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Technik und Wissenschaft

Paks-Kernkraftwerk kurz davor, den Betrieb herunterzufahren

Wegen extremer Hitzewellen und historisch niedriger Wasserstände in europäischen Flüssen drosseln Kernkraftwerke in Ländern wie Ungarn und Rumänien ihre Leistung. Die kritische Kühlwassersituation zwingt Ingenieure zu Notmaßnahmen wie dem Einbringen von tonnenweise Gestein und dem Einsatz von Sprengstoff, um die Energieversorgung zu stabilisieren.

Sommerhitze und anhaltende Dürren in Europa setzen der konventionellen Energieinfrastruktur massiv zu. Während die Kernkraft häufig als verlässliche und CO₂-arme Alternative zu fossilen Energieträgern angepriesen wird, offenbart sich in den Sommermonaten eine verwundbare Seite der Technologie: die Abhängigkeit von riesigen Mengen Kühlwasser aus natürlichen Flüssen, wie Berichte von Branchenbeobachtern zeigen.

Krise am ungarischen Paks-Kernkraftwerk und Flussbaumaßnahmen

Besonders kritisch ist die Lage am Kernkraftwerk Paks in Ungarn. Die Anlage mit einer Leistung von zwei Gigawatt liefert in einem durchschnittlichen Jahr nahezu die Hälfte des gesamten ungarischen Strombedarfs. Wegen des drastischen Wassermangels in der Donau stand die Einrichtung kurz davor, den Betrieb vollständig herunterzufahren.

Um die Kühlung der Reaktoren zu sichern, reagierte die Regierung mit ungewöhnlichen logistischen Schritten. Ingenieure wurden mobilisiert, um rund 145.000 Kubikmeter Gestein in das Flussbett zu transportieren. Mit dieser Maßnahme soll die Strömung manuell verlangsamt und flussaufwärts mehr Wasser zurückgehalten werden, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Sprengungen und Produktionsrückgänge in Rumänien und Frankreich

Ähnlich dramatisch stellt sich die situation im Nachbarland Rumänien dar. Der staatliche Kernkraftwerksbetreiber droht dort im schlimmsten Fall die letzte verbliebene Reaktoreinheit komplett abschalten zu müssen. Um diesem Szenario vorzubeugen, griff die rumänische Marine zu drastischen Mitteln: 180 Kilogramm Sprengstoff wurden gezündet, um den Lauf der Donau gezielt umzuleiten und Wasser in Richtung der Kühlanlagen zu lenken.

In Frankreich sorgt eine Kombination aus extremer Dürre und einem wiederkehrenden Quallenaufkommen für spürbare Einschnitte. Die dortige Nuklearproduktion sank infolgedessen um 20 Prozent. Dank eines insgesamt breiter diversifizierten Stromnetzes fallen die Auswirkungen in Frankreich allerdings weniger existenzbedrohend aus als in Ungarn oder Rumänien.

Wirtschaftliche Belastungen und Ausblick auf kommende Hitzewellen

Paks-Kernkraftwerk kurz davor, den Betrieb herunterzufahren
Photo: Gamestar
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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