Nach einem Drohnenangriff aus dem Irak auf saudi-arabische Ölanlagen hat das Königreich am 12. September 2026 seine wichtige Ost-West-Pipeline vorsorglich abgeschaltet. Mehrere Menschen wurden verletzt. Bagdad reagierte umgehend mit der Entlassung eines Militärkommandanten und leitete Ermittlungen ein, während Riyadh vorerst auf militärische Vergeltung verzichtete.
Drohnenangriff auf die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien
Saudi-Arabien hat die strategisch bedeutsame Ost-West-Pipeline abgeschaltet, nachdem Drohnen die Leitungen in den Regionen Riad und Medina trafen. Der Anschlag führte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur SPA, die sich auf eine Quelle im Energieministerium berief, zu Verletzten und Sachschäden. Das saudi-arabische Außenministerium erklärte über die Plattform X, dass der Angriff aus dem Nachbarland Irak gestartet worden sei.
Die Leitung ist von enormer Bedeutung für den globalen Energiemarkt, da sie Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer transportiert und damit die faktisch blockierte Straße von Hormus umgeht. Nach Angaben von Satellitenbildern und Berichten kam es an Pumpstationen entlang der Trasse zu Bränden. Auch der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte über den Angriff, während das Regionalkommando Centcom einen Kommentar zu dem Bericht ablehnte.
Bilder des europäischen Wettersatelliten Eumetsat zeigen den Rauch, der nach dem Angriff auf Pumpstationen der Ost-West-Pipeline am Donnerstag aufsteigt. Die mehr als 1.200 Kilometer lange Pipeline war Berichten zufolge bereits Ende Juli von Verbündeten des Irans vom Irak aus attackiert worden. Im Irak operieren einige vom Iran unterstützte Milizen. Wer hinter dem aktuellen Angriff steckt, teilte das Ministerium jedoch nicht mit. Das Energieministerium teilte weiter mit, es seien die notwendigen Massnahmen getroffen worden, um die Pipeline zu sichern. Das saudi-arabische Aussenministerium teilte zudem mit, der Angriff werde auf das Schärfste verurteilt. Die Pipeline hat seit Beginn des Iran-Kriegs eine noch grössere Bedeutung bekommen, da Saudi-Arabien durch sie Öl umleitet, das eigentlich für darauf wartende Öltanker im Persischen Golf bestimmt gewesen wäre. Seit Beginn der Attacken der USA und Israels Ende Februar auf den Iran sowie Gegenangriffen ist die Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Strasse von Hormus faktisch blockiert. Nach einer ersten Analyse seien Pumpstationen getroffen worden, die sich neben der Pipeline befinden, berichtete CNN weiter. Satellitenbilder sollen laut CNN zeigen, dass es zu Bränden gekommen sein könnte; ob die Pipeline beschädigt wurde, sei unklar. Mit einer Fördermenge von rund zehn Millionen Barrel pro Tag ist Saudi-Arabien nach den USA der zweitgrösste Ölproduzent der Welt.
Reaktion der irakischen Regierung und Entlassung des Befehlshabers
Die Regierung in Bagdad reagierte rasch auf den Vorfall und distanzierte sich scharf von den Angriffen. Der irakische Premierminister Ali al-Zaidi ordnete die Entlassung des Operations Commander aus seiner Position an, nachdem eine Bestätigung vorlag, dass die Attacken, die sich gegen die Brüder im Königreich Saudi-Arabien richteten, von einem der Standorte innerhalb der Provinz gestartet worden waren.

His Excellency (al-Zaidi) ordered the dismissal of the Operations Commander from his position, following confirmation that the attacks targeting the brothers in the Kingdom of Saudi Arabia were launched from one of the sites within the province
Büro von Premierminister Ali al-Zaidi
Das Post fügte ferner hinzu, dass al-Zaidi die Bildung eines Untersuchungsausschusses bezüglich des Maysan Operations Command anordnete. Am Freitag verurteilte die irakische Regierung den Angriff, der Saudi Arabiens Ost-West-Pipeline ins Visier nahm, ebenfalls und erklärte, sie lehne jede Aktion ab, die der Sicherheit und Stabilität des Königreichs schadet oder die langjährigen brüderlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern beeinträchtigt. Laut einem X-Post von al-Zaidis Büro erwägt der irakische Premierminister rechtliche Schritte gegen die an dem Angriff Beteiligten und betonte, dass der Staat keine Aktivitäten dulden werde, die den Irak oder dessen Beziehungen zu brüderlichen und befreundeten Ländern in Gefahr bringen.
Zusätzlich kündigte das Büro des Premierministers die Bildung eines Untersuchungsausschusses an. Die irakische Führung betonte in einer offiziellen Erklärung, dass das Land keine Aktivitäten dulden werde, die die Sicherheit der Region oder die Beziehungen zu befreundeten Staaten gefährden. Iraq renews its affirmation that its territories and airspace will not be a launching point for aggression against any country, and that its policy is based on respect for the sovereignty of states, rejection of aggression against them, and working to make its relations with its regional neighbors a bridge for cooperation and stability, not an arena for tension and conflict,
hieß es in der Erklärung des Ministerpräsidentenbüros weiter.
Aussetzung der Exporte und Verzicht auf Vergeltung
Saudi-Arabien setzte den Betrieb der Exportroute vorübergehend aus, während das Energieministerium die notwendigen Sicherungsmaßnahmen einleitete. Trotz der Eskalation und der erlittenen Verletzungen beim Personal zeigte sich Riyadh diplomatisch zurückhaltend. Das saudi-arabische Außenministerium gab am Freitag bekannt, dass man auf eine Vergeltung nach einer Bitte von al-Zaidi verzichtet habe. Der Irak bedankte sich bei den Saudis für deren Entscheidung, nicht zu vergeltend vorzugehen.
