Der ehemalige NBA-Spieler Enes Kanter Freedom hat eine Bundesklage gegen die Chicago Sky, die Stadt Chicago und die Eigentümer der Wintrust Arena eingereicht. Die Klage folgt auf seinen Ausschluss von einem WNBA-Spiel am 23. August 2026 nach einer verbalen Auseinandersetzung mit der Sky-Spielerin Natasha Cloud.
Der Rechtsstreit zwischen Enes Kanter Freedom und der WNBA-Franchise Chicago Sky hat eine neue Ebene erreicht. Nachdem der ehemalige NBA-Center im vergangenen Monat aus der Wintrust Arena verwiesen und anschließend mit einem unbefristeten Stadionverbot belegt wurde, hat er nun vor dem U.S. District Court für den nördlichen Bezirk von Illinois eine Klage eingereicht. Freedom wirft den Beklagten die Verletzung seiner Rechte nach dem ersten Zusatzartikel der US-Verfassung vor.
Der Vorfall am 23. August in der Wintrust Arena
Die Ereignisse, die zu der rechtlichen Auseinandersetzung führten, ereigneten sich während des Spiels der Chicago Sky gegen die Indiana Fever am 23. August 2026. Freedom saß in der ersten Reihe am Spielfeldrand und trug ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift WOMAN noun. adult human female.
Laut den vorliegenden Berichten kam es im dritten Viertel zu einem Wortwechsel mit der Sky-Spielerin Natasha Cloud, nachdem diese einen Korb erzielt hatte.

Die Schilderungen über den Eskalationspunkt weichen voneinander ab. Während Freedoms Klageschrift Cloud als diejenige darstellt, die auf Freedom zuging und ihn verbal attackierte, betonte der Eigentümer der Chicago Sky, Michael Alter, dass Freedoms Verhalten eine Sicherheitsbedrohung darstellte. Alter erklärte, Freedom habe sich erhoben, seine Arme ausgebreitet und einen Schritt in Richtung des Spielfelds gemacht. Das hat alles verändert, und er wurde vom Fan zu einer potenziellen Bedrohung, so Alter gegenüber Medienvertretern.
Die Position der Chicago Sky und des Arenabetreibers
Die Metropolitan Pier and Exposition Authority (MPEA), der die Arena gehört, sowie die Chicago Sky rechtfertigen den Ausschluss mit den geltenden Verhaltensregeln der WNBA. Alter wies den Vorwurf zurück, dass die Entscheidung politisch motiviert gewesen sei. Er stellte klar, dass das Stadionverbot für die Sky-Spiele bestehen bleibe, bis Freedom beweisen kann, dass er in der Lage ist, unsere Regeln einzuhalten, ohne eine potenzielle Bedrohung zu sein.
Zudem widersprach Alter der Darstellung von Freedom, wonach der General Manager der Sky, Jeff Pagliocca, ihm den Besuch des Spiels nahegelegt habe. Alter gab an, das Team habe erst dreieinhalb Stunden vor Spielbeginn von Freedoms Anwesenheit erfahren, nachdem dessen Manager eine Textnachricht an Pagliocca gesendet hatte.

Der Manager von Enes Kanter Freedom teilte Michael Alter, dem Eigentümer der Chicago Sky, mit, dass dieser immer fair zu ihm gewesen sei und er deshalb der Meinung war, er habe eine vorherige Vorwarnung verdient, und er fügte hinzu, dass Enes und er heute Abend beim Sky-Spiel sein werden und er hoffe, dass es allen gut gehe.
Pagliocca habe lediglich mit appreciate the text
geantwortet, was laut Alter nicht als Einladung zu verstehen war.
Rechtliche Forderungen und der Streit um den WNBA-Status
Freedom fordert in seiner 15-seitigen Klageschrift, dass sein Stadionverbot aufgehoben wird, seine Anwaltskosten übernommen werden und er eine Entschädigung erhält. Er sieht in seinem Ausschluss eine Diskriminierung aufgrund seiner politischen Ansichten zum Schutz des Frauensports. Der ehemalige NBA-Spieler hatte zuletzt versucht, sich für den WNBA-Draft anzumelden, was die Liga jedoch mit dem Hinweis auf seine fehlende Spielberechtigung ablehnte.
Natasha Cloud äußerte sich nach dem Vorfall zurückhaltend und bezeichnete Freedom in einem Kommentar als eine irrelevante Person, auf deren Äußerungen sie nicht weiter eingehen wolle. Die WNBA selbst hat laut Medienberichten keine Pläne, Freedom ligaweit zu sperren, was das Stadionverbot der Sky zur zentralen Hürde für seine weitere Teilnahme an Spielen in der Wintrust Arena macht.
Nächste Schritte im Gerichtsverfahren
Bisher haben die Beklagten – die Chicago Sky, die Stadt Chicago und die MPEA – noch keine offizielle Antwort auf die Klage eingereicht. Ein Termin für eine Anhörung steht derzeit noch nicht fest. Das Verfahren wird nun klären müssen, ob die Maßnahmen des Sicherheitspersonals und das anschließende Verbot durch die Sky rechtmäßig als Sicherheitsmaßnahme eingestuft werden können oder ob, wie von Freedom behauptet, eine gezielte Unterdrückung seiner Meinungsäußerung vorlag.