Der Eishockey-Weltverband IIHF hat den ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Patrick Fischer wegen eines gefälschten Covid-Zertifikats für vier Jahre gesperrt. Die bis 2030 geltende Sanktion betrifft ausschliesslich Nationalteams. Ob Fischer auch im Schweizer Club-Eishockey an die Bande zurückkehren darf, hängt von einem noch ausstehenden Entscheid von Swiss Sport Integrity ab.
Entscheid der IIHF zur Sperre von Patrick Fischer
Der Eishockey-Weltverband IIHF hat das Verfahren im Fall Patrick Fischer abgeschlossen und eine weitreichende Strafe ausgesprochen. Wie die «NZZ» berichtet, wird der im Frühling entlassene Nationalcoach für vier Jahre gesperrt. Das Urteil schliesst aus, dass Fischer bis zum Jahr 2030 eine Nationalmannschaft betreut.
Vergehen an den Olympischen Spielen 2022 in Peking
Das Vergehen an den Olympischen Spielen 2022 in Peking führte im Frühjahr zu intensiven Diskussionen. Auslöser für die Sanktion ist die Affäre um ein gefälschtes Corona-Impfzertifikat, mit dem der frühere Schweizer Nationaltrainer (2015-2025) unter anderem bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking die geltenden Covid-Regeln umging. Fischer machte die Urkundenfälschung Mitte April publik und gab zu, dass er mit einem gefälschten Zertifikat an die Olympischen Spiele in Peking gereist ist, nachdem er zuvor von SRF mit den Vorwürfen konfrontiert worden war. Zuvor wurde Fischer 2023 wegen Urkundenfälschung für sein Vergehen verurteilt. Der Schweizerische Eishockeyverband und Swiss Olympic hatten vom Vorfall keine Kenntnis.
Der öffentliche Druck wuchs im Frühjahr stark an, nachdem bekannt wurde, dass er 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an die Olympischen Spiele gereist war. Kurz vor der Heim-WM im eigenen Land wurde Patrick Fischer als Headcoach freigestellt und Jan Cadieux beerbte Patrick Fischer als Trainer der Eishockey-Nati. Gut vier Monate später blickt Fischer auf die schwierige Zeit zurück und sagt in einem Interview mit «Blick»: «Ich habe schon Frieden damit geschlossen. Ich kann auf zehn unglaubliche Jahre zurückblicken, die etwas vom Schönsten waren, das ich je erlebt habe. Sportlich und menschlich. Das überwiegt heute.» Fischer ergänzte, dass er sich nach fast zehn Jahren als Nati-Trainer natürlich einen anderen Abgang gewünscht und gerne mit Freude weitergearbeitet hätte. Zudem hegt Fischer heute keine Absicht, SRF zu verklagen.
Auswirkungen auf Club-Trainerämter und Schweizer Ligen
Auswirkungen auf Club-Trainerämter und Schweizer Ligen bleiben in einem bestimmten Rahmen offen. Das bedeutet, dass Fischer bis 2030 kein Nationalteam betreuen darf, während eine Tätigkeit als Clubtrainer möglich bleibt und die nationalen Ligen im Urteil nicht eingeschlossen sind. Ob Fischer einen Klub in der Schweiz übernehmen könnte, hängt davon ab, ob Swiss Sport Integrity (SSI) der IIHF-Sperre folgt. Tut die zuständige Schweizer Behörde das, wäre eine Anstellung im hiesigen Hockey ebenfalls ausgeschlossen. Die Ethikbehörde SSI gilt aber als chronisch überlastet, und wann SSI entscheidet, ist unklar. Noch ist unklar, ob Fischer das Urteil anfechten möchte, da er sich derzeit noch mit seiner Entourage über das weitere Vorgehen berät. Ob Fischer gegen die Sperre vorgeht, ist somit noch offen.

Trotz der Situation gab es nach dem Aus beim Schweizer Verband internationales Interesse: Insbesondere der deutsche und der tschechische Eishockeyverband hatten Interesse bekundet, Fischer als Nationaltrainer anzustellen, woraufhin der Schweizer die Anfragen allerdings ablehnte.
Administrativuntersuchung des Schweizerischen Eishockeyverbandes
Parallel dazu verlief die Aufarbeitung innerhalb des nationalen Verbandes. Der Bericht wird nicht veröffentlicht – weder vollständig noch in Auszügen.
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