Die Russische Orthodoxe Kirche hat für den besetzten Teil der ukrainischen Region Cherson einen neuen Bischof geweiht.
Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, hat die Russische Orthodoxe Kirche eine umstrittene Bischofsweihe für besetztes ukrainisches Gebiet vollzogen. Am 28. August weihte der Moskauer Patriarch Kyrill den Geistlichen Archimandrit Iosif zum Bischof von Skadovsk und Aljoschki, die ukrainisch als Oleschki bezeichnet werden.
Die Personalie Iosif und seine Laufbahn
Der neu ernannte Bischof verfügt über keinerlei frühere Verbindungen zur Ukraine. Wie Medien unter Berufung auf den Nachrichtendienst Östliche Kirchen
melden, wurde Iosif, mit bürgerlichem Nachnamen Paschentsev, im Jahr 1964 im zentralrussischen Tambow geboren. Vor seiner kirchlichen Laufbahn absolvierte er eine Militärschule und diente in einer Abteilung des sowjetischen Verteidigungsministeriums, die für Atomwaffen zuständig war.
Die formelle Wahl durch den Heiligen Synod der Russischen Orthodoxen Kirche erfolgte bereits am 16. Juli. Die betroffene Eparchie von Skadovsk war von den Moskauer Kirchenstrukturen im Dezember 2023 gegründet worden.
Parallelen zur Ukrainischen Orthodoxen Kirche und schwere Vorwürfe
Mit der Errichtung eigener Diözesen in den besetzten Gebieten der Ukraine übergeht das Moskauer Patriarchat die dortigen kirchlichen Institutionen vollständig. Die Neugründungen sind nicht mit der Ukrainischen Orthodoxen Kirche abgesprochen. Letztere hatte sich im Mai 2022 nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine offiziell von Moskau losgesagt.
Dennoch wird dieser Schritt von den ukrainischen Behörden und zahlreichen Beobachtern bezweifelt. Einzelne Vertreter der Kirche sehen sich regelmäßig mit Konspirationsvorwürfen, Anklagen und zum Teil auch gerichtlichen Verurteilungen konfrontiert. Das Moskauer Patriarchat betrachtet die Ukrainische Orthodoxe Kirche offiziell weiterhin als Teil der eigenen Strukturen, baut parallel dazu jedoch eigene Machtstrukturen auf deren Territorium auf.
Einladung an den Papst nach Rom
Mitten in diese kirchenpolitischen Verwerfungen fällt ein diplomatischer Vorstoß aus der Ukraine. Der Bischof von Charkiw-Saporischschja, Pavlo Honcharuk, nutzte eine Audienz im Vatikan, um den Papst zu einem Besuch in die Ukraine einzuladen. Dies geschah nach Angaben aus Rom an einem Freitag im Zuge eines persönlichen Gesprächs mit Papst Leo XIV.

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