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Welt

Discovery Park of America veranstaltet 9/11-Treppenlauf

Während in Union City im US-Bundesstaat Tennessee Feuerwehrmänner beim traditionellen Treppenlauf an die Opfer des 11. September 2001 erinnern, sorgt Donald Trump mit neuen Erzählungen über seine angeblichen Rettungseinsätze in New York für Debatten. Berichte zeigen, wie Gedenken und politische Rückblicke das Bild der Anschläge prägen.

Discovery Park of America in Union City

Zwei Tage vor dem 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 in New York verbinden Gemeinden in den Vereinigten Staaten das Gedenken an die Opfer weiterhin mit physischen Herausforderungen und historischer Bildungsarbeit. Im neunten Jahr veranstaltete der Discovery Park of America in Union City gemeinsam mit lokalen Feuerwehren einen symbolischen Treppenlauf (9/11 Memorial Stair Climb). Die Veranstaltung bringt aktive sowie im Ruhestand befindliche Einsatzkräfte und Bürger zusammen, um die Stufen im Gedenken an die verstorbenen Rettungskräfte zu erklimmen.

Der Treppenlauf in Union City als lebendiges Gedenken. An dem diesjährigen Gedenken in Tennessee beteiligten sich mindestens acht lokale Schulen. Kinder aus den Klassenstufen K bis 12 gestalteten ermutigende Plakate, die entlang des Aufstiegs platziert wurden. Lauren Jones, Senior Director of Event Operations im Discovery Park of America, betonte die Bedeutung der Einbindung junger Generationen, die den historischen Tag oft nur aus Erzählungen kennen.

„Our goal here is to make sure that it never is forgotten. Everything is remembered, and it stays intact of exactly how important the families were.“

Lauren Jones, Senior Director of Event Operations at Discovery Park of America

Lauren Jones schilderte zudem ihre Erfahrung, wie sie ihre Kinder im Alter von 2, 7 und 11 Jahren zu der Veranstaltung mitbrachte, um den Feuerwehrleuten zuzusehen und die Erinnerung wachzuhalten. Alle Einnahmen der Veranstaltung fließen an die National Fallen Firefighters Foundation. Der lokale Feuerwehrchef Karl Ullrich emcee-te die Veranstaltung und unterstrich, dass die Organisation nicht nur den Opfern des 11. September hilft, sondern Familien von im Dienst verstorbenen Feuerwehrleuten dauerhaft unterstützt.

Karl Ullrich und der historische Vergleich

Feuerwehrchef Karl Ullrich und der historische Vergleich. Feuerwehrchef Karl Ullrich schlug bei der Veranstaltung einen Bogen zu früheren Wendepunkten der amerikanischen Geschichte. Er verwies auf die Angriffe auf Pearl Harbor im Jahr 1941 und sagte, dass die damalige Losung lautet: Remember Pearl Harbor. Zudem verwies Ullrich darauf, dass andere Feuerwehren der Region wie die Martin Fire Department, Paris Fire Department und Mayfield Fire Department ebenfalls erschienen, um Unterstützung zu leisten.

Interview mit dem Fox-News-Moderator Trey Gowdy

Donald Trumps umstrittene Schilderungen im Interview. Während im ganzen Land Gedenkveranstaltungen stattfinden, sorgen Äußerungen von Donald Trump in einem Interview mit dem Fox-News-Moderator Trey Gowdy für Diskussionen über den genauen Ablauf der damaligen Ereignisse. Im Gespräch auf Sunday Night in America with Trey Gow erinnerigte sich der 80-Jährige daran, wie er den Morgen des Anschlags erlebte. Er habe gegen 8.30 Uhr eine Business-Sendung im TV geschaut und sich auf Jack Welch gefreut.

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Photo: wpsdlocal6.com

„Ich werde es nie vergessen. Plötzlich ging es nicht um Jake Welche oder irgendetwas anderes. Es hiess bloss: ‚Es gibt ein Feuer im World Trade Center. Es ist oben.‘ Sie sagten, es müsse ein Heizkessel sein, der explodiert ist. Aber ich weiss alles über Heizkessel. Heizkessel sind im Keller, nicht oben.“

Ersthelfer von 9/11 blicken 25 Jahre später auf den tragischen Tag zurück

Donald Trump

Trump fuhr in dem Interview fort und erklärte, er habe ein Apartment in Midtown Manhattan mit Blick auf das World Trade Center. Er habe gesehen, wie das zweite Flugzeug in den Turm flog: Das Ding kam direkt in das zweite Gebäude. Ich sah, wie es passiert ist, und ich sagte: 'Wow, wir sind jetzt in einer anderen Zeit.' Ich habe es gesehen und sagte: 'Die Welt hat sich gerade verändert.' Anschliessend erzählte Trump, dass er zu jener Zeit eine Baustelle in New York unterhielt.

„Ich hatte viele Bauarbeiter, und ich ging sehr kurz [nach den Anschlägen], am folgenden Tag – man konnte nicht am gleichen Tag gehen – und wir haben lange und hart gearbeitet.“

Donald Trump

Sprich: Der Bauherr habe seine Arbeiter angewiesen, den Rettungskräften zu helfen, die Verschütteten unter den Trümmern zu bergen. Trump fügte hinzu: Es war so schrecklich und so hoffnungslos. Aber man könne über New York sagen, was man wolle: Die Stadt habe schnell gehandelt. Der Schutt war hoch wie ein Berg. Es wurde so schnell gemacht.

New Yorker Feuerwehr weiss von nichts

Das Problem ist laut den Berichten allerdings, dass es keinen Beleg dafür gibt, dass Trump auch nur in der Nähe des Ground Zero war. Bis auf Trumps eigene Aussagen gibt es keine Beweise für diese angebliche Ersthilfe, und die New Yorker Feuerwehr weiss von nichts. Zuvor hatte Trump nach früheren Berichten zudem berichtet, er habe Menschen aus den Fenstern springen sehen, obwohl sein Apartment mehr als sechs Kilometer vom World Trade Center entfernt war.

Discovery Park of America veranstaltet 9/11-Treppenlauf
Photo: Bluewin
Pentagon first responder looks back on 25 years since 9/11 terrorist attacks | Sunrise
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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