht dabei die schwedische Dirigentin Kajsa Boström, die laut den Berichten ihr Debüt beim Brucknerfest gibt. Im musikalischen Zentrum des Festakts steht ein historischer und persönlicher Dialog: Die Verbindung zwischen Anton Bruckner und dem schwedischen Komponisten Ture Rangström. Rangström war der Urgroßvater der Dirigentin Boström und dirigierte im Jahr 1922 in Göteborg Bruckners achte Symphonie als schwedische Erstaufführung.

Neben Werken Rangströms erklingt beim Eröffnungsfestakt auch Bruckners Vertonung von August von Platens Gedicht Mein Herz und deine Stimme
. Als Solist tritt dabei der Bariton Rafael Fingerlos auf, wie aus den Berichten hervorgeht.
Uraufführungen und historische Orchestrierung in Linz
Das Programm des Eröffnungstages bringt zudem zwei Uraufführungen von Linzer Komponisten auf die Bühne. Thomas Doss steuert das Werk Circus Maximus
bei, in dem er sich laut der Berichterstattung ausdrücklich mit der Klangwelt von Anton Bruckner auseinandersetzt. Eine weitere Uraufführung ist das humorvolle Scherzo cantabile à la Styrienne
von Gunter Waldek.
Den programmatischen Abschluss bildet eine historische Arbeit Bruckners selbst: Seine Orchestrierung des Kopfsatzes aus Ludwig van Beethovens Pathétique
-Sonate. Diesen Satz hatte Bruckner im September 1862 während seiner Schaffensphase in Linz für Orchester eingerichtet.