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Welt

Lawrow: Moskau bereit für Verhandlungen, lehnt aber Feuerpause ab

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat am 12. September 2026 am Rande des BRICS-Gipfels in Neu-Delhi bekräftigt, dass Moskau zwar zu Verhandlungen mit der Ukraine bereit sei, eine gleichzeitige Feuerpause jedoch strikt ablehnt. Parallel dazu führten US-Unterhändler Gespräche in Moskau und Kiew über mögliche neue diplomatische Wege.

Lawrows Bedingungen in Neu-Delhi und Moskaus Haltung zur Feuerpause

Am Rande des BRICS-Gipfels in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi hat der russische Außenminister Sergej Lawrow klargestellt, dass die Regierung in Moskau zwar grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisiert, von ihren militärischen Aktionen jedoch nicht abweichen wird. Wir sind nach wie vor zu Verhandlungen bereit, aber für die Dauer der Verhandlungen wird die Militäroperation nicht ausgesetzt, betonte Lawrow der Staatsagentur TASS zufolge. Demnach fehle es der russischen Führung nicht an gutem Willen.

In diesem Zusammenhang erneuerte der Außenminister auch die Einladung an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, für direkte Gespräche nach Moskau zu reisen. Wenn er sich treffen möchte – soll er doch kommen, sagte Lawrow und bezeichnete diesen Schritt als enorme Geste des guten Willens unsererseits. Dieses Angebot, das Kremlchef Wladimir Putin bereits vor Monaten unterbreitet hatte, wurde von Kiew jedoch umgehend abgelehnt. Zudem schloss Kremlsprecher Dmitri Peskow ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj beim anstehenden G20-Gipfel in den USA im Dezember aus und bekräftigte, eine solche Begegnung sei unmöglich außerhalb der russischen Hauptstadt.

US-Sondergesandte Witkoff und Kushner treiben diplomatische Initiativen voran

Während Moskau militärisch hart bleibt, versuchen US-Vermittler weiterhin, neue Gesprächskanäle zu öffnen. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, reisten in den vergangenen Tagen nach Russland und erstmals auch in die Ukraine, um beiden Seiten Vorschläge zu unterbreiten. Nach Angaben von Witkoff seien bei den Unterredungen bedeutende Fortschritte erzielt worden, zudem gebe es Bewegung bei der Planung weiterer trilateraler Treffen.

Lawrow: Moskau bereit für Verhandlungen, lehnt aber Feuerpause ab
Photo: mdr.de

US-Präsident Donald Trump bestätigte im Weißen House auf Nachfragen von Reportern den Einsatz seiner Gesandten. Wir haben sie dorthin geschickt, um zu prüfen, ob wir etwas erreichen können, sagte Trump. Aus Kiew war derweil zu vernehmen, dass Selenskyj nach den Besuchen der US-Vermittler eine Chance für Friedensgespräche noch vor dem Winter sieht. Im Gespräch mit dem Nachrichtenportal Axios erklärte Selenskyj: Mein Gefühl sagt mir, dass Putin Trump braucht, er will ihn nicht verärgern.

Eskalation an der Front und anhaltende Luftangriffe

Die diplomatischen Bemühungen werden von schweren Kämpfen und Luftangriffen überschattet. In der Nacht und am Tag nach den Besuchen meldeten ukrainische Behörden massive Angriffe auf zahlreiche Städte und kritische Infrastruktur. In Odessa wurden 37 Menschen verletzt, und in der Region Saporischschja beklagte Präsident Selenskyj zwei Todesopfer. Auch in Krywyj Rih und Sumy forderten Drohnen- und Raketeneinschläge zahlreiche zivile Opfer und Verletzte.

Dozens injured in Russian strike on Odesa
Photo: Kurier

Internationale Reaktionen und offene Fragen vor dem Winter

Die internationalen Reaktionen auf die anhaltende Gewalt fallen unterschiedlich aus. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich nach einem Treffen mit EU-Ratspräsident Antonio Costa skeptisch über die Verhandlungsbereitschaft des Kremls und betonte, man sehe im Augenblick wenig Anzeichen dafür, dass die russische Regierung bereit ist, in ernsthafte Gespräche über ein Ende des Krieges einzutreten.

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Unterdessen bleibt unklar, ob die diplomatischen Vorstöße der USA tatsächlich zu konkreten Terminen für trilaterale Verhandlungen im Herbst führen werden. Während Washington auf eine diplomatische Lösung pocht, hält Moskau an seiner Offensive fest, ohne für die Dauer von Gesprächen von militärischen Maßnahmen abzurücken.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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