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Technik und Wissenschaft

USA: Suizidraten bei Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren vervierfachen sich

US-Bundesdaten zeigen einen besorgniserregenden Trend: Die Suizidraten bei Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren haben sich zwischen 2007 und 2024 mehr als vervierfacht. Experten benennen den frühen und intensiven Konsum von sozialen Medien sowie die Folgen der COVID-19-Pandemie als wesentliche Treiber dieser Entwicklung.

Die Kluft zwischen den Suizidraten von Jungen und Mädchen in der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen in den Vereinigten Staaten ist bis zum Jahr 2024 nahezu verschwunden. Nach einer im Fachblatt JAMA Pediatrics veröffentlichten Studie lag die Rate bei Jungen im Jahr 2024 nur noch um vier Prozent über der von Mädchen, wie analysierte Bundesdaten ab dem Jahr 2001 belegen.

Historischer Rückgang der Geschlechterlücke bei Jugendlichen

Historisch gesehen lagen die Suizidraten bei Jungen in allen Altersgruppen höher als bei Mädchen. Noch im Jahr 2017 verzeichneten Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren eine fast doppelt so hohe Suizidrate wie Mädchen derselben Altersgruppe. Bis 2024 glichen sich die Werte jedoch weitgehend an.

Diese Annäherung wurde maßgeblich durch zwei entgegengesetzte Entwicklungen angetrieben: Zwischen 2018 und 2024 sank die Rate für Jungen um 35 Prozent, während sie für Mädchen im selben Zeitraum um 13 Prozent anstieg. Langfristig betrachtet vervierfachte sich die Rate bei jungen Mädchen sogar. Sie stieg von 0,51 Fällen pro 100.000 Mädchen im Jahr 2007 auf 2,28 im Jahr 2024. Bei Jungen verdoppelte sich die Rate im gleichen Zeitraum fast und kletterte von 1,20 auf 2,38 pro 100.000.

Die Forscher betonen, dass Suizid die zweithäufigste Todesursache für Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren in den Vereinigten Staaten ist. Dieser besorgniserregende Anstieg betrifft verschiedene demografische Gruppen gleichermaßen und zeigt sich bei schwarzen, hispanischen und weißen Kindern. Im Jahr 2024 übertraf die Suizidrate bei schwarzen Mädchen jene der schwarzen Jungen sogar leicht.

Rolle von Smartphones und Sozialen Medien nach 2020

Als Hauptursache für den kontinuierlichen Anstieg bei jungen Mädchen nennen Experten die verstärkte Nutzung von Plattformen wie TikTok, Instagram und Snapchat sowie die Auswirkungen der Pandemiejahre. Dr. Jean Twenge, Professorin für Psychologie an der San Diego State University, weist darauf hin, dass soziale Medien bei Mädchen stärker mit Depressionen und mentalen Belastungen verknüpft sind als bei Jungen.

Dr. Jean Twenge, Professorin für Psychologie an der San Diego State University, erklärte, sie halte es für ziemlich offensichtlich, dass soziale Medien und Smartphones ungefähr von 2010 bis 2019 für einen großen Teil dieses Suizidanstiegs verantwortlich gewesen seien, insbesondere bei Mädchen.

USA: Suizidraten bei Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren vervierfachen sich
Photo: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/suicide/

Nach dem Jahr 2020 verbrachten Jugendliche deutlich mehr Zeit online, während persönliche Kontakte mit Freunden und die Schlafdauer abnahmen. Zudem veränderten digitale Plattformen die soziale Dynamik grundlegend. Popularity has become a number, erklärt Twenge mit Blick auf Follower-Zahlen und Likes. Für Mädchen in der sensiblen Altersstufe zwischen 10 und 14 Jahren sei der Druck besonders hoch, da diese Rückmeldungen oft an ein sexualisiertes Erscheinungsbild geknüpft sind. Vergleiche bei Jungen orientierten sich dagegen häufig an erreichbaren Handlungen wie Sport oder dem Verdienen von Geld.

Gegensätzliche Entwicklungen während der Pandemie

Während die Raten bei jungen Mädchen nach 2020 weiterstiegen, war bei Jungen derselben Altersgruppe ein Rückgang zu verzeichnen.

USA: Suizidraten bei Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren vervierfachen sich
Photo: LiveNOW from FOX

Die Studienautoren betonen, dass zukünftige Untersuchungen genauer analysieren müssen, welche Risikofaktoren bei Jungen abnahmen, während sie bei Mädchen stabil blieben oder weiter anstiegen. Um dieser Krise zu begegnen, schlagen Experten konkrete Maßnahmen vor.

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person sich in einer Krise befinden, erhalten Sie rund um die Uhr kostenlose und vertrauenswürdige Unterstützung über die Telefonseelsorge oder den amerikanischen Krisendienst unter der Nummer 988.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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