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Sport

LIV Golf beantragt Gläubigerschutz nach Chapter 11

Die von Saudi-Arabien finanzierte LIV Golf League hat nach einer abrupten Einstellung der Mittel durch den Public Investment Fund überraschend Gläubigerschutz nach Chapter 11 in New Jersey beantragt. Das Aus für die aktuelle Struktur nach fünf Jahren Betrieb hinterlässt Millionenlöhne für Top-Stars wie Jon Rahm und Bryson DeChambeau sowie eine ungewisse Zukunft.

Nach fünf Jahren und immensen Ausgaben steht die von Saudi-Arabien unterstützte LIV Golf League vor dem tiefgreifenden Umbruch. Das Unternehmen hat in New Jersey offiziell Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 gestellt, nachdem der primäre finanzielle Rückhalt weggebrochen war. Der Schritt besiegelt das vorzeitige Ende der Saison 2026, die in Indianapolis abrupt gestoppt werden musste, während die Verantwortlichen gleichzeitig an einer Neustrukturierung unter dem Arbeitstitel „LIV 2.0“ arbeiten.”

Finanzierungsstopp durch den Public Investment Fund

Die finanzielle Kehrtwende vollzog sich im April, als Saudi-Arabiens Public Investment Fund (PIF) die Fördergelder stoppte. Auslöser waren veränderte Prioritäten des staatlichen Fonds, der Mittel auf heimische Projekte umlenken muss und auf finanzielle Belastungen im Zusammenhang mit dem regionalen Konflikt mit dem Iran reagiert. Im Zuge dieser Entscheidung reichte PIF-Gouverneur Yasir Al-Rumayyan seinen Rücktritt aus dem Vorstand der Liga ein.

Zwischen 2021 und 2026 investierte die Führungsschicht nach Schätzungen zwischen 5 Milliarden und 8 Milliarden US-Dollar in das Projekt. Mit dem Ausbleiben der Zahlungen schrumpfte der Turnierkalender auf die kürzeste Spielzeit seit dem Start im Jahr 2022. Veranstaltungen wie die Turniere in New Orleans und die Team-Meisterschaft in Michigan fielen weg; Letztere wurde mit dem Event in Indiana zusammengelegt.

Millionenfache Forderungen von Top-Spielern

Die Insolvenzunterlagen offenbaren erhebliche finanzielle Verpflichtungen gegenüber den sportlichen Aushängeschildern der Liga. Mehrere der prominentesten Profis gehören zu den Hauptgläubigern, die auf ausstehende Zahlungen warten. Angeführt wird die Liste der unbezahlten Bezüge von Jon Rahm mit 7,4 Millionen US-Dollar sowie Bryson DeChambeau, dem 5,7 Millionen US-Dollar geschuldet werden.

Ebenfalls auf der Gläubigerliste stehen Dustin Johnson mit 5,4 Millionen US-Dollar und Cameron Smith, dem 4,8 Millionen US-Dollar zustehen. Die Chapter-11-Verfahren werden voraussichtlich dazu führen, dass die bestehenden Spielerverträge für ungültig erklärt werden, was die vertragliche Zukunft der Sportler völlig offenlässt.

Spieler Ausstehende Forderung
Jon Rahm 7,4 Millionen US-Dollar
Bryson DeChambeau 5,7 Millionen US-Dollar
Dustin Johnson 5,4 Millionen US-Dollar
Cameron Smith 4,8 Millionen US-Dollar

Restrukturierungsplan und die Zukunft von „LIV 2.0“

Um den Fortbestand des Ligabetriebs während des Insolvenzverfahrens zu sichern, stellte der PIF eine Überbrückungshilfe von 50 Millionen US-Dollar bereit. Der operative Stab wurde in den vergangenen Wochen stark verkleinert, und auch zahlreiche Event-Dienstleister warten auf ihr Geld. Gleichzeitig treibt die Führung ein geplantes Rettungskonzept voran.

Hinter den Kulissen verhandelt die Liga über einen Neustrukturierungsplan namens „LIV 2.0“, der für das Jahr 2027 anvisiert ist. Als potenzieller Geldgeber ist die in London ansässige Private-Equity-Firma BC Partners im Gespräch, die finanzielle Verbindungen zur Spieleragentur GSE Worldwide unterhält. Das Modell sieht vor, dass die Profis die Mehrheit an der Liga erhalten und direkt an deren wirtschaftlichem Wert beteiligt werden.”

Die nächste Phase von LIV Golf wird auf einem nachhaltigen Geschäftsmodell und einer engeren Verbindung zwischen den Spielern und der Liga basieren, mit Teamgolf im Mittelpunkt. Die Spieler erhalten die Möglichkeit, direkt an dem Wert teilzuhaben, den sie mitgestalten, während die Teams zu dauerhaften globalen Sportunternehmen heranwachsen sollen. Scott O’Neil, CEO von LIV Golf, via sports.yahoo.com

Das geplante Format für den Neustart unterscheidet sich von den ursprünglichen Anfängen der Serie. Vorgesehen sind Felder mit 75 Spielern, Turniere über 72 Löcher, klassische Cuts, Montagsqualifikationen und eine Ausrichtung an nationalen Teamstrukturen. Damit nähert sich die Organisation jenem traditionellen Tour-Modell an, das man bei der Gründung einst ersetzen wollte.

Auswirkungen auf den Profisport und den PGA Tour-Konflikt

Während die Liga juristisch und strukturell neu geordnet wird, bleibt die sportliche Perspektive der Akteure ungewiss. Jon Rahm ist vertraglich gebunden, während Bryson DeChambeau kurz vor dem Zusammenbruch der Finanzierung in Verhandlungen über eine Verlängerung stand. Die PGA Tour hatte Spieler, die zu LIV gewechselt waren, für mindestens ein Jahr ab ihrem letzten Auftritt gesperrt. Ausnahmen blieben rar; so kehrte der fünfmalige Major-Sieger Brooks Koepka nach Vertragsende Ende 2025 unter strengen finanziellen Auflagen zur PGA Tour zurück.

LIV Golf beantragt Gläubigerschutz nach Chapter 11

Und die Fans werden weiterhin im Mittelpunkt allem stehen, was wir tun. An jeden, der einen Teamhut getragen, seine Familie zu einem Event mitgebracht, über die fünf Kontinente zugeschaut, über soziale Medien inspiriert oder einfach nur daran geglaubt hat, dass professioneller Golfsport für jeden da sein kann: Danke schön. Scott O’Neil, CEO von LIV Golf, via sports.yahoo.com

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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