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Welt

NATO-Manöver Northern Viking probt U-Boot-Jagd ohne US-Schiffe

NATO-Kräfte proben im August 2026 bei der Übung Northern Viking den Ernstfall im Nordatlantik. Das Manöver vor Island konzentriert sich auf die U-Boot-Jagd in der strategischen GIUK-Lücke, findet in diesem Jahr jedoch erstmals ohne direkte Beteiligung amerikanischer Schiffe oder Flugzeuge statt.

U-Boot-Jagd an der strategischen GIUK-Lücke ohne US-Schiffe

August 2026 läuft, bringt Einheiten aus mehreren Bündnisstaaten vor der Küste Islands zusammen. Im Zentrum der Operationen steht ein Seegebiet von entscheidender geopolitischer Bedeutung.

Das Operationsgebiet umfasst die sogenannte GIUK-Lücke, die Meeresregion zwischen Grönland, Island und dem Vereinigten Königreich, die als strategische Route für russische U-Boote gilt, die von der Kola-Halbinsel in den Atlantik aufbrechen. NATO-Mitglieder betrachten diesen maritimen Engpass als zentrale Nahtstelle zwischen dem Europäischen Nordmeer und dem Nordatlantik. NATO-Vertreter betonen, dass die Kontrolle dieses Gebiets für die Sicherheit Europas und Nordamerikas von entscheidender Bedeutung ist.

Europäische Verbündete übernehmen operative Führung

Eine bemerkenswerte Neuerung prägt das diesjährige Manöver: Erstmals seit Beginn der vor Jahrzehnten ins Leben gerufenen Übung finden die Operationen ohne direkte Beteiligung amerikanischer Schiffe oder Flugzeuge statt. Die operative Führung des multinationalen Verbands liegt stattdessen in den Händen des französischen Konteradmirals Nicolas Molitor. Die Übung findet vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über die Aktivitäten Russlands, den Schutz von Unterseekabeln und -pipelines sowie eine mögliche Verringerung der amerikanischen Militärpräsenz in Europa statt. Obwohl die Vereinigten Staaten zur Planung beigetragen haben, wurde die operative Rolle in diesem Jahr in größerem Umfang von den europäischen Verbündeten und Kanada übernommen.

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An den Missionen beteiligen sich neben deutschen Überwachungsflugzeugen auch kanadische Schiffe und belgische Kampfflugzeuge. Die Streitkräfte üben den geordneten Informationsaustausch, maritime U-Boot-Abwehrmissionen sowie die umfassende Überwachung des Meeresbodens, einschließlich der Unterwasserinfrastruktur.

Technischer Fortschritt bei den deutschen Marinefliegern und P-8A Poseidon

Seit 22. Im Verbund mit Belgien, Dänemark, Frankreich, Island, Norwegen, Polen und den USA unterstützt der hochmoderne Starrflügler der Deutschen Marine bei der U-Boot-Jagd-Übung Northern Viking. Der Seefernaufklärer P-8A Poseidon ist bei Northern Viking 2026 das fliegende Auge des multinationalen Übungsverbands. Mit seiner Sensorik kann er ein großes Seegebiet abdecken und die gesammelten Daten in Echtzeit weitergeben.

Zur genauen Lokalisierung wirft sie beispielsweise Sonarbojen ab. Zudem kann das fliegende Auge der Marine bewaffnet werden und bei der Bekämpfung von U-Booten unterstützen. Schwerpunkte des U-Boot-Jagd-Trainings vor Island sind das Aufspüren, die Verfolgung und das Bekämpfen der unter Wasser lauernden Gefahr sowie die Koordination aller teilnehmenden Einheiten untereinander und mit internationalen Partnern – zu Wasser und in der Luft. Hinter der Aufgabe U-Jagd verbergen sich militärische Flug- und Patrouilleneinsätze, die speziell darauf ausgelegt sind, feindliche U-Boote aufzuspüren, zu verfolgen und im Ernstfall zu bekämpfen.

Northern Viking 26 Showcases NATO Capability in the High North

Fregattenkapitän Peter F. ist Kontingentführer bei Northern Viking 2026 und für die Organisation, den Flugbetrieb und alle Belange vor Ort verantwortlich. „Die P-8A ist ein enormer technologischer Fortschritt, verglichen zur Vorgängermaschine P-3C Orion. Für das neue Flugzeugmuster wurden die Soldatinnen und Soldaten in den letzten Jahren sehr gut ausgebildet und konnten bereits viel Erfahrung sammeln“, sagt Fregattenkapitän Peter F. Obwohl die Poseidon erst knapp ein Jahr geflogen wird, betont der Kontingentführer: „Obwohl wir das Flugzeug erst knapp ein Jahr fliegen, sind wir jetzt schon in Teilbereichen weiter, als wir mit der Orion je waren. Jedes Manöver hilft uns, dies zu festigen.“ Zur Übung zieht Peter F. insgesamt ein positives Fazit: „Das Manöver Northern Viking 2026 war mein erstes mit der P-8A Poseidon. Also war es auch für mich, obwohl ich technischer Koordinator auf dem Fluggerät bin, eine Herausforderung. Ich konnte viel lernen.””

Geopolitischer Hintergrund und das Verteidigungsabkommen

Die Bedeutung des Manövers Northern Viking hat aufgrund der geopolitischen Lage Islands deutlich zugenommen. Ziele der Übung sind die Maritime Sicherheit mit Schwerpunkt U-Boot-Jagd, die Luftraumüberwachung durch integrierte Luftverteidigung und das Abfangen potenzieller Bedrohungen im isländischen Luftraum, amphibische Operationen und Küstenverteidigung mit Anlandung von Marineinfanterie sowie Such- und Rettungseinsätzen bei extremen Wetterbedingungen im Nordatlantik, und der Host Nation Support zur Erprobung der Fähigkeit der isländischen Zivil- und Sicherheitsbehörden – darunter Küstenwache, Polizei und Katastrophenschutz –, NATO-Truppen aufzunehmen und zu unterstützen.

NATO-Manöver Northern Viking probt U-Boot-Jagd ohne US-Schiffe
Photo: Informat.ro

Hintergrund ist, dass seit 1982 alle zwei Jahre NATO-Mitgliedsländer unter der Führung der Vereinten Staaten bei Northern Viking zusammenkommen. Das Manöver beruht auf dem bilateralen Verteidigungsabkommen zwischen den USA und Island aus dem Jahr 1951. Da Island keine eigenen Streitkräfte, sondern lediglich eine Küstenwache besitzt, übernehmen die USA und NATO-Partner vertragsgemäß den Schutz des Landes.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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