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Technik und Wissenschaft

Kernkraftwerk Paks: MVM-Ingenieure lösen Wasserkrise und nehmen Reaktor wieder auf

Das ungarische Kernkraftwerk Paks bleibt weiterhin in Betrieb, nachdem Ingenieure eine akute Wasserkrise gelöst haben. Die Techniker des staatlichen Energieversorgers MVM meldeten am 3. August 2026 den Wiederbetrieb des Reaktors nach einer Notabschaltung am Vortag.

Die Wasserkrise im Kernkraftwerk Paks, das 90 Prozent des ungarischen Stroms liefert, drohte am Montag, die Produktion zu stoppen. Der Reaktor musste am 2. August aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden, als die Kühlwasserzufuhr durch den Fluss Donau aufgrund niedriger Wasserstände beeinträchtigt wurde. „Wir haben innerhalb von 24 Stunden alternative Kühlquellen aktiviert und die Systeme stabilisiert, sagte Zoltán Szabó, Leiter der technischen Sicherheitsabteilung bei MVM, in einer Pressekonferenz.

Kritischer Wasserstand im Donau-System

Der Donaupegel sank auf 3,8 Meter, was die Ansaugpumpen des Kraftwerks behinderte. Die Ingenieure verwendeten stattdessen Grundwasser aus tiefen Brunnen, um die Kühlsysteme zu sichern. Dieser Prozess wurde von der ungarischen Atomenergiebehörde (MEKH) überwacht, die am 3. August die Wiederzulassung des Reaktors genehmigte. „Die Maßnahmen entsprechen den strengen Sicherheitsstandards, erklärte MEKH-Sprecherin Eszter Kovács.

Technische Innovation unter Druck

Die Lösung der Ingenieure stellte eine seltene Prüfung dar. „Wir haben ein neuartiges Pumpensystem getestet, das bislang nur in Simulationen eingesetzt wurde“, sagte Miklós Tóth, Projektleiter bei MVM. Das System ermöglichte eine schnelle Anpassung der Kühlwasserzufuhr, ohne die Reaktor-Temperatur zu gefährden. Experten aus der Schweiz und Frankreich, die im Auftrag der EU zur Sicherheitsüberprüfung eingreifend, bestätigten die Effektivität der Maßnahmen.”

Betroffene Regionen und langfristige Auswirkungen

Die Abkühlung des Reaktors hatte kurzfristig Auswirkungen auf die Stromversorgung in Westungarn. Laut MVM fiel der Stromexport um 12 Prozent, was vor allem ländliche Gebiete beeinträchtigte. Die Regierung kündigte an, eine Notfallreserve für kritische Infrastrukturen zu aktivieren. „Die Krise zeigt, wie abhängig wir von der Donau sind, sagte Umweltminister Gábor Szabó in einer Rede. „Wir arbeiten an langfristigen Strategien zur Diversifizierung der Kühlquellen.

Zukünftige Herausforderungen

Die MEKH hat eine umfassende Untersuchung der Vorfälle angekündigt, die bis Ende August abgeschlossen sein soll. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für neue Sicherheitsvorschriften bilden. Gleichzeitig rücken die Auswirkungen des Klimawandels auf Flusspegel in den Fokus. „Wenn solche Extremereignisse häufiger werden, müssen wir uns auf alternative Lösungen vorbereiten, betonte der Klimaforscher Dr. László Varga in einem Interview. Die Ingenieure von MVM planen, bis 2027 eine zweite Kühlwasserquelle zu installieren, um künftige Krisen zu vermeiden.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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