September 2026 wachsen die politischen Spannungen massiv, während in Magdeburg Berichte über parteiinterne Machtkämpfe in der CDU die Runde machen. Die Abstimmung der rund 1,7 Millionen Wahlberechtigten könnte die gesamte Republik verändern und die Frage aufwerfen, wie demokratische Parteien mit radikalen Kräften umgehen.
Wahlabende können etwas Erlösendes haben, doch selten ist dieser Moment bei einer Landtagswahl mit so viel Anspannung erwartet worden wie an diesem Sonntag in Sachsen-Anhalt. Nach Angaben geht es bei der Stimmabgabe um weitaus mehr als nur die Zusammensetzung eines ostdeutschen Landesparlaments. Die rund 1,7 Millionen Wahlberechtigten entscheiden darüber, ob in Deutschland zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg eine rechtsextreme Partei regieren könnte und ob die CDU an ihren langjährigen Tabus festhält.
Machtkämpfe in Magdeburg und Putsch-Gerüchte in der CDU
Sven Schulze und die CDU in Sachsen-Anhalt
Hinter den Kulissen brodelt es heftig. Die Berichte zeigen, dass der CDU in Sachsen-Anhalt der historische Absturz droht, in Magdeburg tobt der Machtkampf: Ministerpräsident Sven Schulze kämpft gegen Putsch-Gerüchte und sucht die Schuld in Berlin. Wie hart Schulze und sein schärfster Konkurrent am Montag aufeinandertreffen und wer um seinen Posten zittern muss, steht im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Civey und Insa im Meinungsforschung-Fokus
Die Rolle von Meinungsforschung und Umfragen steht währenddessen ebenfalls im Fokus. Dabei ist aber wichtig zu beachten: Nicht alle Umfragen haben ein Kopf-an-Kopf-Rennen der CDU und AfD prognostiziert, nur die von Civey und Insa. Der Abstand zwischen CDU und AfD war in Umfragen, die von ARD und ZDF genutzt werden, größer. In diesen Umfragen, die von Infratest dimap und der Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt wurden, lag die CDU deutlich vor der AfD (Infratest dimap: CDU 28 Prozent, AfD 24 Prozent; Forschungsgruppe Wahlen: CDU 30 Prozent, AfD 23 Prozent). Dass der Abstand laut dem vorläufigen Wahlergebnis so groß sein würde, das konnten aber auch die Umfragen dieser Meinungsforschungsinstitute nicht abbilden. Denn: Meinungsforscher liefern immer nur Momentaufnahmen, die Umfragen sollen nicht das Wahlergebnis vorhersagen.
Achim Goerres und die Universität Duisburg-Essen
Achim Goerres, Politikwissenschaftler von der Universität Duisburg-Essen, weist auf den qualitativen Unterschied zwischen Umfragen hin. Civey und Insa beziehen ihre Umfrageergebnisse aus Online-Daten, die Stichproben wurden bei Freiwilligen gemacht, die sich selbst gemeldet haben – und das kann jeder. Die Grundgesamtheit, die im Falle von Civey und Insa befragt wird, ist also nicht repräsentativ zur Bevölkerung – im Gegensatz zu Umfragen anderer Meinungsforscher, die klar definierte statistische Methoden dafür anwenden. Entsprechend ist nicht gewährleistet, dass das Ergebnis der Umfragen von Civey oder Insa nicht verzerrt ist. „Dieses Vorgehen ist die Kreisklasse der Umfrageforschung, sagt Goerres dem #Faktenfuchs. „Das verwundert mich überhaupt nicht, dass es eine so große Diskrepanz gibt.

Thorsten Faas und die Freie Universität Berlin
Andere Umfragen, wie zum Beispiel das „Politbarometer“ von der Forschungsgruppe Wahlen, arbeiteten mit Zufallsstichproben aus einer genau beschriebenen Zielgruppe, so Goerres, und wendeten etablierte, wissenschaftliche Methoden an, um auf alle Wählerinnen und Wähler schließen zu können. Im Vergleich zu Online-Umfragen ist das Ergebnis dadurch repräsentativer. Warum wird die AfD in Umfragen häufig falsch eingeschätzt? Bei vergangenen Landtagswahlen schnitt die AfD in Umfragen häufiger schlechter ab, als bei der Wahl selbst. Eine mögliche Erklärung dafür ist die soziale Erwünschtheit, sagt Politikwissenschaftler Thorsten Faas von der Freien Universität Berlin im Gespräch.”
Auch interessant