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Swiss verlässt umstrittenes Crew-Hotel in Miami Beach nach Kritik

Nach monatelanger Kritik an unzumutbaren Zuständen hat die Fluggesellschaft Swiss ihr umstrittenes Crew-Hotel in Miami Beach verlassen. Seit dem 3. September übernachten die Besatzungen in einer neuen Unterkunft, nachdem wiederholte Beschwerden über Schimmel, Ungeziefer und defekte Klimaanlagen nicht nachhaltig behoben werden konnten.

Monatelanger Ärger am Strand

Schimmel, Ungeziefer, kaputte Klimaanlagen und blockierte Notausgänge: Seit Monaten sorgte das Crewhotel von Swiss in Miami bei Piloten und Flugbegleiterinnen für Ärger, wie das Aviatikportal Aerotelegraph berichtet. Seit dem 3. September übernachten die Besatzungen nicht mehr im umstrittenen Hotel in Miami Beach, direkt am Strand. Damit vollzieht Swiss eine bemerkenswerte Kehrtwende. Bereits im Winter hatten Crewmitglieder über Schmutz, Ungeziefer, defekte Aufzüge und Klimaanlagen geklagt. Auch Türen und Notausgänge sorgten für Kritik. Dazu kam Lärm, der den Besatzungen nach den langen Flügen die dringend benötigte Erholung erschwert haben soll. Die Swiss hatte trotzdem an der Unterkunft festgehalten.

Katastrophaler Zustand laut Gästen

Schon ein kurzer Blick auf die Google-Rezensionen genügt, um zu sehen, wo das Problem liegt. «Das Hotel ist in einem katastrophalen Zustand! Die Möbel fallen auseinander, die Dusche ist so verkalkt, und auf warmes Wasser wartet man ewig!», schreibt ein Gast. Ein anderer meint: «Das Hotel lebt nur von seiner Lage. Die Zimmer sind sehr alt, und genau so riecht es auch. Hinzu kommt, dass sie gefühlt gar nicht gereinigt werden.»

Gewerkschafts-Druck und Lufthansa-Aus

Auch die Kabinengewerkschaft Kapers wurde im Januar deutlich: Mindeststandards seien nicht eingehalten worden. Es gehe nicht nur um Komfort, sondern um Hygiene, Sicherheit und Ruhe. Eine weitere Unterbringung sei nicht vertretbar. Lufthansa zog damals bereits aus dem Hotel aus – die Swiss blieb. Die Airline setzte auf Verbesserungen durch den Betreiber. Doch mehr als sieben Monate später muss sie einräumen, dass diese Strategie nicht funktioniert hat. Zuletzt hätten sich Beschwerden wieder gehäuft. Versprochene Verbesserungen seien nicht nachhaltig umgesetzt worden.

Bestätigung der Airline

«Wir haben entschieden, das bisherige Crewhotel in Miami nicht mehr zu nutzen», bestätigt eine Swiss-Sprecherin gegenüber Blick. «Der von uns geforderte, hohe Standard ist aus unserer Sicht nicht mehr durchgängig erreicht worden.» Das Wohl der Crews liege der Swiss sehr am Herzen. «Unsere Besatzungen tragen jeden Tag eine grosse Verantwortung und sollen sich während ihrer Aufenthalte an den Destinationen gut erholen können», heisst es weiter. Eine Blick-Anfrage ans Hotel ist noch offen.

Suche nach langfristiger Lösung

Man habe sich mit der Crew ausgetauscht und sei zum Schluss gekommen, dass «ein Wechsel für unsere Besatzungen die beste Lösung ist». Pilotinnen und Flugbegleiter werden nun vorübergehend in einem anderen Hotel in Miami untergebracht. «Parallel dazu prüfen wir verschiedene Optionen für eine langfristige Lösung», sagt die Swiss-Sprecherin zu Blick.

Airline reagiert: Swiss-Crews motzen über Schmuddel-Hotel
Photo: Blick

In einem internen Schreiben an die Crews, das Aerotelegraph vorliegt, räumt die Lufthansa-Tochter ein: «Wir waren zu optimistisch.» Trotz wiederholter Zusicherungen habe der Hotelbetrieb nicht dauerhaft auf dem geforderten Niveau stabilisiert werden können. Swiss entschuldigt sich im Mail bei den Besatzungen, die im Hotel nicht die erwartete Qualität und Verlässlichkeit vorgefunden hätten.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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