Game Freak bricht mit Beast of Reincarnation aus seiner gewohnten Pokémon-Komfortzone aus und veröffentlicht ein postapokalyptisches Action-Rollenspiel. Das am 4. August 2026 erschienene, von Fictions herausgegebene Projekt kombiniert rasante Sekiro-inspirierte Schwertkämpfe, Begleiter-Mechaniken und magische Haar-Fähigkeiten, trifft bei Spielern und Kritikern auf Steam und Metacritic jedoch auf ein durchwachsenes Echo.
Game Freaks radikaler Genrewechsel ins postapokalyptische Japan
Der japanische Entwickler Game Freak wurde bereits 1983 gegründet und ist weltweit vor allem für die traditionsreichen Pokémon-Spiele bekannt, die das Studio seit Mitte der neunziger Jahre für Nintendo entwickelt. Mit dem neuesten Projekt schlägt das Team jedoch einen gänzlich anderen Weg ein. Statt bunter Taschenmonster steht eine düstere Zukunft im Mittelpunkt.
Als Publisher fungiert Fictions, ein amerikanischer Publisher, der zuvor unter dem Namen Private Division bekannt war und unter anderem Hades veröffentlicht hat. Das am 4. August 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X/S und PC veröffentlichte Action-Rollenspiel konfrontiert Spieler mit einer Welt im Jahr 4026 nach Christus, in der die Menschheit durch eine mysteriöse Seuche fast vollständig ausgelöscht wurde.
Emma, Kuu und die Bestie der Wiedergeburt: Handlung und Welt
Die Geschichte dreht sich um die Protagonistin Emma, die infiziert geboren wurde und deshalb grün leuchtende Spuren hinterlässt. Gemeinsam mit ihrem tierischen Begleiter, dem großen Wolf Kuu, lebt Emma in einem mobilen Gefährt namens Wanderer. In dieser Basis befindet sich außerdem ein schlafendes Mädchen namens Kagura, dessen Verbindung zu Emma im Handlungsverlauf enthüllt wird. Zu den weiteren Charakteren an Bord gehört der Pilot Brad.
Im Zentrum der Geschichte steht die namensgebende Bestie der Wiedergeburt, die alle 100 Jahre zurückkehrt, um die verbliebene Menschheit zu bedrohen. Bevor sie sich dem Hauptwidersacher stellen kann, muss sie die sogenannten Nushi besiegen und deren Seuche in sich aufnehmen, um an Stärke zu gewinnen. Die Spielwelt präsentiert sich als eine Mischung aus verfallenen Metropolen, überwucherten Naturlandschaften und mystischen Tempeln.
Kampfsystem, Traversierung und Vergleiche mit Sekiro
Spielerisch setzt Beast of Reincarnation auf ein ränkevolles JRPG-Erlebnis mit Action-Elementen. Das Kampfsystem verzichtet auf rundenbasierte Mechaniken und orientiert sich stattdessen stark an Titeln wie FromSoftwares Sekiro. Paraden, Ausweichmanöver und präzises Timing bestimmen das Geschehen. Gleichzeitig bringt Begleiter Kuu eine taktische Komponente ein, die an Final Fantasy 7 Remake erinnert.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Fortbewegung im Spiel. Emma nutzt ihre haarartigen Pflanzenranken als Greifhaken, um sich durch die vertikal aufgebauten Regionen zu katapultieren. Die Kampagne beansprucht schätzungsweise 30 bis 40 Stunden.
Durchwachsene Steam-Reviews und gespaltene Kritik
Trotz hoher Ambitionen fällt die Aufnahme bei Spielern und Kritikern verhalten aus. Auf Steam erzielt der Titel eine ausgeglichene Wertung, wobei lediglich rund 52 bis 56 Prozent der Tausenden Rezensionen positiv ausfallen. Kritiker bemängeln technische Mängel wie fehlenden Ultrawide-Support, eine unsaubere Steuerung und das Gefühl, dass sich der Titel an manchen Stellen unfertig anfühle. Gleichzeitig vergeben andere Plattformen wie Metacritic teils sehr hohe Punktzahlen jenseits der 90er-Marke und loben die tiefgründige Geschichte und das gelungene Artdesign.

Obwohl das Experiment nicht alle Spieler überzeugen kann und einige Kritiker die Informationsflut in den Eröffnungsstunden bemängeln, sehen viele Branchenbeobachter in dem Titel einen wichtigen Schritt für Game Freak. Das Projekt beweist, dass das traditionsreiche Studio bereit ist, kreative Risiken einzugehen und sich stilistisch völlig neuen Welten zu öffnen.
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