Zum Inhalt springen
Unterhaltung

Renoir-Museum in Cagnes-sur-Mer: Vier Gemälde bei Einbruch gestohlen

Vier wertvolle Renoir-Gemälde sind bei einem Einbruch in das Renoir-Museum in Cagnes-sur-Mer gestohlen worden. Die Täter drangen am Dienstagmorgen durch den Garten ein. Zwei der Werke wurden bei der Flucht im Garten fallengelassen, während die Polizei nach Alarmierung die Verfolgung aufnahm.

Die französische Riviera ist Schauplatz eines spektakulären Kunstraubs geworden. Unbekannte Täter brachen am frühen Dienstagmorgen kurz vor 6 Uhr in das Renoir Museum in Cagnes-sur-Mer ein. Das bestätigte der Bürgermeister der Gemeinde, Bryan Masson, auf seiner Facebook-Seitenpräsenz. Die Einbrecher verschafften sich demnach über ein Loch im Gartenzaun Zutritt zu dem Anwesen.

Bei dem Raub hatten es die Täter auf vier Werke des berühmten impressionistischen Künstlers abgesehen. Auf ihrer Flucht vor der alarmierten Polizei ließen die Diebe jedoch zwei der Gemälde im Garten zurück. Wie die lokale Verwaltung mitteilte, handelt es sich bei den beiden entwendeten und nicht wiedererlangten Bildern um Madame Colonna Romano sowie Young Woman at the Well. Die gestohlenen Kunstwerke gehören zum Bestand des Pariser Musée d’Orsay und waren als Leihgabe in dem südfranzösischen Museum ausgestellt.

Millionenwert und Sicherheitsfragen im Museum von Cagnes-sur-Mer

Bürgermeister Bryan Masson schätzte den Wert der betroffenen Kunst auf 9 Millionen Euro, betonte jedoch gleichzeitig den ideellen Verlust: It’s Renoir’s, it is priceless, you cannot sell it like that., erklärte er laut Berichten. Zudem bewertete er den Vorfall als einen direkten Schlag gegen die Historie und das kulturelle Erbe der Stadt.

Das Museum selbst wurde im Jahr 1960 in der ehemaligen Villa des Malers Pierre-Auguste Renoir eingerichtet. Der Künstler hatte auf dem Hügel in Cagnes-sur-Mer in der Nähe von Nizza gelebt und war dort im Jahr 1919 gestorben. Die ständige Ausstellung umfasst normalerweise 13 Gemälde von Renoir sowie rund 40 Skulpturen, Fotografien und Möbelstücke.

Einordnung durch Europol: Gewaltbereitschaft bei Kunstdiebstählen

Europol beobachtet seit einiger Zeit eine besorgniserregende Entwicklung bei Kunstdiebstählen in Europa. Nach Angaben der europäischen Polizeibehörde werden spezialisierte Täterbanden zunehmend durch opportunistische Gruppen verdrängt, die sich über soziale Medien rekrutieren. Diese Täter setzen vermehrt auf brachiale Gewalt und nutzen Werkzeuge wie Äxte, Vorschlaghämmer und Sprengstoff.

Als markantes Beispiel jüngerer Kriminalität in Frankreich verweist die Behörde auf den spektakulären Einbruch im Louvre in Paris vom vergangenen Oktober. Damals erbeuteten Täter, die Besucher und Wachpersonal bedrohten, Juwelen im Wert von 88 Millionen Euro (entsprechend rund 102,3 Millionen US-Dollar), darunter auch die Tiara der Kaiserin Eugénie. Bereits im Jahr 2024 hatten vier maskierte Täter mit Baseballschlägern und Äxten das Pariser Museum Cognacq-Jay überfallen und mit Gold und Diamanten verzierte Objekte entführt. Ähnliche Taten mit Sprengstoff wurden im selben Jahr auch aus den Niederlanden gemeldet.

Internationale Kunstdiebstähle im Vergleich

Der Vorfall in Cagnes-sur-Mer reiht sich in eine Serie aufsehenerregender Museums- und Kunstdiebstähle der vergangenen Jahre ein. Erst im März kam es in Italien zu einem Raub, bei dem drei Werke französischer Meister aus der Magnani Rocca Foundation nahe Parma entführt wurden gemäß Berichten über historische Heists. Die betroffenen Gemälde – darunter ein Werk von August Renoir, eines von Paul Cézanne und eines von Henri Matisse – konnten allerdings im August durch die italienischen Carabinieri sichergestellt werden, wobei fünf Tatverdächtige festgenommen wurden.

The Renoir paintings Madame Colonna Romano and Jeune Femme Au Puits were stolen. Photo: Wikimedia Commons
Photo: thenationalnews.com

In Deutschland sorgten in der Vergangenheit zwei spektakuläre Einbrüche für Schlagzeilen. Im Jahr 2017 entwendeten Täter aus dem Bode-Museum in Berlin eine 100 Kilogramm schwere kanadische Goldmünze namens „Big Maple Leaf“, die einen Wert von rund 3,75 Millionen Euro (etwa 4,33 Millionen US-Dollar) besaß. Zwei Jahre später brachen Diebe in das Grüne Gewölbe in Dresden ein und erbeuteten historischen Diamantenschmuck im Wert von mehreren Hundert Millionen Euro.”

Die polizeilichen Ermittlungen zu den Hinterleuten und dem genauen Hergang des Einbruchs im Renoir Museum in Cagnes-sur-Mer dauern an.

Louvre robbers swipe jewels once worn by French royalty
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.