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Andreas Babler eröffnet ORF-Zukunftsforum

Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler hat am 10. Rund 200 Teilnehmer erarbeiten dort Grundlagen für eine umfassende ORF-Gesamtreform, die Themen von KI-Initiativen bis zur Neugestaltung des Stiftungsrats umfasst.

Im prunkvollen, mit historischen Dokumenten dekorierten Ministeriumsraum in der Radetzkystraße trafen sich rund 200 Persönlichkeiten aus Medienwirtschaft, Politik und Kultur, um über die künftige Ausrichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu beraten. Vizekanzler Andreas Babler betonte bei seiner Eröffnungsrede die fundamentale Bedeutung des Senders. Wir brauchen die klügsten Köpfe, um den ORF für die Zukunft zu rüsten, sagte der Medienminister und verwies auf die Verantwortung des Mediums für die Qualität der Demokratie.

Fünf Arbeitsgruppen für die ORF-Gesamtreform im Ministerium

Das zweitägige Treffen dient als offizieller Startschuss für eine im Regierungsübereinkommen verankerte Gesamtreform. Experten, Parteifunktionäre und Branchenvertreter diskutieren in separaten Gruppen über die Zukunft des Senders, dessen Strukturen und digitale Ausrichtung.

  • Öffentlich-rechtlicher Auftrag und Programm
  • Jugend und Medienkompetenz
  • Digitalisierung, Plattformen und Künstliche Intelligenz
  • Strukturen, Governance und Repräsentanz des Publikums
  • Kooperationen und Medienstandort Österreich

Digitale Entfesselung und Partnerschaften mit der Medienbranche

Ein zentraler Streitpunkt bleibt der digitale Auftritt des Senders. Die amtierende Generaldirektorin Ingrid Thurnher forderte im Vorfeld eine digitale Entfesselung. Das Publikum müsse auf allen Kanälen und Social-Media-Plattformen einen Gegenwert für die Haushaltsabgabe erhalten, während bestehende Verbote und Forenbeschränkungen fallen müssten. Medienminister Babler signalisierte hierbei Unterstützung und betonte, der ORF benötige die rechtlichen Möglichkeiten zur digitalen Weiterentwicklung.

Auch im Bereich der Kooperationen mit privaten Medien zeichnen sich mögliche Annäherungen ab. Thurnher positionierte den Sender als Infrastrukturpartner des gesamten Medienstandorts und stellte gemeinsame Initiativen bei der Werbevermarktung, Künstlicher Intelligenz oder im Einkauf in Aussicht. Die entsprechende Arbeitsgruppe leitet die Kommunikationsberaterin Eva Weissenberger.

Kritik an Governance und Parteieinfluss im Stiftungsrat

Ein weitgehend unstrittiger Befund betrifft die Mängel in der Führung des öffentlich-rechtlichen Medienhauses. Unter der Leitung des Rundfunkrechtlers Hans Peter Lehofer analysiert eine eigene Arbeitsgruppe die Strukturen des Stiftungsrats. Dass das oberste Gremium dysfunktional agiert und der politische Parteieinfluss zu stark ist, gilt unter den Teilnehmern als Konsens. Diskutiert wird zudem eine Reform der Geschäftsführung hin zu einer Alleingeschäftsführung.

Prominente Perspektiven aus Kultur, Sport und Wissenschaft

Neben politischen Vertretern und Medienmanagern binden die Veranstalter auch externe Expertise und prominente Gäste ein. So stehen Keynotes der Medienwissenschaftlerin Annika Sehl von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingoldstadt, des Jugendforschers Matthias Rohrer und der Schweizer SRG-Generaldirektorin Susanne Wilke auf dem Plan. Zum Abschluss des ersten Tages debattieren unter anderem Fußball-Teamchef Ralf Rangnick, Kletter-Weltmeister Jakob Schubert, Kabarettistin Marina Lacković sowie Sängerin Anna Buchegger über die Frage, ob der Sender ein Programm für alle Bevölkerungsschichten bietet.

Andreas Babler eröffnet ORF-Zukunftsforum
Photo: medianet.at

Der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig wird sich am Nachmittag des zweiten Tages mit seiner programmatischen Ansage Ein ORF, dem Österreich vertraut an die Öffentlichkeit wenden. Wann die erarbeiteten Vorschläge in konkrete Gesetzesinitiativen gießen werden, ließ der Medienminister zum Auftakt des Forums noch offen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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