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Welt

Dieselpreise in den USA erstmals über sechs Dollar

Erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten hat der nationale Durchschnittspreis für Diesel die Marke von 6 US-Dollar pro galón überschritten. Laut Branchenangaben vom Freitag, dem 11. September 2026, kletterte der Preis auf 6,06 Dollar pro galón. Experten führen den historischen Höchststand auf den Konflikt im Nahen Osten, schrumpfende Raffineriekapazitäten und ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen zurück.

Historischer Meilenstein an US-Zapfsäulen: Dieselkosten durchbrechen die Sechs-Dollar-Grenze

Der Transportsektor in den Vereinigten Staaten steht unter massivem Druck. Nach aktuellen Daten des Autoclubs AAA stieg der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone Diesel am Freitag auf ein Rekordhoch von 6,05 beziehungsweise 6,06 US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr, als der Preis noch bei rund 3,71 Dollar lag, bedeutet dies eine Verteuerung von mehr als 60 Prozent. Auch Benzin verzeichnet deutliche Aufschläge und liegt im Landesdurchschnitt bei etwa 4,29 bis 4,30 US-Dollar pro Gallone, wie AP News berichtet.

Besonders extrem stellt sich die Situation in Bundesstaaten mit ohnehin hohen Verbrauchsteuern dar. In Kalifornien schoss der Preis für Diesel laut CBS News auf Spitzenwerte von bis zu 7,98 US-Dollar pro Gallone.

Globale Konflikte und der Engpass bei Raffinerien

Hinter dem sprunghaften Anstieg stehen geopolitische Krisen, die die globale Versorgungskette für Rohöl und Treibstoffe empfindlich stören. Haupttreiber ist nach Einschätzung von Experten die anhaltende militärische Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran. Der Konflikt hat den Transport im strategisch wichtigen Persischen Golf stark behindert. Am Donnerstag kletterte der Preis für die internationale Referenzsorte Brent Crude vor diesem Hintergrund auf 108 US-Dollar je Barrel, während das US-Rohöl die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel durchbrach, wie CBS News und AP News ausführen.

Dieselpreise in den USA erstmals über sechs Dollar
Photo: elnacional.com

Hinzu kommen massive Ausfälle bei der Weiterverarbeitung von Rohöl. Arne Lohmann Rasmussen, Analyst bei Global Risk Management, erklärte gegenüber El Nacional, dass Raffinerien im Nahen Osten wegen des Konflikts mit reduzierter Kapazität arbeiten. Gleichzeitig schränken wiederholte ukrainische Drohnenangriffe auf russische Energieinfrastruktur die Ausfuhr von Raffinerieprodukten aus Moskau drastisch ein. Patrick De Haan, Petroleumexperte bei GasBuddy, betonte gegenüber CBS News, dass es in Russland derzeit einfach nicht genug Diesel gebe, um nennenswerte Mengen zu exportieren, was bedauerlicherweise ein großes Problem für eine Weltwirtschaft darstelle, in der nahezu jede schwere Maschine auf Diesel angewiesen sei.

Die International Energy Agency meldete zudem, dass die saudi-arabische Ölproduktion im Vormonat infolge von Angriffen auf Energieanlagen auf den tiefsten Stand seit drei Jahrzehnten gefallen ist. Analysten von S&P Global Energy erwarten infolgedessen, dass die weltweite Ölproduktion das Vorkriegsniveau nicht vor Ende 2027 wieder erreichen wird.

Wirtschaftliche Folgen und drohende Teuerung im Handel

Da Diesel das unverzichtbare Rückgrat für den Güterverkehr per Lkw, Schiene und Frachtschiff sowie für die Landwirtschaft und Baubranche bildet, drohen flächendeckende Preissprünge für Endverbraucher. Bislang hatten Unternehmen die Mehrkosten weitgehend über eigene Gewinnmargen abgefedert oder durch bestehende Lieferverträge aufgefangen. Ökonomen warnen jedoch vor einer spürbaren Trendwende, sobald diese Verträge auslaufen.

The price for diesel fuel is displayed on a pump at a gas station
Photo: dailynews.com

Patrick De Haan von GasBuddy erklärte dazu, der echte Wendepunkt sei erreicht, wenn das teurere Diesel wahrscheinlich länger als sechs Wochen anhalte, da man dann wirklich spüren werde, wie sich die Auswirkungen nach unten durchschlagen, weil diese großen Endverbraucher irgendwann gezwungen sein würden, in großen Mengen einzukaufen.

Diesel prices top $6/gallon for first time

Thomas Ryan, Senior-Nordamerika-Ökonom bei Capital Economics, erklärte gegenüber CBS News, dass Haushalte diese Belastung voraussichtlich für den Rest des Jahres tragen müssen. Das US-Arbeitsministerium teilte mit, dass im August mehr als ein Drittel des Preisanstiegs bei Erzeugerpreisen auf gestiegene Dieselkosten zurückzuführen war, die sich binnen eines Monats um 24,1 Prozent erhöhten.

Besonders anfällig für Preissteigerungen im Einzelhandel sind laut Experten Lebensmittel, die gekühlt transportiert werden müssen und weite Strecken zurücklegen. David Ortega, Agrarökonom an der Michigan State University, erklärte gegenüber CBS News, dass frischer Fisch und Südfrüchte besonders gefährdet seien, während lokal produzierte und ungekühlte Waren stabiler bleiben.

Politische Brisanz im US-Wahlkampf

Die Rekordpreise an den Tankstellen belasten nicht nur die Wirtschaft, sondern schaffen auch erheblichen politischen Gegenwind für die Regierung. Mit Blick auf die anstehenden Kongresswahlen im November sehen sich US-Präsident Donald Trump und die Republikaner mit wachsendem Unmut der Wähler über die Inflation konfrontiert, die im August eine Jahresrate von 3,4 Prozent erreichte.

Dieselpreise in den USA erstmals über sechs Dollar
Photo: noticias.cubitanow.com

Präsident Trump selbst wies die Verantwortung für die wirtschaftlichen Begleiterscheinungen zurück und warf Teheran vor, mit den Ölpreisen desesperadamente influir en las elecciones (nach Angaben von El Nacional) zu versuchen. Gleichzeitig erklärte er öffentlich, dass die Ölpreise nach Einschätzung der Regierung erst nach den Wahlen im November spürbar nachgeben werden, wie AP News berichtet.

US diesel prices soar past $6 a gallon, deepening strain for hauling everyday goods
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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