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Österreichische Schüler Zeigen Sinkende Leistungsbereitschaft im Unterricht

Zwei Drittel der Jugendlichen in Österreich strengen sich im Unterricht an, was einen Rückgang im Vergleich zur PISA-Erhebung von 2022 darstellt. Zugleich bemängeln Bildungsexperten wie der Gesamtschulleiter Klaus Besser in Hofgeismar mangelnden Ehrgeiz, während aktuelle Erhebungen eine sinkende Leistungsbereitschaft und zunehmende Schulmüdigkeit unter Schülern aufzeigen.

Die schulische Motivation und Leistungsbereitschaft von Jugendlichen stehen im Fokus aktueller Erhebungen. Während im Jahr 2022 noch mehr Schüler bei der PISA-Studie besonderen Ehrgeiz zeigten, engagieren sich aktuell nur noch zwei Drittel der Jugendlichen in Österreich in der Schule besonders stark, wie Erhebungen über die Schülermotivation belegen. Parallel dazu hat sich die Einstellung gegenüber neuen Lerninhalten spürbar gewandelt.

Gesunkene Leistungsbereitschaft und sinkender Wissensdurst

Immer mehr Schüler empfinden das Aneignen neuer Inhalte als langweilig. Ein Viertel der Befragten stuft den Schulbesuch sogar als reine Zeitverschwendung ein. Besonders deutlich zeigt sich diese Haltung bei jungen männlichen Jugendlichen im Alter von 15 bis 16 Jahren, die berufsbildende Schulen oder Privatschulen besuchen. Fast 60 Prozent dieser Gruppe äußern zudem die Ansicht, dass die schulische Ausbildung sie unzureichend auf das Leben als Erwachsene vorbereitet – ein Wert, der den OECD-Durchschnitt um zehn Prozent übersteigt.

Die PISA-Untersuchungen, welche die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verantwortet, testen regelmäßig 15- bis 16-jährige Jugendliche in den Bereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften. Die gesunkenen Werte bei der Anstrengungsbereitschaft spiegeln dabei eine breitere Entwicklung wider, die über Ländergrenzen hinweg beobachtet wird.

Kritik an Lernhaltungen und mangelndem Biss in Schulen

Bereits vor einigen Jahren monierten Schulleiter und Vertreter der Wirtschaft eine mangelnde Zielstrebigkeit bei Schulabgängern. Klaus Besser, Gesamtschulleiter der Gustav-Heinemann-Schule in Hofgeismar, verwies darauf, dass es vielen Schülern an Biss und dem nötigen Eigenwillen fehle. Das Gelernte werde oft nur kurzfristig für die nächste Klassenarbeit behalten und anschließend direkt wieder abgehakt, was eine nachhaltige Verankerung für die spätere Ausbildung erschwere.

Zu den Herausforderungen gehört auch die Orientierungslosigkeit vieler Absolventen. Erich Horbrügger, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Kassel, stellte fest, dass zahlreiche Jugendliche nach ihrem Schulabschluss nicht wissen, was sie beruflich wollen. Obwohl rund 40 bis 45 Prozent der Gesamtschüler in Hofgeismar das Abitur anstreben – oftmals angetrieben durch elterliche Ängste vor mangelnden Zukunftschancen –, stehen auch mit Haupt- und Realschulabschlüssen samt einer erfolgreichen Gesellenprüfung Wege offen, die jedoch Einsatz und Engagement verlangen.

Gegenmaßnahmen und praktische Berufsorientierung

Um dem Mangel an Vorbereitung zu begegnen, setzen Schulen und Handwerksorganisationen auf gezielte Praxistage. An der Gesamtschule in Hofgeismar absolvieren Schüler der neunten Klassen Praxisphasen in Betrieben, bei denen nach Angaben von Besser der persönliche Eindruck oft schwerer wiegt als die reinen Noten. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Berufsinfotage sowie den Einsatz von Berufseinstiegsbegleitern.

Zusätzliche Unterstützung bietet die Berufliche Vorbereitung und Bildung (BVB), die von der Kreishandwerkerschaft und der Arbeitsagentur getragen wird und rund 70 Jugendlichen bei der Orientierung hilft. Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen, Jugendliche langfristig für das Lernen zu begeistern und die Kluft zwischen schulischem Unterricht und den Anforderungen des Berufslebens zu schließen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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